Deutschland

Preise für Diesel und Benzin steigen deutlich

Lesezeit: 2 min
17.08.2018 00:35
Die Preise für Kraftstoffe sind in Deutschland deutlich gestiegen.
Preise für Diesel und Benzin steigen deutlich

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Spritpreise haben ein Drei-Jahres-Hoch erreicht. Wie der Automobilclub ADAC am Donnerstag mitteilte, stieg der Preis für einen Liter Diesel vergangene Woche im Bundesschnitt um einen Cent auf 1,297 Euro. Der Preis für Super E10 nahm um 0,1 Cent auf 1,467 Euro zu. Autofahrer müssen nun im Schnitt rund zwei Cent mehr pro Liter Kraftstoff zahlen als vor einem Monat.

Damit ist der Benzinpreis so hoch wie zuletzt im Juli 2015. Der Dieselpreis erreichte gar das Niveau von November 2014. Die Preise liegen aber weiterhin deutlich unter den Spitzenständen der Jahre 2011 bis 2014. Im September 2012 mussten Autofahrer für ein Liter Super E10 im Schnitt 1,671 Euro berappen - ein Liter Diesel kostete damals 1,524 Euro.

Laut ADAC beeinflussen Unsicherheiten am Rohölmarkt die Entwicklung. Dieser zeigte zuletzt starke Schwankungen. So ist der Preis für ein Barrel der Sorte Brent aus der Nordsee binnen zwölf Monaten um 40 Prozent gestiegen. Bezogen auf die vergangenen drei Monate gab er aber um zehn Prozent nach.

Ein Grund für die Schwankungen ist laut der Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Claudia Kemfert die Außen- und Handelspolitik des US-Präsidenten Donald Trump. Kemfert sieht in den Sanktionen gegen den Iran auch einen Versuch der USA, die heimische Ölindustrie voranzubringen. Die USA streben mit ihren Strafmaßnahmen an, dass der Zahlungsverkehr mit dem Iran vom 4. November an eingestellt wird und der Iran kein Öl mehr exportieren kann.

"Die USA haben derzeit ein hohes Interesse daran, ihre Machtinteressen auf den internationalen Ölmärkten durchzusetzen, um ihre eigenen Ölförderungen zu hohen Preisen zu verkaufen und die Fracking-Förderung wirtschaftlich zu machen", sagte sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Rainer Wiek vom Energie Informationsdienst EID sieht einen weiteren Grund in der "Verknappungsstrategie" der Organisation der Erdöl exportierenden Länder (Opec). "Vorher wurde viel produziert und die Vorräte wuchsen, was auf den Preis drückte", sagte er. Doch nun zögen die Opec und einige andere wichtige Förderländer an einem Strang. "Das verknappt das Angebot, die Preise steigen."

Dass die Iran-Sanktionen an sich zu einer Ölknappheit führen werden, glaubt Wiek nicht. "Darüber wird seit Monaten diskutiert, weshalb ich davon ausgehe, dass das schon eingepreist ist", sagte er. "Zudem stehen einige Länder bereit, um einen Rückgang des Angebots aufzufangen. So können etwa die USA ihre unkonventionelle Förderung flexibel hochfahren."

DIW-Expertin Kemfert warnte allerdings, dass eine Eskalation des Iran-Konflikts Konsequenzen haben könnte: "Sollte beispielsweise der Iran die Straße von Hormus blockieren, hätte dies massive Auswirkungen auf die internationalen Ölmärkte, da circa ein Drittel des weltweit geförderten Öls durch diese Meerenge transportiert wird", sagte sie der Funke-Mediengruppe. Mit einer Blockade hat der Iran in der Vergangenheit immer wieder gedroht.

Ein weiterer Grund für den Anstieg der Spritpreise liege in den sinkenden Wechselkursen des Euros gegenüber dem Dollar, berichtete der ADAC. Der Euro hat binnen einer Woche fast zwei Prozent an Wert verloren. Da Rohöl in Dollar gehandelt wird, werden die Importe für Deutschland somit teurer.

 

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Das große Geschäft mit den Impfstoffen hat begonnen

Die EU einigt sich mit dem US-Hersteller Moderna, Bill Gates‘ Impfallianz erhält hunderte Millionen Dosen des Herstellers AstraZeneca...

DWN
Finanzen
Finanzen Mehrere Zahlungsausfälle erschüttern Chinas Anleihemarkt

In den vergangenen Tagen konnten mehrere staatlich kontrollierte Unternehmen ihre Verbindlichkeiten nicht mehr bedienen. Ausländische...

DWN
Politik
Politik Klare Botschaft an alle: USA entsenden Langstrecken-Bomber in den Nahen Osten

Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, haben die USA Langstrecken-Bomber in den Nahen Osten entsendet. Die Mission sollte als...

DWN
Politik
Politik „Great Reset“: Wie das Weltwirtschaftsforum China seit Jahren hofiert und lobt

Seit Jahren bauen das Weltwirtschaftsforum unter Klaus Schwab und China ihre Beziehungen aus. Das Forum hat eine eindeutig positive...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Sahra Wagenknecht: „Altmaier und Laschet müssen den Ausverkauf von Thyssenkrupp stoppen“

Die Links-Politikerin Sahra Wagenknecht fordert Wirtschaftsminister Peter Altmaier und den NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet auf, den...

DWN
Finanzen
Finanzen Großinvestoren schichten von Gold nach Bitcoin um

Daten aus den vergangenen Wochen deuten darauf hin, dass Privatinvestoren im großen Stil von Gold nach Bitcoin umschichten. Der aktuelle...

DWN
Finanzen
Finanzen So erfüllt sich Ihr Traum vom Eigenheim

Das Eigenheim als Altersvorsorge? Viele Deutsche träumen davon. Doch nur wenige besitzen hierzulande tatsächlich die Immobilie, die sie...

DWN
Politik
Politik Corona-Ticker: Auf diese Maßnahmen haben sich die Bundesländer für Weihnachten und Silvester geeinigt

Die Bundesländer haben sich auf zahlreiche Maßnahmen für den Dezember geeinigt. Lesen Sie alle Einzelheiten im Liveticker.

DWN
Finanzen
Finanzen Jetzt ist es soweit: Bundesregierung erwägt Einführung eines Corona-Soli

Medienberichten zufolge erwägt die Bundesregierung, einen Corona-Soli einzuführen, um den wirtschaftlichen Schaden der Corona-Krise...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Ifo-Index zum Geschäftsklima sinkt deutlich

Die deutschen Unternehmen blicken im November branchenübergreifend skeptisch in die Zukunft.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Eskalation bei Daimler: Betriebsrat ruft alle 170.000 Mitarbeiter zum Widerstand gegen Stellenabbau auf

Die politisch geforderte Wende zur Elektromobilität wird bei Daimler zehntausende Stellen kosten. Nun hat die Auslagerung der...

DWN
Marktbericht
Marktbericht Dax: Das große Warten auf die neue Corona-Entscheidung - positive Nachrichten aus Übersee

Die Börsen wissen derzeit nicht, in welche Richtung sie sich entwickeln wollen. Die Diskussionen um die Fortführung des Teil-Lockdowns...

DWN
Finanzen
Finanzen Deutsche Börse stellt neue Regeln für den Dax vor: Ethische Fragen werden ausgeklammert

Die Deutsche Börse hat heute neue Regeln für die deutschen Aktienindizes vorgestellt. Der Leitindex Dax umfasst nun 40 Titel, zudem...

DWN
Politik
Politik Erdogan fordert „Ehrlichkeit“ von der EU im Umgang mit der Türkei

Der türkische Präsident Erdogan hat sich am vergangenen Sonntag positiv über die EU geäußert. Die Türkei habe sich immer als ein Teil...