Politik

TurkStream: Ukraine rechnet mit hohen Ausfällen bei Transitgebühren

Lesezeit: 1 min
26.12.2018 19:53
Das Pipelineprojekt TurkStream wird den Gastransit durch die Ukraine um etwa 13 Milliarden Kubikmeter verringern. Es werden Einbußen in Höhe von etwa 500 Millionen Dollar erwartet.
TurkStream: Ukraine rechnet mit hohen Ausfällen bei Transitgebühren

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Der Chef des ukrainischen Rates für Gasindustrie und Erdgasmarkt, Leonid Unigowski, sagte dem TV-Sender 24. Kanal, dass der Bau der türkisch-russischen Pipeline TurkStream den Erdgastransport durch die Ukraine drastisch senken werde. Er rechnet nach der Inbetriebnahme von TurkStream mit einer Verringerung des Erdgastransports um etwa zwölf bis 13 Milliarden Kubikmeter pro Jahr. Dies würde zu jährlichen Einnahmeeinbußen zwischen 400 bis 500 Millionen US-Dollar führen.

Unigowski zufolge müsse die Ukraine alle Anstrengungen unternehmen, um den Bau des zweiten Strangs von TurkStream zu verhindern. Er schlägt vor, ausländische Partner - insbesondere europäische Betreiber von Gastransportsystemen - für die Verwaltung des ukrainischen Gastransportsystems zu gewinnen. Dadurch könne politischer Druck auf Gazprom ausgeübt werden, um den Transit durch die Ukraine in hohen Mengen zu sichern. Derzeit werden jährlich 70 bis 90 Prozent russisches Erdgas über die Ukraine in den europäischen Markt transportiert.

Der zweite Strang von TurkStream soll eine Kapazität von 15,75 Milliarden Kubikmeter pro Jahr haben. Der Großteil dieses Erdgases soll nach Italien transportiert werden. Deshalb schlägt Unigowski vor, insbesondere italienische Betreiber für die Verwaltung des ukrainischen Gastransportsystems zu gewinnen. Dadurch könnte dann Italien eine Priorität setzen, wonach das Land Erdgas über die Ukraine bevorzugt.

Nach Informationen des Blatts Daily Sabah wird derzeit 40 Prozent des Erdgases für Europa über die Ukraine transportiert. Russland will die Ukraine mit den Pipelineprojekten Nord Stream 2 und TurkStream umgehen.

Aus einer gemeinsamen Erklärung der US-Regierung und der ukrainischen Regierung vom 16. November 2018 geht hervor, dass beide Staaten nicht nur gegen das Projekt Nord Stream, sondern auch gegen Turkish Stream (TurkStream) sind: "Die USA und die Ukraine betonten insbesondere die Bedeutung einer fortgesetzten Koordinierung, um die geplanten russischen Pipelines zu stoppen, die die wirtschaftliche und strategische Stabilität der Ukraine beeinträchtigen würden, wie etwa Nord Stream 2 und Turkish Stream."

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