Schlechter Tag für Trump: Zwei Vertraute auf dem Weg ins Gefängnis

 

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22.08.2018 01:55
Michael Cohen und Paul Manafort müssen sich wegen diverser Vergehen auf lange Gefängnisstrafen einstellen. Die Entwicklung könnte auch für US-Präsident Trump gefährlich werden.
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Zwei enge Vertraute von US-Präsident Donald Trump müssen sich auf lange Gefängnisstrafen einstellen. Sein früherer Anwalt Michael Cohen bekannte sich der Steuerhinterziehung und der illegalen Wahlkampffinanzierung schuldig. Sein Wahlkampfmanager Paul Manafort wurde der Steuerhinterziehung schuldig gesprochen. In beiden Fällen könnten die Entwicklungen Folgen für Trump haben. Denn der Sonderermittler in der angeblichen Russland-Affäre, Robert Mueller, dürfte auf die Ermittlungen und die juristischen Folgen zurückgreifen und könnte Trump damit in Bedrängnis bringen.

Der wegen Betrugsvorwürfen unter Druck stehende Ex-Anwalt von US-Präsident Donald Trump, Michael Cohen, hat sich bei einer Anhörung vor Gericht schuldig bekannt. Der 51-Jährige räumte am Dienstag ein, gegen Gesetze zur Wahlkampffinanzierung verstoßen zu haben. Cohen erklärte, dass er dies im Auftrag eines Kandidaten getan habe. Den Namen nannte er nicht. In fünf Anklagepunkten zur Steuerhinterziehung und zu einer Falschaussage gegenüber einer Bank bekannte er sich ebenfalls schuldig. Das Urteil soll am 12. Dezember fallen.

Cohens Anwalt Lanny Davis sagte auf Twitter: "Wenn diese Zahlungen für Michael Cohen ein Verbrechen wären, warum sollten sie dann nicht ein Verbrechen für Donald Trump gewesen sein?"

Cohen arbeitete bis vor wenigen Monaten rund zehn Jahre für Trump und galt als dessen "Ausputzer" - als Mann, der hinter den Kulissen unangenehme Angelegenheiten bereinigte. Er verfügt dadurch über Kenntnisse über Trumps Privatleben und dessen geschäftliche wie politische Aktivitäten.

Zu Cohens Leistungen für Trump gehörte unter anderem eine Zahlung in Höhe von 130.000 Dollar (113.000 Euro), die der Anwalt kurz vor der Präsidentschaftswahl 2016 an den Pornostar Stormy Daniels leistete. Das Geld floss, damit die Darstellerin nicht von einem angeblichen Sexabenteuer mit Trump erzählte. Die Zahlung hätte aber womöglich als Wahlkampfspende deklariert werden müssen - es könnte sich also um illegale Wahlkampffinanzierung gehandelt haben.

Der Anwalt hatte sich in der Vergangenheit stets als absolut loyal gegenüber Trump dargestellt und gesagt, er sei bereit, "sich für den Präsidenten eine Kugel einzufangen". Vor einigen Wochen zeigte der 51-jährige Familienvater dann aber Distanz zum Präsidenten. In einem Interview sagte Cohen, seine "oberste Loyalität" gelte seiner Familie und seinem Land.

Cohen war jahrelang einer der engsten Vertrauten Trumps. Das änderte sich, als das FBI im April bei Durchsuchungen von Cohens Hotelzimmer, Büro und Wohnung Dokumente und Akten beschlagnahmte. Sonderermittler Robert Mueller hatte die Beamten auf Cohen aufmerksam gemacht. Mueller prüft, ob es im Zusammenhang mit der mutmaßlichen Beeinflussung der US-Präsidentenwahl 2016 durch Russland Absprachen zwischen Trumps Wahlkampfteam und Russland gegeben hat. Trump hat diese Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen und Muellers Ermittlungen als Hexenjagd kritisiert.

Trumps Anwalt Rudy Giuliani reagierte prompt: Die Vorwürfe gegen Cohen enthielten keine Anschuldigungen gegen Trump. "Cohens Handlungen zeigen ein Muster von Lügen und Unehrlichkeit in einer ziemlich langen Phase auf."

Der wegen Banken- und Steuerbetrugs angeklagte Ex-Wahlkampfleiter von US-Präsident Donald Trump, Paul Manafort, ist schuldig gesprochen worden. Es geht im wesentlichen um Steuerhinterziehung. Allerdings gelangte die zuständige Jury nur in acht der insgesamt 18 Anklagepunkte zu dieser Auffassung. In den anderen zehn Punkten konnte sie sich auch nach mehrtägiger Beratung nicht einigen. Die meisten Vorwürfe gegen Manafort fallen in eine Zeit vor dessen fünfmonatiger Tätigkeit für Trumps Wahlkampf. Der Prozess geht auf die Untersuchung des Sonderermittlers Robert Mueller zurück, er steht damit aber nicht in direktem Zusammenhang.


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