Technologie

Nutzer von iPhone-Apps werden systematisch ausspioniert

Lesezeit: 1 min
10.02.2019 17:29
Eine Reihe von großen Unternehmen hat ihre iPhone-Apps mit Überwachungs-Software ausgestattet. Diese greift systematisch Daten ab – auch solche, die hochsensibel sind.
Nutzer von iPhone-Apps werden systematisch ausspioniert

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Eine Reihe von großen Unternehmen hat ihre iPhone-Apps mit einer Software ausgestattet, die die Eingaben der Nutzer systematisch aufzeichnet und sich dabei auch hochsensibler Daten bemächtigt. Zu den entsprechenden App-Betreibern gehören die Online-Reisebüros „Expedia“ und „Hotels.com“, die Fluglinien „Singapore Airlines“ und „Air Canada“ sowie das Mode-Label „Abercrombie & Fitch“. Um an die Daten zu gelangen, benutzen die Unternehmen eine Software des IT-Analyse-Diensts „Glassbox“. Auf der Webseite des 2010 in Israel gegründeten Unternehmens, das mittlerweile sein Zentrale in London hat, steht: „Stellen Sie sich vor, Ihre Webseite oder App könnte genau erkennen, was Ihre Kunden tun, und warum Sie es tun. Dies ist nicht länger ein hypothetisches Szenario, sondern eine reale Möglichkeit.“

Die „Glassbox“-Software zeichnet „jeden Tastendruck und jede Tastatureingabe auf“, heißt es beim Tech-Portal „TechCrunch“, das den Datenabgreif-Skandal aufdeckte. Dabei gelangen nicht nur Informationen über die Art und Weise, wie Nutzer die App nutzen, an die App-Betreibern, sondern – als Nebenprodukt sozusagen – auch höchst sensible Daten wie Kreditkarten-Nummern und Passwörter. Die Nutzer werden nicht darauf hingewiesen, dass die Apps überwacht werden.

Davon, dass Apple von der Überwachung wusste, ist nicht auszugehen. Allerdings haben Experten die Vorfälle zum Anlass genommen, das kalifornische Unternehmen aufzufordern, die Nutzung seiner iPhone-Apps in Zukunft wieder stärker zu kontrollieren. Immerhin wirbt Apple – seit kurzem mit einer Marktkapitalisierung von 821 Milliarden Dollar wieder das wertvollste Unternehmen der Welt – schon seit längerem mit dem Motto: „Was auf deinem iPhone geschieht, bleibt auf deinem iPhone“.

Weitere Meldungen aus dem Tech-Report der DWN finden Sie hier.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik „Das Bündnis Sahra Wagenknecht gefährdet die Linkspartei in ihrer Existenz“
24.02.2024

Eine neue Figur ist auf das politische Schachbrett gekommen: das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW). Wie diese neue Partei die politischen...

DWN
Finanzen
Finanzen EU-Vermögensregister und Bargeldbeschränkungen: Risiko für Anleger
23.02.2024

Das EU-Vermögensregister gehört derzeit zu den größten Risiken für Anleger. Daher ist es wichtig, sich jetzt zu überlegen, wie man...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Die deutsche Wirtschaftskrise ist eine Chance für Start-ups
24.02.2024

Die Berliner Unternehmerin Julia Derndinger spricht im exklusiven DWN-Interview über den aktuellen Zustand der deutschen Gründerszene,...

DWN
Technologie
Technologie Googles KI generiert nach zu viel Diversität keine Bilder von Leuten
24.02.2024

Google lässt seine KI-Software Gemini vorerst keine Bilder von Menschen mehr erzeugen, nachdem sie Nutzern nicht-weiße Nazi-Soldaten und...

DWN
Politik
Politik Dringend: Deutschlands Wirtschaft fordert Steuerreform
24.02.2024

Führende Industrieverbände fordern steuerpolitische Reformen: Sie präsentieren ein Spektrum an Maßnahmen, von der Senkung der...

DWN
Politik
Politik UN-Chef Guterres: Höchste Zeit für Frieden in der Ukraine
24.02.2024

Zwei Jahre nach Kriegsbeginn in der Ukraine hat UN-Generalsekretär António Guterres ein Ende der Kämpfe verlangt - und eindringlich vor...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Regeln für den Onlinehandel in der EU - was jetzt zu beachten ist!
24.02.2024

Wer Onlinehandel betreibt, läuft Gefahr, in eine Abmahnfalle zu geraten. Dies kann aus Unwissenheit passieren oder wenn Fehler...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Können Kasachstan und Aserbaidschan russische Energie ersetzen?
23.02.2024

Aserbaidschan und Kasachstan sollen als Folge des Ukrainekrieges zu wichtigen Energieversorgern Deutschlands und der EU werden. Doch wie...