Finanzen

Bank of England hebt Leitzinsen an

Lesezeit: 1 min
02.08.2018 14:51
Die britische Zentralbank hat die Leitzinsen angehoben.
Bank of England hebt Leitzinsen an

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die britische Notenbank hat die Leitzinsen auf den höchsten Stand seit der Finanzkrise vor einem Jahrzehnt angehoben. Die Londoner Währungshüter setzten den Schlüsselsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld am Donnerstag um einen Viertelpunkt nach oben auf 0,75 Prozent. Die Entscheidung fiel einstimmig.

Mit der strafferen Geldpolitik will die Bank of England die vergleichsweise hohe Inflation eindämmen, die schon seit Monaten über der Zielmarke von zwei Prozent liegt.

Für den Preisauftrieb auf der Insel sorgt vor allem die schwächelnde Landeswährung Pfund, die seit dem Brexit-Votum im Sommer 2016 deutlich an Wert eingebüßt hat. Das verteuert Importe und zehrt in der Folge an der Kaufkraft der Briten. Der oberste Ökonom der Bank of England, Andy Haldane, warnte im Juli davor, die Bekämpfung der Inflation auf die lange Bank zu schieben.

Großbritannien tritt voraussichtlich Ende März 2019 aus der Europäischen Union aus. Nach wie vor ist unklar, wie die wirtschaftlichen Beziehungen zur EU künftig gestaltet werden.

Die Zentralbank veröffentlichte erstmalig eine Schätzung für den aus ihrer Sicht gleichgewichtigen Zins. Auch dies wurde mit Spannung erwartet, weil der sogenannte natürliche Zins unter Fachleuten als Richtschnur dafür gilt, in welches Terrain die Notenbank ihre Leitzinsen mittelfristig anheben könnte.

Die Notenbank veranschlagt den natürlichen Nominalzins zwischen zwei und drei Prozent. Dies ist deutlich höher als die meisten Analysten erwartetet hatten. Mit anderen Worten: Der britische Leitzins könnte in den kommenden Jahren stärker steigen als bislang vermutet.

„Es wird in diesem Jahr keinen weiteren Zinsschritt geben. Das ist der Unsicherheit über den Fortgang des Brexit-Prozesses geschuldet, aber auch der geringeren Wachstumsdynamik und der sinkenden Inflation. Die Notenbank dürfte deshalb vorsichtig bleiben. Wie es dann 2019 weitergeht, hängt stark vom Ausgang der Breit-Verhandlungen ab“, wird ein Analyst von HSBC Trinkaus von Reuters zitiert.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Deutschland
Deutschland In Karlsruhe häufen sich die Klagen gegen das neue Infektionsschutzgesetz

In einer ganzen Reihe von Klagen am Bundesverfassungsgericht werden verschiedene Maßnahmen der sogenannten Bundesnotbremse angegangen....

DWN
Finanzen
Finanzen EZB belässt Leitzins bei null, will deutlich mehr Geld drucken

Die Europäische Zentralbank hält an ihrer ultralockeren Geldpolitik fest. Die Anleihekäufe sollen deutlich beschleunigt werden.

DWN
Politik
Politik Baerbock verknüpft Klima-Politik mit dem US-Feldzug gegen China

Die grüne Annalena Baerbock fordert eine „Klimapartnerschaft“ mit den USA. Diese soll auf einem sonderbaren geopolitischen Fundament...

DWN
Finanzen
Finanzen Auszug oder Umbau: Was tun, wenn Senioren das Haus zu groß wird?

Senioren haben auf dem Immobilienmarkt meistens ein anderes Problem als der suchende Rest: Ihnen steht nach Auszug der Kinder oder Verlust...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Familienunternehmer fällen vernichtendes Urteil über Merkel-Regierung

Die Unzufriedenheit der Familienunternehmer mit der Bundesregierung ist auf einen historischen Rekord angestiegen. Denn die Politik der...

DWN
Politik
Politik Lagebericht der OSZE-Sonderüberwachungsmission in der Ukraine

Aus dem aktuellen Lagebericht der OSZE-Sonderüberwachungsmission in der Ukraine gehen mehrere Verstöße gegen den Waffenstillstand in der...

DWN
Deutschland
Deutschland Inflation im Anmarsch: Bauindustrie kündigt steigende Preise an

Das Bauen in Deutschland wird voraussichtlich deutlich teurer. Die lang erwartete Inflation kommt nun mit aller Macht.

DWN
Finanzen
Finanzen „JPM Coin“: Will JP Morgan vier Milliarden Fußball-Fans digital kontrollieren?

JP Morgan ist der Finanzier der Super League. Zuvor hatte die US-Großbank die Kryptowährung „JPM Coin“ entwickelt. Über die...