Großbritannien verzeichnet enorme Kapitalabflüsse

 

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29.03.2019 14:39
Die britische Finanzbranche hat in den vergangenen Monaten einer Studie zufolge etwa 1 Billion Pfund in die EU umgeschichtet. Auch das Leistungsbilanzdefizit steigt. Demnach fließt in großem Umfang Kapital aus Großbritannien ab.
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Vermögen im Wert von einer Billion Pfund (rund 1,17 Billionen Euro) sind einer Studie zufolge wegen des geplanten Austritts Großbritanniens aus der EU von London in die Europäische Union gebracht worden. Parallel dazu wurden 7.000 Arbeitsplätze verlagert, wie eine am Mittwoch vorgelegte Untersuchung der Unternehmensberatung EY ergab.

Banken, Vermögensverwalter und Versicherer haben demnach Teile ihre Geschäfte in der EU angesiedelt, um Störungen durch den bislang für den 29. März geplanten Brexit zu verhindern. Mittlerweile allerdings strebt die britische Premierministerin Theresa May eine Verschiebung des Termins an.

Die Verlagerung hat der Studie zufolge zuletzt noch einmal zugenommen. So seien allein im ablaufenden Quartal Vermögenswerte von rund 200 Milliarden Pfund auf den Kontinent verlagert worden. Dublin sei das beliebteste Ziel: 28 Unternehmen wollen in der irischen Hauptstadt aufstocken. Dahinter folgen Frankfurt, Luxemburg und Paris mit 21 bis 18 Unternehmen.

Schwächelnde Exporte haben auch das britische Defizit in der Leistungsbilanz inmitten der Brexit-Unsicherheiten nach oben getrieben. Es lag im vierten Quartal 2018 bei 23,7 Milliarden Pfund oder 4,4 Prozent der Wirtschaftsleistung, wie das Statistikamt ONS am Freitag in London mitteilte. Im Vorquartal hatte es 23 Milliarden Pfund betragen. Damit floss erneute mehr Geld aus Großbritannien ab als in das Land hereinkam.

Notenbankchef Mark Carney hat zuletzt vor einem anhaltend großen Defizit in der Leistungsbilanz gewarnt, die alle Waren- und Kapitalströme mit dem Ausland misst. Großbritannien sei dann von der "Freundlichkeit von Fremden" abhängig. Um die Lücke zu schließen, ist das Land auf ausländisches Geld angewiesen.

Die britische Wirtschaft ist im vergangenen Jahr um 1,4 Prozent gewachsen, bestätigte das Statistikamt eine frühere Schätzung. Das war das kleinste Plus seit 2012. Vor dem Brexit-Referendum Mitte 2016 gehörte Großbritannien zu den am schnellsten wachsenden Industriestaaten.


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