Finanzen

Deutsche Aktien: Minus 14 Prozent in drei Monaten

Lesezeit: 1 min
21.12.2018 12:07
Der deutsche Aktienmarkt befindet sich auf Jahressicht im Bärenmarkt. Der Ausblick auf kommendes Jahr ist negativ.
Deutsche Aktien: Minus 14 Prozent in drei Monaten

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Sorgen um die US-Konjunktur und die Aussicht auf weitere Zinserhöhungen in der weltgrößten Volkswirtschaft machten die Investoren am deutschen Aktienmarkt am Freitag unruhig. Der Dax verlor 0,9 Prozent auf 10.520 Zähler, der EuroStoxx50 gab 1,3 Prozent nach. "Wir nähern uns dem Jahresende, und es ist sehr unwahrscheinlich, dass eine verspätete Weihnachtsrally das Quartal noch retten kann", sagte Craig Erlam, Marktanalyst beim Handelshaus Oanda der Nachrichtenagentur Reuters. Allein in den vergangenen drei Monaten verlor der Dax fast 14 Prozent, auf Jahressicht kommt er auf einen Abschlag von rund 19 Prozent. Beobachter sprechen ab Verlusten von 20 Prozent von einem „Bärenmarkt“, also einer anhaltenden Negativphase.

Auch für das neue Börsenjahr sind viele Experten eher skeptisch: "Die Wirtschaft schwächelt, die Zinsen steigen – von einem attraktiven Szenario für Aktien, von dem alle noch vor einem Jahr sprachen, sind wir aktuell meilenweit entfernt", sagte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst beim Handelshaus CMC Markets.

In einer Welt mit den historisch höchsten jemals gemessenen Schuldenständen bewirken die Leitzinserhöhungen der Federal Reserve eine massive Verteuerung der Zinskosten in verschiedenen Wertpapiermärkten, welche von den Schuldnern ab einem gewissen Grad nicht mehr getragen werden kann.

Inzwischen weisen praktisch alle wichtigen Aktienmärkte auf der Welt beträchtliche Verluste seit Jahresanfang auf, wie aus Daten von Tradingeconomics hervorgeht.

Zuletzt hatte vor allem der Zinsausblick der US-Notenbank den Börsen weltweit einen Dämpfer verpasst. Die Fed hatte am Mittwoch durchblicken lassen, 2019 nur noch mit zwei statt der bislang anvisierten drei weiteren Zinserhöhungen zu rechnen. Experten sorgen sich aber, dass selbst das zu viel sein könnte angesichts eines möglichen weiteren US-Wirtschaftsabschwungs. An der Wall Street ging es seitdem deutlich bergab, und auch in Asien machten die Anleger um Aktien einen großen Bogen.

Unter den Einzelwerten sorgte der Hexensabbat für ordentlich Bewegung. Im Tagesverlauf verfallen Optionen und Futures auf Aktienindizes sowie Optionen auf einzelne Aktien. Investoren versuchen an solchen Tagen, die Preise derjenigen Wertpapiere, auf die sie Derivate halten, in eine für sie günstige Richtung zu bewegen. Im Dax hielten sich die Aktien der Deutschen Lufthansa mit einem Plus von 1,9 Prozent an der Spitze. Auf der Verliererseite hatten Fresenius Medical Care das Nachsehen und gaben 3,3 Prozent ab.


Mehr zum Thema:  

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bertelsmann-Studie: Wie nachhaltig sind deutsche Unternehmen?
25.05.2024

Die Transformation deutscher Unternehmen befindet sich an einem entscheidenden Wendepunkt, der von der zunehmenden Digitalisierung, dem...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Nach den Protesten im Winter: Bauern wieder in schwieriger Geschäftslage
25.05.2024

Die finanzielle Situation vieler Höfe hatte sich zuletzt deutlich stabilisiert. Ist diese Phase für die Landwirtschaft nun schon wieder...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Lieferdienst Getir ist vom Markt: Wie es bei den Lebensmittel-Lieferanten weitergeht
25.05.2024

Der Weg zum nächsten Supermarkt ist in Deutschland meist kurz. Trotzdem bestellen viele Menschen Brot, Käse, Obst und Gemüse längst...

DWN
Politik
Politik Die größte Demokratie der Welt wählt: Indiens verstärkt despotische Aussichten
25.05.2024

Einige Monate vor dem Beginn der indischen Parlamentswahlen am 19. April (die Wahlen dauern noch bis 1. Juni an) machte der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Deutscher Teeverband sorgt sich um Kleinbauern
25.05.2024

Der Deutsche Teeverband bangt wegen des neuen Liefergesetzes der EU um die Kleinbauern als Zulieferer. Eine Sorge, die die...

DWN
Technologie
Technologie China dominiert grüne Technologien – und wird zum Big Player der Erdölindustrie
25.05.2024

Chinas Exporte von Batterien, Elektroautos und Solarmodulen sind im vergangenen Jahr auf ein Rekordniveau gestiegen, womit das Land seine...

DWN
Politik
Politik Russische Taktiken und die europäische Sicherheitslandschaft: Norwegen im Fokus
25.05.2024

Tor Ivar Strømmen gilt als einer der angesehensten Militärwissenschaftler Norwegens. Kurz nach der Entdeckung der Lecks in der Nord...

DWN
Finanzen
Finanzen Fußball-EM 2024: Gemeinsam gucken und Steuer sparen - für Teamgeist und Motivation
25.05.2024

Sie wollen in der Firma den Teamgeist stärken und eine größere Identifikation der Mitarbeitenden mit dem Unternehmen schaffen? Laden...