Finanzen

IWF stockt Not-Kredite für Argentinien deutlich auf

Lesezeit: 1 min
27.09.2018 13:39
Der Internationale Währungsfonds hat die Kredite für Argentinien überraschend um 7 Milliarden Dollar aufgestockt.
IWF stockt Not-Kredite für Argentinien deutlich auf

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Der Internationale Währungsfonds (IWF) greift dem krisengeschüttelten Argentinien stärker mit neuen Schulden unter die Arme. Der IWF stockt sein Kreditprogramm um rund 7 Milliarden Dollar auf 57 Milliarden Dollar auf und zahlt einen Teil der bereits zugesagten Finanzhilfen früher aus, wie IWF-Chefin Christine Lagarde und der argentinische Wirtschaftsminister Nicolás Dujovne am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in New York bekanntgaben.

Bis Ende kommenden Jahres werde der Fonds 19 Milliarden Dollar mehr auszahlen als bislang geplant, sagte Dujovne. Die Regierung in Buenos Aires verpflichte sich im Gegenzug, außer bei extremen Umständen, auf Interventionen am Devisenmarkt zu verzichten. Anleger reagierten erleichtert: die Landeswährung zog zum Dollar leicht an, der Aktienindex in Buenos Aires legte am Mittwoch um zwei Prozent zu.

Argentiniens Präsident Mauricio Macri hatte den IWF um Unterstützung gebeten und sich im Gegenzug zu härteren Einsparungen verpflichtet. Die Regierung in Buenos Aires steht unter Druck, da die Landeswährung seit Jahresbeginn etwa die Hälfte ihres Wertes verloren hat. Zudem steuert das südamerikanische Land nur zwei Jahre nach der Rückkehr in die Wachstumszone wieder auf eine Rezession zu, bei einer Inflation von rund 30 Prozent.

Der neue Zentralbank-Chef, Guido Sandleris, kündigte die Einführung einer Handelsspanne für den argentinischen Peso zum Dollar von 34 bis 44 Peso an. Zuletzt kostete ein Dollar 38 Peso. Interventionen werde es nur geben, wenn der Wechselkurs außerhalb der Zielspanne sein sollte, sagte Sandleris. Argentinien brauche in diesen Zeiten schlicht Stabilität. "Unsere Verankerung wird eine sehr strikte Kontrolle der Geldmenge sein, die in die Wirtschaft gegeben wird." Die Zentralbanker haben bereits rund 16 Milliarden ihrer Dollar-Reserven in diesem Jahr im Kampf gegen die Abwertung des Peso ausgegeben, ein großer Teil davon stammt aus den bereits geleisteten Finanzspitzen des IWF. Die Leitzinsen hoben die Währungshüter bereits auf 60 Prozent an.

Ein weiterer Hintergrund für die Schwäche von Schwellenländer-Währungen ist auch die zunehmende Attraktivität des Dollar. Anleger ziehen ihre Gelder aus aufstrebenden Staaten ab und investieren lieber in US-Vermögenswerte, weil in den Vereinigten Staaten die Zinsen steigen und massiv Steuern gesenkt wurden.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
DWN
Politik
Politik DWN-SPEZIAL - Bericht: US-Armee führte Razzia bei CIA in Frankfurt wegen „US-Wahlmanipulation“ durch

Thomas McInerney, US-amerikanischer Drei-Sterne-General a.D., sagt, dass US-Spezialeinheiten eine Razzia in einer CIA-Einrichtung in...

DWN
Politik
Politik China ist überlegen - Europa und die USA müssen dies endlich anerkennen

Der deutsche Ökonom Daniel Gros stellt eine provokante These auf: Chinas Aufstieg hat kaum etwas damit zu tun, dass der Staat die...

DWN
Politik
Politik Festnahmen und Polizeigewalt nach Protesten gegen Sicherheitsgesetz in Frankreich

Bei den massiven Demonstrationen gegen ein umstrittenes Sicherheitsgesetz und Polizeigewalt in Frankreich sind Dutzende Protestierende...

DWN
Politik
Politik Urteil: Merkel muss Auskünfte zu Geheimgesprächen mit Journalisten erteilen

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden, dass Angela Merkel Auskünfte über Geheimgespräche zwischen dem Kanzleramt und...

DWN
Finanzen
Finanzen So erfüllt sich Ihr Traum vom Eigenheim

Das Eigenheim als Altersvorsorge? Viele Deutsche träumen davon. Doch nur wenige besitzen hierzulande tatsächlich die Immobilie, die sie...

DWN
Finanzen
Finanzen Finanzpolitik der USA versinkt im Chaos: Jeder gegen jeden, alle wollen die Macht

DWN-Kolumnist Michael Bernegger analysiert, wie die größte Volkswirtschaft der Welt durch einem finanzpolitischen Machtkampf gelähmt...

DWN
Politik
Politik Über den Umweg EU-Erweiterung: Will sich die Nato noch weiter ausdehnen?

DWN-Kolumnist Ronald Barazon analysiert die Bestrebungen, zwei weitere Länder in die EU aufzunehmen.

DWN
Politik
Politik Vor Corona: EU erarbeitete Aktionsplan zur umfassenden Impfung der Bevölkerung

Die EU-Kommission hatte zwei Jahre vor der Corona-Pandemie eine „Roadmap zur Impfung“ für die öffentliche Gesundheit ausgearbeitet....

DWN
Politik
Politik „Nachhaltige“ Finanzierung und grüne Planwirtschaft: Hinter dem Great Reset stecken Sozialisten im Schafspelz

In nicht allzu ferner Zukunft dürfen Anleger vermutlich nur noch Wertpapiere „nachhaltiger“ Unternehmen kaufen. Die Big Player...

DWN
Technologie
Technologie Autonomes Fahren verringert Zahl der Unfälle um 90 Prozent

Die Zahl der Toten und Verletzen sowie der wirtschaftliche Schaden würden massiv zurückgehen.

DWN
Politik
Politik Demonstranten zünden Frankreichs Zentralbank an

Im Verlauf der regierungskritischen Massenproteste in Frankreich haben Demonstranten in Paris das Gebäude der französischen Zentralbank...

DWN
Deutschland
Deutschland Radio Russkij Berlin: "Wir senden für die größte Migrantengruppe in Deutschland"

"Radio Russkij Berlin" geht für die russischsprachigen Migranten in Deutschland, die mittlerweile eine lukrative Kundengruppe bilden, auf...

DWN
Technologie
Technologie Durchbruch bei menschlicher Kopf-Transplantation liegt in greifbarer Nähe

In den kommenden Jahren könnte Neurologen und Robotik-Experten zufolge die erste menschliche Kopftransplantation stattfinden. Doch an...