Bundesbank sieht gestiegene Risiken für das Finanzsystem

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 1 min
15.12.2018 18:38
Im deutschen Finanzsystem bauen sich Spannungen auf.
Bundesbank sieht gestiegene Risiken für das Finanzsystem

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die deutschen Stabilitätswächter sehen zunehmend Risiken für das Finanzsystem. Trotz des langen konjunkturellen Aufschwungs hätten sich "Verwundbarkeiten im deutschen Finanzsystem aufgebaut", sagte Bundesbank-Vizepräsidentin Claudia Buch am Freitag nach einer Sitzung des Ausschusses für Finanzstabilität in Berlin. Dazu gehöre auch die Gefahr eines weiter andauernden Niedrigzinsniveaus. In dem Gremium sitzen Vertreter von Bundesbank, Finanzministerium und der Finanzaufsicht Bafin.

EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny hat sich dafür ausgesprochen, die Strafzinsen für Banken rasch abzuschaffen. Seine persönliche Meinung sei, dass diese "so früh als eben volkswirtschaftlich möglich ist" wieder überdacht werden sollten, sagte Österreichs Notenbank-Chef am Freitag auf einer Veranstaltung in Wien. "Das ist auch eine Besonderheit der EZB. Die USA hatten nie einen negativen Zinssatz." Diese Diskussion werde sicherlich weitergeführt werden zu einem geeinigten Zeitpunkt. "Jetzt sicherlich nicht", fügte er hinzu.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte auf ihrer Ratssitzung am Donnerstag unter anderem beschlossen, ihren sogenannten Einlagensatz bei minus 0,4 Prozent zu belassen. Auf diesem Niveau liegt er bereits seit März 2016. Wenn Geldhäuser über Nacht bei der Notenbank überschüssige Gelder parken, müssen sie somit weiterhin dafür Strafzinsen zahlen. Banken fordern schon seit längerem, die Negativzinsen zu beenden. Denn dies belastet ihre Ertragslage, die bei vielen Instituten in Europa im Vergleich zu Banken in den USA eher schwach ist.

Im Finanzstabilitätsbericht der Bundesbank hieß es jüngst bereits, die Preise für Wohnimmobilien in den deutschen Städten seien zwischen 15 und 30 Prozent überbewertet. Zwar gebe es derzeit keine Notwendigkeit, Instrumente zur Eindämmung von Gefahren für die Finanzstabilität einzusetzen. Die Bundesbank beobachte diesen Markt aber sehr genau. Finanzstaatssekretär Jörg Kukies sagte zum Thema Immobilien: "Wir sehen keine akuten Anzeichen für Stabilitätsrisiken."

 


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Europas Krankenhäuser am Limit: Jetzt rächen sich Jahrzehnte des neoliberalen Abbaus

In ganz Europa stoßen die Gesundheitssysteme an ihre Belastungsgrenzen. Jahrelang wurde eisern gespart, um den Profit zu erhöhen – was...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Dienstag: Die Entwicklungen zum Coronavirus im Live-Ticker

Es folgen die Entwicklungen vom Dienstag, den 7. April, im Live-Ticker. Das Coronavirus ist noch immer weltweit das bestimmende Thema.

DWN
Politik
Politik Weltordnung nach Corona: Erdogan kündigt Ende der Globalisierung an

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat am Montag die Gründung einer neuen Weltordnung angekündigt. Das Zeitalter des...

DWN
Finanzen
Finanzen Hilfe für Italien: Euro-Bonds spalten die Eurozone

Am Dienstag beraten die Euro-Finanzminister, wie Italien in der aktuellen Krise geholfen werden soll. Im Streit um Euro-Bonds droht ein...

DWN
Finanzen
Finanzen Dunkelziffern im Steuerparadies: Der Westen hat viel mehr Geld in Schwellenländern im Feuer, als bekannt ist

Finanz-Aufsichtsbehörden auf der ganzen Welt kalkulieren mit falschem Risiko, weil sie mit mangelhaften Daten zu den weltweiten...

DWN
Deutschland
Deutschland Robert-Koch-Institut nutzt Fitness-Apps zum Tracken des Virus

Mithilfe von Fitness-Armbändern und Smartwatches will das Institut umfangreiche Daten über das Virus sammeln. Eine entsprechende App ist...

DWN
Technologie
Technologie Schnellladestationen zerstören Teslas Auto-Batterien schon nach 25 Ladevorgängen

Beim Einsatz von heute üblichen Schnellladestationen geht die Ladekapazität der Batterien stärker verloren, als bisher angenommen.

DWN
Politik
Politik Schutzmasken-Affäre: Berlins Innensenator bezichtigt US-Botschaft der Lüge

Berlins Innensenator Andreas Geisel meint, die US-Regierung hätte eine bestellte Lieferung von 200.000 Schutzmasken in die USA umgeleitet....

DWN
Politik
Politik Damit Ölpreis wieder steigt: Saudi-Arabien und Russland hoffen auf Spannungen zwischen Iran und USA

Eine Erholung der Ölpreise ist möglich, wenn die Spannungen zwischen den USA und dem Iran zunehmen. Daran müssten vor allem Russland und...

DWN
Deutschland
Deutschland Lebensmittel-Lieferketten brechen: Erste Länder geraten in Bedrängnis, Preise steigen

Die ersten wichtigen Produzenten für Grundnahrungsmittel wie Weizen und Reis haben den Export eingeschränkt. Obwohl auf der Welt...

DWN
Finanzen
Finanzen Ausländische Zentralbanken verkaufen US-Staatsanleihen wie nie zuvor

Im März haben ausländische Zentralbanken so viel US-Staatsanleihen verkauft wie niemals zuvor. Doch auch die Gegenmaßnahmen der Federal...

DWN
Finanzen
Finanzen Eines der besten Quartale seit der Finanzkrise 2008 bei Grundstücks-Auktionen

Das Augsburger Investmenthaus GBC AG hat angesichts der Frühjahrsauktionen 2020 ein Interview Michael Plettner, Vorstandsvorsitzender der...

DWN
Politik
Politik Kriegsschiff rammt gezielt deutschen Kreuzer und sinkt am Ende selbst

Ein venezolanisches Kriegsschiff hat ein deutsches Kreuzfahrtschiff gezielt gerammt, um es wegzudrängen. Der deutsche Kreuzer wurde nicht...

DWN
Deutschland
Deutschland Wir sollten Bürger sein und keine Untertanen: Eine Replik auf Hauke Rudolph

Vor einigen Tagen hat Hauke Rudolph einen Kommentar mit dem Titel „Deutschland – ein Nachtwächterstaat" veröffentlicht. In diesem...

celtra_fin_Interscroller