Finanzen

Deutliche Kursverluste am deutschen Aktienmarkt

Lesezeit: 1 min
28.09.2018 14:44
Der deutsche Aktienmarkt verzeichnet deutliche Verluste.
Deutliche Kursverluste am deutschen Aktienmarkt

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Am deutschen Aktienmarkt gab es am Freitag deutliche Verluste. Der Leitindex Dax fiel am Nachmittag um knapp zwei Prozent auf 12 195,63 Punkte. Für die zu Ende gehende Woche zeichnet sich für den Dax ein Verlust von 1,7 Prozent ab. Etwas geringer fällt das Minus im Börsenmonat September sowie im dritten Quartal aus. Der MDax der mittelgroßen Börsentitel verlor am Freitag ein knappes Prozent auf 25 904,48 Zähler. Der EuroStoxx 50 gab ähnlich stark nach wie der Dax.

Begründet wird die Entwicklung von den meisten Beobachtern mit Sorgen über die Haushaltslage in Italien.

Italiens Regierung hat mit ihren Schuldenplänen die Aktienbörsen am letzten Handelstag der Woche auf Talfahrt geschickt. Sie zurrte eine Finanzplanung fest, die ein Haushaltsdefizit für die kommenden drei Jahre von 2,4 Prozent vorsieht. An der Mailänder Börse brachen daraufhin Aktien und Staatsanleihen ein.

Die Regierungsparteien Lega und Fünf Sterne setzen damit auf eine höhere Neuverschuldung als zunächst vom parteilosen Finanzminister Giovanni Tria vorgesehen. Dieser wollte die Neuverschuldung auf 1,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts begrenzen.

Mit dem Schritt lasse es die Regierung nun offenbar auf einen Konflikt mit der EU ankommen, sagte Uwe Burkert von der Landesbank Baden-Württemberg. Diese fordert von dem Land schon seit langem, die Verschuldung zu senken.

Unter Druck gerieten angesichts der Nachrichten aus Italien erneut die Papiere von Banken. Aktien der Deutschen Bank büßten am Dax-Ende 3,8 Prozent ein. Anteile der Commerzbank verloren 5,7 Prozent, womit sie Schlusslicht im MDax waren. Sie folgten damit den noch deutlich höheren Verlusten italienischer Bankentitel in Mailand.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,33 Prozent am Donnerstag auf 0,31 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,15 Prozent auf 140,34 Punkte, Anleger suchten angesichts der Lage in Italien Zuflucht in sicheren Papieren. Der Bund-Future stieg um 0,35 Prozent auf 159,04 Punkte. Der Euro litt dagegen erneut unter dem italienischen Defizitbeschluss und notierte zuletzt mit 1,1578 US-Dollar. Am Donnerstagnachmittag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,1707 US-Dollar festgesetzt.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
DWN
Politik
Politik China ist überlegen - Europa und die USA müssen dies endlich anerkennen

Der deutsche Ökonom Daniel Gros stellt eine provokante These auf: Chinas Aufstieg hat kaum etwas damit zu tun, dass der Staat die...

DWN
Finanzen
Finanzen Finanzpolitik der USA versinkt im Chaos: Jeder gegen jeden, alle wollen die Macht

DWN-Kolumnist Michael Bernegger analysiert, wie die größte Volkswirtschaft der Welt durch einem finanzpolitischen Machtkampf gelähmt...

DWN
Politik
Politik Über den Umweg EU-Erweiterung: Will sich die Nato noch weiter ausdehnen?

DWN-Kolumnist Ronald Barazon analysiert die Bestrebungen, zwei weitere Länder in die EU aufzunehmen.

DWN
Finanzen
Finanzen So erfüllt sich Ihr Traum vom Eigenheim

Das Eigenheim als Altersvorsorge? Viele Deutsche träumen davon. Doch nur wenige besitzen hierzulande tatsächlich die Immobilie, die sie...

DWN
Technologie
Technologie Autonomes Fahren verringert Zahl der Unfälle um 90 Prozent

Die Zahl der Toten und Verletzen sowie der wirtschaftliche Schaden würden massiv zurückgehen.

DWN
Politik
Politik Vor Corona: EU erarbeitete Aktionsplan zur umfassenden Impfung der Bevölkerung

Die EU-Kommission hatte zwei Jahre vor der Corona-Pandemie eine „Roadmap zur Impfung“ für die öffentliche Gesundheit ausgearbeitet....

DWN
Politik
Politik Demonstranten zünden Frankreichs Zentralbank an

Im Verlauf der regierungskritischen Massenproteste in Frankreich haben Demonstranten in Paris das Gebäude der französischen Zentralbank...

DWN
Politik
Politik „Nachhaltige“ Finanzierung und grüne Planwirtschaft: Hinter dem Great Reset stecken Sozialisten im Schafspelz

In nicht allzu ferner Zukunft dürfen Anleger vermutlich nur noch Wertpapiere „nachhaltiger“ Unternehmen kaufen. Die Big Player...

DWN
Technologie
Technologie Durchbruch bei menschlicher Kopf-Transplantation liegt in greifbarer Nähe

In den kommenden Jahren könnte Neurologen und Robotik-Experten zufolge die erste menschliche Kopftransplantation stattfinden. Doch an...

DWN
Deutschland
Deutschland Radio Russkij Berlin: "Wir senden für die größte Migrantengruppe in Deutschland"

"Radio Russkij Berlin" geht für die russischsprachigen Migranten in Deutschland, die mittlerweile eine lukrative Kundengruppe bilden, auf...

DWN
Panorama
Panorama Der Weltraum - Experimentierfeld der Großmächte für Kooperation und Frieden

Während auf der Erde der Gegensatz zwischen Sowjetunion und USA die Menschheit in Atem hielt, arbeiteten beide Seiten im Weltraum schon...

DWN
Politik
Politik Japans Dilemma: Heikler Balanceakt zwischen zwei Supermächten

In der siebten Folge der großen geopolitischen DWN-Serie analysiert Moritz Enders, welch schwierigen Spagat der Inselstaat Japan...

DWN
Deutschland
Deutschland Der ständige Vorwurf der „Verschwörungstheorie“ treibt die Deutschen zur Weißglut

Der inflationär erhobene Vorwurf der „Verschwörungstheorie“ gegen die Bürger ist hochgefährlich. Die Urheber dieser Kritik bewirken...