Gemischtes

Musk überlegt, Tesla von der Börse zu nehmen

Lesezeit: 1 min
07.08.2018 23:03
Elon Musk überlegt, Tesla von der Börse zu nehmen. Der Aktienkurs schoss in die Höhe.
Musk überlegt, Tesla von der Börse zu nehmen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Tesla-Chef Elon Musk erwägt nach eigenen Angaben, den Elektroauto-Pionier von der Börse zu nehmen. Er denke über einen solchen Schritt nach, twitterte der Firmengründer am Dienstag. Dabei brachte er einen Preis von 420 Dollar je Aktie ins Spiel, was einen Aufschlag von fast 23 Prozent zum Schlusskurs vom Montag bedeuten würde. Die Finanzierung eines solchen Vorhabens sei gesichert, erklärte er. Analysten gingen davon aus, dass Musk die Erklärung ernst meint. Das Unternehmen selbst reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. Musk hält 20 Prozent an dem Unternehmen.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Mit einem solchen Schritt würde Tesla aus dem grellen Schweinwerfer der Wall Street genommen. Zugleich würden aber auch seine Möglichkeiten zur Kapitalbeschaffung beschränkt. Es wäre eine der größten Rücknahmen von der Börse. Auf der Basis der von Musk genannten 420 Dollar je Aktie würde Tesla mit 72 Milliarden Dollar bewertet.

Die Tesla-Aktie stiegen am Dienstag nach dem Tweet um mehr als sieben Prozent auf 371,15 Dollar. Der Handel wurde dann ausgesetzt. Kurz zuvor hatte es zudem einen Bericht der "Financial Times" gegeben, wonach der Staatsfonds von Saudi-Arabien mit zwei Milliarden Dollar bei Tesla eingestiegen ist. Daraufhin hatten die Papiere bereits zugelegt. Musk äußerte die Hoffnung, dass die derzeit beteiligten Investoren bei Tesla blieben, auch wenn das Unternehmen von der Börse genommen werde. Dazu solle ein spezieller Fonds geschaffen werden. Als Beispiel nannte das Investment von Fidelity bei seiner Raumflugfirma SpaceX.

Musk steht unter Druck, nach seinen großen Visionen mit Elektroautos nun auch zu liefern und die nach wie vor Verlust schreibende Firma in die Gewinnzone zu bringen. Zudem fühlt er sich offenkundig immer wieder genervt von Regulierungsbehörden, Kritikern und Journalisten. Daneben gibt es Berichte über Probleme bei der Fertigung der Autos, Zweifel an der langfristigen Nachfrage und Unsicherheiten über die Finanzierung.

Der Analyst Chaim Siegel von Elazar Advisors hält Musks Ankündigung für ernsthaft und gleichzeitig auch für einen Treibsatz für den Aktienkurs. George Galliers von Evercore ISI sagte, er könne nicht glauben, dass es sich um einen Bluff oder einen Scherz handele. Man müsse sehen, was zu Details, Struktur und Beteiligten noch komme und worauf die Bewertung basiere.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Verrückte Ideen, knallhartes Kalkül: Wie ein Mann unsere Lebensweise verändert - und dabei zum Super-Milliardär aufsteigt

DWN-Kolumnist Ernst Wolff zeichnet den Weg eines Mannes nach, der es ganz nach oben gebracht hat. Dank ungezügelter Fantasie, brachialer...

DWN
Politik
Politik Die Corona-Krise führt zum Zusammenbruch der Nationalstaaten

Die Corona-Krise hat die Staatsschulden der Nationen und die Schulden der Unternehmen in astronomische Höhen schnellen lassen. Die...

DWN
Politik
Politik Zwischen Grandeur und Bedeutungslosigkeit: Frankreichs Hoffnung liegt in Afrika

In der neunten Folge der großen geopolitischen DWN-Serie wird analysiert, wie Frankreich seine Machtposition in Europa, im Mittelmeer-Raum...

DWN
Politik
Politik Deutschlands bekanntester Ökonom: Lobbyismus und zentralistische EU-Planung sind für Impfdebakel verantwortlich

In Deutschland und Europa steht nicht genügend Impfstoff zur Verfügung. Wie das passieren konnte, zeigt der ehemalige Leiter des...

DWN
Finanzen
Finanzen „Jeder vierte Selbstständige von Berufsunfähigkeit betroffen“

Selbstständige müssen noch mehr als Angestellte eine Berufsunfähigkeit fürchten, da sie in der Regel wenig Anspruch auf staatliche...

DWN
Unternehmen
Unternehmen ABB hält Zeitplan für prestigeträchtigen unbemannten Hafenschlepper nicht ein

Die unbemannten Schiffe, die von Künstlicher Intelligenz gesteuert werden, sind schon seit Jahren im Gespräch. Wegen der Krise kann nun...

DWN
Technologie
Technologie ZEITREISEN, TEIL 2: Mit relativistischen Raumschiffen reist man recht beschwerlich

Im zweiten Teil unseres großen Artikels zum Thema "Zeitreise" geht es um praktische Fragen. Wie könnten Raumfahrer überhaupt in die...

DWN
Finanzen
Finanzen Nach Brexit: Derivate-Handel wechselt von London nach New York - nicht nach Frankfurt

Hoffnungen, dass der Brexit Teile des Derivate-Handels aus London nach Frankfurt oder nach Paris bringt, haben sich nicht erfüllt....

DWN
Politik
Politik Biden sieht Russland als Feind - und wird Waffen an die Ukraine liefern

DWN-Kolumnist Ronald Barazon analysiert die zukünftige Außenpolitik der USA unter ihrem neuen Präsidenten Joe Biden.

DWN
Deutschland
Deutschland Amtsgericht Weimar: „Corona-Kontaktverbot verfassungswidrig, Lockdown katastrophale politische Fehlentscheidung“

Das Amtsgericht Weimar hat in einem bahnbrechenden Urteil entschieden, dass die Corona-Kontaktverbote in Thüringen verfassungswidrig sind....

DWN
Politik
Politik US-Firma mit engen Kontakten zu russischen Staatsunternehmen verbietet Mitarbeitern Teilnahme an Protesten

Das Unternehmen hat Angst, seinen Ruf als "politisch neutrale" Organisation zu verlieren.

DWN
Politik
Politik China sichert sich umstrittene Gewässer - mit Schießerlaubnis für Küstenwache

Ein neues Gesetz erlaubt es der chinesischen Küstenwache, auf ausländische Schiffe zu schießen.

DWN
Politik
Politik Schwere Unruhen in Russland gegen die Regierung ausgebrochen – Lage ist ernst

In Russland sind in zahlreichen Städten schwere Unruhen gegen den Kreml ausgebrochen. Die Demonstranten fordern die Freilassung des...

DWN
Politik
Politik DHB-Vize platzt der Kragen: „Für Karl Lauterbach geht es scheinbar darum, seinen Marktwert in Talkshows zu steigern“

DHB-Vizepräsident Bob Hanning hat für die Kritik von SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach an der Handball-WM in Ägypten kein...