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Händler müssen ihre Autos loswerden: Rabatte bewegen sich auf neue Rekordmarke zu

Lesezeit: 2 min
17.03.2019 01:00
Immer weniger Deutsche kaufen sich einen Neuwagen. Aus diesem Grund müssen Deutschlands Autobauer ihre Fahrzeuge mit immer höheren Rabatten anbieten.  
Händler müssen ihre Autos loswerden: Rabatte bewegen sich auf neue Rekordmarke zu

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Schlechte Nachrichten für Deutschlands Automobil-Industrie und für die Gesamtwirtschaft: Die Bürger halten sich beim Autokauf zurück - lediglich ein Drittel (35,3 Prozent) aller im Februar zugelassenen Neuwagen wurden auf Privatkunden zugelassen. 34,0 Prozent wurden von Unternehmen gekauft, 30,7 Prozent waren Eigenzulassungen der Konzerne (das heißt, die Autos gelangen anschließend als Gebrauchtwagen mit geringem Tachostand in den Verkauf). Weil die Nachfrage nach Autos sinkt, werden sie mit immer höheren Rabatten offeriert. Laut des CAR-Rabatt-Indexes des CAR-Centers der Universität Duisburg-Essen steigen die Rabatte kontinuierlich seit Juli vergangenen Jahres.

Im Februar dieses Jahres stand der Index bei 152 Punkten - zwei Punkte mehr als im Januar. Die bisherige Rekordmarke liegt bei 154 Punkten. Ferdinand Dudenhöfer und Karsten Neuberger vom CAR-Institut schreiben: „Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird in den nächsten Monaten ein neues historisches Rabatt-Niveau erreicht werden.“

Der durchschnittliche Rabatt bei den 30 meistverkauften Modellen (die von Audi, BMW, VW, Opel, Ford, Skoda, Toyota, Mazda, Nissan, Toyota, Fiat, Seat, Renault stammen sowie den Mini und den Smart beinhalten) beträgt 19 Prozent. Besonders bemerkenswert dabei ist, dass selbst ein Premium-Hersteller wie BMW hohe Nachlässe gewährt (im Durchschnitt 19,3 Prozent auf den 5er, 20,6 Prozent auf den X1 und 22,0 Prozent auf den 1er). Audi weist weitaus geringere Werte auf (Prozentwerte A3: 11,8/ A6: 13,9/ A4: 16,7). Allerdings gehen Dudenhöfer und Neuberger davon aus, „dass sich dies durch den aggressiven Preisauftritt bei BMW im deutschen Markt ändert und Audi in nächster Zeit nachzieht“.

Wenig Wirkung geht nach wie vor von den Diesel-Eintauschprämien aus, weil die Händler für alte Diesel nur äußerst geringe Summen zu zahlen bereit sind, was die Wirkung der Prämien für die Diesel-Besitzer in beträchtlichem Maße wieder aufhebt.  „Die Prämien lesen sich ganz nett“, schreiben Dudenhöfer und Neuberger, allerdings trete bei der anschließenden Bewertung des einzutauschenden Alt-Diesels die große Ernüchterung ein. Das Fazit der beiden Experten: „Wer einem so hohen Wertverlust seines Autos gegenübergestellt wird, fasst den Neuwagenkauf nur mit sehr spitzen Fingern an.“

Fazit: Der potentielle Neuwagen-Käufer befindet sich angesichts des derzeit überdurchschnittlich niedrigen Preisniveaus in einer sehr angenehmen Situation. Ob es richtig ist, mit dem Kauf noch ein paar Monate zu warten und auf noch höhere Rabatte zu hoffen, muss jeder für sich selbst entscheiden - wobei klar ist, dass es eine Grenze bei den Nachlässen gibt, ein viel höheres Niveau als das jetzige wird es aller Wahrscheinlichkeit nach nicht geben.

Was Dieselbesitzer anbelangt: Sie stehen vor einer relativ schweren Entscheidung. Sollen sie ihren Wagen weiterfahren - und damit riskieren, von noch weitergehenden Fahrverboten betroffen zu werden? Oder wäre es besser, sich einen hoch rabattierten Neuwagen unter Mitnahme der Diesel-Eintauschprämie zuzulegen und den Altwagen dabei in Zahlung zu geben - was natürlich das Risiko beinhaltet, einen (unter Umständen unangemessen) niedrigen Preis für den eigentlich noch einwandfreien Altwagen akzeptieren zu müssen? Eins sollten Diesel-Besitzer bedenken: Irgendwann, das heißt wahrscheinlich spätestens Ende dieses Jahres, „wird die Diesel-Eintauschprämie auslaufen“, wie CAR-Mitarbeiter Karsten Neuberger im Gespräch mit den Deutschen Wirtschaftsnachrichten sagte.

Fest steht auf jeden Fall, dass die deutsche Automobil-Industrie schweren Zeiten entgegengeht. Und dass die deutsche Gesamtwirtschaft sehr darunter leiden wird. Die Auto-Branche erarbeitet genau ein Achtel des gesamten deutschen Bruttoinlandprodukts (und zwar mit gerade einmal 820.000 Arbeitnehmern, was weniger als zwei Prozent aller Beschäftigten in Deutschland entspricht - daran wird deutlich, was für eine Bedeutung der Abbau selbst einer nur vierstelligen Zahl von Autoindustrie-Beschäftigten hat). Auf Deutschland, das im vierten Quartal des letzten Jahres nur knapp an einer Rezession vorbeischrammte, könnten wirtschaftlich turbulente Zeiten zukommen.

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