Dax steht vor schwerem Börsenjahr 2019

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
Börse  
 
Lesezeit: 2 min
31.12.2018 17:14
Der deutsche Aktienindex steht Beobachtern zufolge vor einem schweren Jahr.
Dax steht vor schwerem Börsenjahr 2019

Mehr zum Thema:  
Börse >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Börse  

Nach einem miesem Börsenjahr droht Anlegern 2019 weiteres Ungemach. Experten gehen davon aus, dass die Kursschwankungen im Dax noch zunehmen werden. "Die Wolken am Horizont sind real und es gibt viel Raum für unangenehme Überraschungen", warnt Christopher Smart, Chefvolkswirt des Finanzdienstleisters Barings. Glaubt man den Prognosen einiger Analysten, könnte der arg ins Straucheln gekommene Dax immerhin zeitweise wieder die Marke von 13.000 Punkten ins Visier nehmen - jedoch lagen die meisten Experten mit ihren Vorhersagen für 2018 ziemlich daneben. Das zu Ende gehende Jahr wird der deutsche Leitindex wohl zum ersten Mal seit sieben Jahren mit Verlusten beenden. Auf Jahressicht liegt er bereits mehr als 16 Prozent im Minus. 2017 hatte er noch 12,5 Prozent gewonnen.

"Vor allem mit der Abschwächung der US-Konjunktur ab Mitte 2019 wird sich das Umfeld für Aktien stärker eintrüben", sagt Börsenexperte Manfred Bucher von der BayernLB voraus. Insbesondere der Dax, dessen exportorientierte Firmen stark von der Entwicklung der Gesamtwirtschaft abhängen, werde erneut unter Druck kommen. Bucher rechnet damit, dass der Leitindex in den ersten Monaten noch zu einer Erholungsrally ansetzt und bis zur Jahresmitte wieder auf 12.500 Punkte steigt - von derzeit rund 10.700 Zählern. Anleger müssten sich aber auf ein viel stärkeres Auf und Ab einstellen. "Für die Schwankungsbreite des Dax erscheint uns 2019 eine Spanne von 9800 bis 13.000 Punkten als realistisch."

Auch der Chefvolkswirt der Landesbank LBBW, Uwe Burkert, ist wenig optimistisch: "Zur Jahresmitte dürfte die Großwetterlage an den Finanzmärkten drehen, weil sich die ersten Anleger auf den Abschwung vorbereiten." Die LBBW rechnet damit, dass der Dax bis Mitte des Jahres auf rund 13.000 Punkte klettert - dann aber kehrt macht, weil er von der Wall Street in Mitleidenschaft gezogen werden dürfte. Vor allem bei US-Aktien, die vergleichsweise hoch bewertet seien, sei das Korrekturpotenzial groß.

Der US-Standardwerte-Index Dow Jones und der breiter gefasste S&P 500 verloren in den vergangenen Tagen stark an Wert, stehen aber auf Jahressicht immer noch besser da als der Dax und sein europäisches Pendant EuroStoxx50. Die US-Unternehmen profitieren von einer brummenden Wirtschaft und den von Präsident Donald Trump angestoßenen Steuersenkungen. Die Konjunktur in den USA werde sich 2019 zwar abschwächen, sagt Postbank-Chefvolkswirt Mario Bargel. Das Bruttoinlandsprodukt werde aber wohl trotzdem noch um 2,8 Prozent zulegen - viel für europäische Verhältnisse.

Für Deutschland und Europa seien die konjunkturellen Aussichten dagegen "ungewöhnlich unsicher", fügt Bargel hinzu. Risiken drohten vor allem von Seiten des Handelskonflikts der USA mit China und Europa, dem näher rückenden Brexit sowie einer Verschärfung des Streits zwischen Italien und der Europäischen Union über die Haushaltspläne des hoch verschuldeten Landes. "Die aktuellen Krisenthemen werden die Anleger noch länger in Atem halten", erläutert Deutsche-Bank-Volkswirt Stefan Schneider. "Eine Lösung wird es in den nächsten sechs bis zwölf Monaten eher nicht geben." Sollte es bei diesen Themen keine weitere Eskalation geben, habe der Dax das Potenzial bis Ende 2019 wieder auf 12.300 Punkte zu steigen.

Im neuen Jahr sind für die Deutsche Bank europäische Aktien aus den Branchen Grundstoffe, Bauindustrie und Werkstoffe, Finanzdienstleistungen sowie Öl und Gas die Favoriten. Die Experten der BayernLB empfehlen Papiere aus defensiven Branchen wie dem Gesundheitssektor, den Energieversorgern sowie dem Telekommunikationsbereich.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  
Börse >

DWN
Unternehmen
Unternehmen Elektromobilität: In jedem Wandel stecken Chancen

Emissionen verringern, Kosten sparen und Imagegewinne erzielen – die Gründe für Unternehmen, in der Flotte auf Fahrzeuge mit...

DWN
Finanzen
Finanzen Blackrock: Mastermind hinter der globalen Anti-Corona-Strategie

Im August 2019 stellte Blackrock eine Strategie vor, wie auf eine neue Krise zu reagieren sei. Rund ein Jahr später werden zahlreiche der...

DWN
Deutschland
Deutschland Aktuelle Studie: Große Mehrheit der Deutschen erwartet sinkenden Lebensstandard

Einer aktuellen Forsa-Umfrage zum Start des Forum New Economy in Berlin zufolge befürchtet eine deutliche Mehrheit der Deutschen, sozial...

DWN
Finanzen
Finanzen Lagarde öffnet einer höheren Inflation die Tür - auf Sparer kommen schwere Zeiten zu

Die Europäische Zentralbank folgt der Federal Reserve und kündigt eine Tolerierung höherer Inflationswerte an. Da die Geldentwertung...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Volkswagen: US-Aufpassern wird der rote Teppich ausgerollt, deutsche Prüfer werden ausgesperrt

Während ein vom US-Justizministerium eingesetzter Sonderkontrolleur in Wolfsburg mit seinem Team alles durchleuchtet, was er möchte,...

DWN
Politik
Politik US-Wahlkampf: Erstes TV-Duell zwischen Trump und Biden verläuft chaotisch, Märkte werden nervös

Der US-Präsident fällt seinem Herausforderer ständig ins Wort, Biden wiederum bezeichnet den Amtsinhaber als „Clown“, "Putins...

DWN
Politik
Politik Berlins rot-rot-grüne Sprachpolizei: Beamte sollen künftig „gendergerecht“ sprechen

Statt sich auf die drängenden Probleme der Hauptstadt wie das BER-Desaster oder die Wirtschaftskrise zu fokussieren, stellt Berlins linke...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Deutsche Glasindustrie kommt in der Krise mit blauem Auge davon, Corona-Produkt könnte Umsätze sogar explodieren lassen

Die Glashersteller verzeichneten zwar bis Ende Juni insgesamt Umsatzeinbußen, doch fallen die Rückgänge einigermaßen moderat aus. Die...

DWN
Marktbericht
Marktbericht Gewinnmitnahmen drücken Aktienmärkte ins Minus - heute Tag der Arbeitsmarkt-Daten

Nach dem kleinen Kursfeuerwerk, das es noch zum Wochenstart gegeben hat, haben sich die deutschen Handelsplätze nun wieder beruhigt. Der...

DWN
Politik
Politik Merkel lobt Demonstranten in Weißrussland in höchsten Tönen

Kanzlerin Merkel hat die oppositionellen Demonstranten in Weißrussland, die gegen die Regierung auf die Straßen gehen, gelobt. Eine...

DWN
Deutschland
Deutschland „Aale Dieter“ boykottiert Corona-Wahnsinn auf dem Hamburger Fischmarkt

Wegen des Coronavirus wird der Hamburger Fischmarkt bis zur Unkenntlichkeit verändert. Ein Urgestein boykottiert nun das Schauspiel.

DWN
Finanzen
Finanzen Insider: Neuer Richtungsstreit an der Spitze der EZB ausgebrochen

Im Führungsgremium der Europäischen Zentralbank sollen namentlich nicht bekannten Insidern zufolge neue Grabenkämpfe ausgebrochen sein.

DWN
Politik
Politik Demos in Weißrussland: Für die EU spielen Corona-Regeln plötzlich keine Rolle mehr

Die EU und Kanzlerin Merkel machen keinen Hehl aus ihrer Unterstützung für die Demos in Weißrussland. Doch die Massendemos verlaufen...

DWN
Politik
Politik „The Great Decline“: Es gibt Anzeichen für das Ende der USA als Weltmacht

Der frühere Bürochef von US-Außenminister Colin Powell sieht in der Militär-Struktur der USA Anzeichen dafür, dass das Land als...

DWN
Politik
Politik EU beginnt mit Entwicklung von Kampf-Drohnen – ohne die USA

Deutschland, Frankreich und zwei weitere EU-Staaten werden im aktuellen Jahr mit der Entwicklung von europäischen Kampf-Drohnen beginnen,...

celtra_fin_Interscroller