Politik

Kampfjet verschwunden: Russland droht Israel mit Vergeltung

Lesezeit: 2 min
18.09.2018 11:20
Russland gibt an, die syrische Luftabwehr habe ein russisches Flugzeug abgeschossen, weil es von israelischen Kampfjets als Deckung verwendet worden sein soll.
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Das russische Verteidigungsministerium hat eine Warnung an Israel herausgegeben: Darin beschuldigen die Russen die Israelis, für den Abschuss einer russischen Transportmaschine verantwortlich zu sein, die angeblich über Syrien verschwunden ist. Die Erklärung der Russen: Die syrische Luftabwehr habe die russische Maschine abgeschossen, nachdem israelische Kampfjets die Iljuschin-20 als Deckung vor der syrischen Luftabwehr verwendet hätten.

Die Behauptung ist unabhängig nicht zu überprüfen.

Das russische Militär hat laut TASS den Ort identifiziert, an dem die Maschine in das Mittelmeer gestürzt sein soll, teilte das russische Verteidigungsministerium den Medien am Dienstag mit. An der Suche sind demnach acht Schiffe und Boote von der russischen Marine beteiligt. Die Absturzstelle soll 27 Kilometer westlich von Baniyas in der Provinz Latakia liegen. Russische Schiffe hätten Körperteile, persönliche Gegenstände und die Trümmer des Flugzeugs aufgenommen.

Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu protestierte laut AFP in einem Telefonat mit seinem israelischen Kollegen Avigdor Liberman gegen den Vorfall. "Die volle Verantwortung für den Abschuss des russischen Flugzeugs und den Tod der Besatzung liegt auf der israelischen Seite", sagte Schoigu nach Angaben seines Ministeriums in dem Gespräch. Das Büro von Liberman bestätigte das Gespräch, wollte sich zu dem Inhalt jedoch nicht äußern.

Das russische Außenministerium hat laut Times of Israel den israelischen Botschafter in Moskau einbestellt.

Das russische Verteidigungsministerium schreibt in einer Erklärung: "Wir betrachten diese provokativen Aktionen Israels als feindselig. Fünfzehn russische Militärangehörige sind wegen der unverantwortlichen Aktionen des israelischen Militärs gestorben. Das widerspricht absolut dem Geist der russisch-israelischen Partnerschaft.Wir behalten uns das Recht auf eine angemessene Antwort vor."

Die TASS berichtet über den Vorfall: Russlands Militärflugzeug Iljuschin-20 sei von der syrischen Luftverteidigung über dem Mittelmeer abgeschossen worden, weil die israelischen F-16-Kämpfer es als Deckung genutzt hätten, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Dienstag vor Medien. Konaschenkow: "Indem sie das russische Flugzeug als Deckung nutzten, machten die israelischen Luftpiloten es anfällig für syrisches Luftverteidigungsfeuer. Als Ergebnis wurde der Ilyushin-20, dessen reflektierende Oberfläche weit größer als der von F-16 ist, von einer Rakete mit dem S-200-System abgeschossen."

Konaschenkow sagte, vier F-16 der israelischen Luftwaffe hätten einen Angriff gegen syrische Einrichtungen in der Gegend von Latakia um etwa 22:00 Uhr am 17. September geflogen. Die Jets hätten sich dem Ziel vom Mittelmeer in geringer Höhe genähert. Die israelischen Flugzeuge hätten bewusst eine gefährliche Situation für Überwasserschiffe und Flugzeuge in diesem Gebiet geschaffen, erklärte Konaschenkow: "Der Bombenangriff war in der Nähe der französischen Fregatte Auvergne und in unmittelbarer Nähe der Ilyushin-20-Ebene der russischen Luftwaffe, die gerade landen sollte", sagte Konaschenkow.

Er wies darauf hin, dass israelische Kommandozentralen und F-16-Piloten "das russische Flugzeug, das sich aus fünf Kilometern Höhe der Landebahn näherte", nicht übersehen konnten. "Trotzdem haben sie diese Provokation bewusst inszeniert", sagte er. Laut Konaschenkow hatte Israel dem Befehl der russischen Militärgruppe in Syrien keine Warnung vor der bevorstehenden Operation erteilt. "Eine Hotline-Warnung wurde weniger als eine Minute vor dem Streik empfangen, was der Luftwaffe keine Chance ließ, das russische Flugzeug in Sicherheit zu bringen", fügte er hinzu.

Ob diese Schilderung den Tatsachen entspricht, ist unabhängig nicht zu überprüfen. Ob Russland seinen Vorwurf an Frankreich, dass von der Fregatte Auvergne aus Raketen abgefeuert wurden, aufrechterhält, ist unklar. Das russische Verteidigungsministerium hatte diesen Vorwurf in der Nacht zum Dienstag erhoben.

Aus Israel liegen zu dem Vorwurf noch keine offiziellen Stellungnahmen vor. Haaretz berichtet, dass das israelische Verteidigungsministerium mitgeteilt habe, auf "ausländische Berichte" nicht zu reagieren.

Die US-Regierung hatte schon kurz vor den Russen mitgeteilt, dass die syrische Luftabwehr die Maschine abgeschossen haben sollte. CNN zitierte einen anonymen "US-Offiziellen". Bereits in der Nacht und damit relativ zeitnah zu dem Vorfall hatte ein Twitter-Account diese These verbreitet, allerdings ohne Quellenangabe:

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