Finanzen

EU-Aufsichtsbehörden fordern Regulierung von Kryptowährungen

Lesezeit: 4 min
09.01.2019 22:03
Die EU-Finanzaufsichtsbehörden wollen den Kryptowährungen eine europaweit einheitliche Regulierung entgegensetzen.
EU-Aufsichtsbehörden fordern Regulierung von Kryptowährungen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

TOP-Meldung

EU-Aufseher fordern Regulierung von Kryptowährungen

Am Mittwoch mahnten EU-Regulierungsbehörden neue Vorschriften an, um die Verbraucher besser vor den Risiken der Kryptowährungen zu schützen, um gegen Geldwäsche vorzugehen und um zu verhindern, dass unterschiedliche nationale Vorschriften zu einem unfairen Wettbewerb.

Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) sagte in einem Bericht über Krypto-Assets, dass diese normalerweise nicht in den Geltungsbereich der EU-Finanzvorschriften fallen, was die Erstellung eines detaillierten Bildes erschwere.

Zwar haben die EU-Regulierungsbehörden Finanzinstitute identifiziert, die Krypto-Assets direkt besitzen, einen Markt für sie schaffen, Kredite gegen Kryptoassetsicherheiten vergeben und Krypto-Assets gegen Bargeld eintauschen. Sie haben aber nur wenige Daten zu diesen Aktivitäten.

Die Marktentwicklungen deuten auch auf die Notwendigkeit einer weiteren Überprüfung der EU-Rechtsvorschriften zur Bekämpfung der Geldwäsche hin, zitiert Reuters die EBA.

Es sollte ein breiter Ansatz verfolgt werden, einschließlich der Frage, wie das energieaufwendige Mining für den Klimawandel und die EU-Ziele zur nachhaltigen Entwicklung von Bedeutung ist.

Unabhängig davon sagte die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA), dass einige Krypto-Assets den Handelsregeln für EU-Wertpapiere unterliegen, die Aufsichtsbehörden jedoch bei ihrer Anwendung vor Herausforderungen stehen.

„Mittlerweile fallen eine Reihe von Krypto-Assets nicht unter die aktuellen regulatorischen Rahmenbedingungen. Dies stellt ein erhebliches Risiko für Anleger dar, die nur begrenzten oder keinen Schutz bei der Anlage in diese Krypto-Vermögenswerte haben“, sagte Steven Maijoor, Vorsitzender der ESMA. Es gebe keine rechtliche Definition für Krypto-Assets, und Regelungslücken ließen sich auf europäischer Ebene am besten beheben.

Die Empfehlungen der EBA und der ESMA sind ein weiterer Schritt in Richtung Regulierung des Krypto-Sektors in Europa, nachdem Versuche, einen globalen Konsens über Regeln zu finden, bisher nicht über die Beobachtung der Branche hinausgegangen sind.

Doch auch innerhalb der EU ist möglicherweise schwierig, einen Konsens zu finden. Zwar sind die meisten EU-Staaten darin einig, dass Krypto-Assets reguliert werden sollten. Doch laut ESMA herrscht wenig Einigkeit darüber, ob die neuen Regeln in das wichtigste EU-Wertpapiergesetz MiFID fallen sollen. Es gebe auch unterschiedliche Ansichten über den Umfang der Regulierungen.

Laut der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) verfügen die Aufsichtsbehörden bereits über eine Reihe „robuster Aufsichtsbefugnisse“, um die Risiken zu mindern. Sie sollten einen konservativen Ansatz verfolgen, um Finanzunternehmen dazu zu zwingen, Kapital zur Risikodeckung zu halten, bis klare Rechnungslegungsregeln für die Bewertung von Kryptoassets festgelegt sind.

Die Aufsichtsbehörden der Europäischen Union warnen Anleger bereits seit dem Jahr 2013 vor massiven Verlusten bei Investitionen in virtuelle Währungen wie Bitcoin oder in Initial Coin Offerings (ICOs).

Der Wert des Krypto-Markts erreichte vor einem Jahr seinen bisherigen Höchststand von 830 Milliarden US-Dollar, fiel dann aber im Oktober auf 210 Milliarden US-Dollar, was weniger als 3 Prozent des Goldmarktes entspricht.

Weitere Meldungen

Bitcoin-Geldautomaten breiten sich weiter in der ganzen Welt aus

  • Weltweit gibt es inzwischen mehr als 4.000 Bitcoin-Geldautomaten, zeigen Daten von Coinatmradar.com.
  • Die meisten Maschinen, auch BATMs genannt, sind in den USA zu finden, obwohl ihre Präsenz nicht nur in den entwickelten europäischen Ländern, sondern auch in Lateinamerika und Asien ständig zunimmt.
  • Europa hat die zweithöchste Anzahl von Krypto-Geldautomaten, wobei Österreich mit 270 Maschinen und Großbritannien mit 214 Maschinen vorn liegen.

Venezuela: Krypto-Betreiber müssen Steuern in Kryptowährungen zahlen

  • Die venezolanische Regierung hat ein Dekret erlassen, wonach Steuerpflichtige bei Kryptooperationen im Land ihre Steuern in Kryptowährungen zahlen müssen.
  • Ebenso müssen die Betreiber von Fremdwährungen ihre Steuern in diesen Währungen zahlen.
  • In dem Dekret heißt es, dass die Änderung für die "Stärkung des derzeitigen Finanzsystems" notwendig ist.

Thailand gibt 4 Kryptowährungslizenzen aus, lehnt 2 Börsen ab

  • Thailand hat Lizenzen an drei Kryptowährungsbörsen und einen Broker-Dealer vergeben.
  • Das Finanzministerium des Landes „hat vier Antragstellern Lizenzen für das Digital Asset Business erteilt“, sagte die thailändische SEC und weiter stellte fest, dass zwei Anträge abgelehnt wurden.
  • Der von der Krypto-Börse Coin Asset Co. Ltd. eingereichte Lizenzantrag wird noch geprüft, das Unternehmen darf jedoch weiterarbeiten, solange die Entscheidung nicht getroffen wurde.

Fünf weitere Finanzinstitute nutzen XRP für Überweisungen

  • Das Blockchain-Unternehmen Ripple hat am 8. Januar berichtet, dass 13 neue Finanzinstitute sich für das Zahlungsnetzwerk RippleNet angemeldet haben, was die Gesamtzahl der Kunden auf über 200 erhöht.
  • Die neuen Institutionen umfassen Standorte wie Schweden, England und Kuwait mit insgesamt 40 Ländern bei allen Kunden.
  • Der Blogbeitrag von Ripple weist darauf hin, dass fünf der neuen Erweiterungen - JNFX, SendFriend, Transpaygo, FTCS und Euro Exim Bank - Ripples Digital Asset XRP für die Liquidität des grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrs von Kunden verwenden werden.

Frankreich: Tabak-Geschäfte starten den Bitcoin-Verkauf

  • Neben Zigaretten, Zigarren, Lotterielosen und ähnlichem können Besucher von Paris Tabacs jetzt auch Bitcoins kaufen.
  • Mit Unterstützung der französischen Fintech-Gruppe Keplerk wird die Kryptowährung jetzt in sechs Tabakläden in und um Paris verkauft.
  • Adil Zakhar, einer der Mitbegründer von Keplerk, hofft, im Februar bis zu 6.500 Tabacs anmelden zu können.

Google Play zwingt Krypto-Wallet, Sicherheitsfunktionen zu entfernen

  • Das Krypto-Wallet Samourai hat die in der neuesten App-Aktualisierung eingeführten Sicherheitsfunktionen entfernt, nachdem Google Play festgestellt hatte, dass diese mit seinen Richtlinien im Konflikt stehen.
  • Das Twitter-Handle der App hat bestätigt, dass Funktionen wie Stealth-Modus, Remote-SMS und SIM Switch Defense deaktiviert sind.
  • Samourai kündigte an, seine App über Self-Hosting zu vertreiben und im F-Droid App Store zu veröffentlichen - als Alternativen zu Google Play.

Meldungen vom 08.01.

Meldungen vom 07.01.

Meldungen vom 06.01.

Meldungen vom 04.01.

Meldungen vom 03.01.

Meldungen vom 02.01.

Mehr Krypto-Themen finden Sie hier.

Weitere Meldungen aus dem Tech-Report der DWN finden Sie hier.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Altkanzler Schröder warnt erneut eindringlich vor Baerbock

Altkanzler Gerhard Schröder warnt zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage vor der neuen Außenministerin. Diese beginnt bereits, mehr Macht...

DWN
Politik
Politik Erster Baerbock-Spruch als Außenministerin: „Deutschland und Frankreich gehören ewig zusammen“

Die neue Bundesaußenministerin Annalena Baerbock hat die Bedeutung der Europäischen Union für Deutschland und die Freundschaft zu...

DWN
Finanzen
Finanzen Zwei weitere Gasversorger stellen Belieferung ihrer Kunden ein

Die bundesweit tätigen Marken gas.de und Grünwelt haben die Belieferung ihrer Kunden eingestellt.

DWN
Finanzen
Finanzen EZB-Geldpolitik: Wer profitiert von 5,2 Prozent Inflation?

Die Sparer ächzen unter den hohen Inflationsraten und den jahrelangen Nullzinsen. Doch es gibt auch Gewinner der EZB-Politik. Kritische...

DWN
Deutschland
Deutschland Deutschlands Industrie: Ohne fossile Energiequellen gehen alle Lichter aus

Die deutsche Industrie ist zwingend auf fossile Energieträger angewiesen. Daran wird sich allen Träumereien der Politik zum Trotz auch...

DWN
Politik
Politik Warum China im Ukraine-Konflikt nicht Partei ergreifen kann

China hat weder die Fähigkeit noch den Willen, im Russland-Ukraine-Konflikt Partei zu ergreifen. In beiden Staaten hat China handfeste...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft EU-Kommission will Sanktionsinstrument gegen externe Einmischung schaffen

Die EU-Kommission will ein Instrument schaffen, mit dem sie weitreichende Eingriffe in die Handelspolitik der Mitgliedsstaaten tätigen...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Chipmangel hält VW noch mindestens im ersten Halbjahr 2022 in Atem

Der Chipmangel wird Volkswagen bis weit ins kommende Jahr hinein zu schaffen machen.