Finanzen

Türkei kündigt Rettungspaket für Banken an

Lesezeit: 1 min
10.04.2019 17:17
Der türkische Finanzminister Albayrak hat angekündigt, staatliche Banken mit Krediten in Höhe von umgerechnet 4,4 Milliarden Euro stützen zu wollen.
Türkei kündigt Rettungspaket für Banken an

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Mit einem Konjunkturpaket will die Türkei die schwächelnde Wirtschaft stützen. Unter anderem wolle man die Banken mit Staatskrediten stärken, sagte Finanzminister Berat Albayrak am Mittwoch bei der Vorstellung des Reformprogramms in Istanbul. Staatliche Banken erhielten Darlehen in Höhe von 28 Milliarden Lira (rund 4,4 Milliarden Euro).

Man wolle die Körperschaftssteuer stufenweise senken und wettbewerbsfähiger machen. Hohe Einkommen sollten außerdem "gerechter" besteuert werden. Allerdings sollen die staatlichen Banken im Rahmen des Konjunkturpakets im Fokus der Finanzspritzen stehen. “Unser erster Schritt wird in der Stärkung der staatlichen Banken bestehen. Über staatliche Schuldverschreibungen sollen den Banken 28 Milliarden Lira zufließen”, zitiert die Nachrichtenagentur Anadolu Albayrak.

Nach der Ankündigung Albayraks verlor die Lira zum Dollar erneut an Wert. Am Mittwochmorgen kostete ein Dollar 5,67 Lira. Am Nachmittag fiel die türkische Währung auf 5,71 Lira, berichtet Kamu Bülteni. Auch der Goldpreis erhöhte sich von 237 Lira pro Gramm auf 239 Lira pro Gramm.

Im Sommer 2018 hatte unter anderem ein Zerwürfnis mit den USA zu einer Währungskrise geführt. Inzwischen hat sich die Türkische Lira wieder leicht erholt. Die Inflation bleibt aber weiter hoch und liegt zurzeit bei rund 20 Prozent. Vor allem Lebensmittel werden immer teurer. Seit Ende 2018 steckt die türkische Wirtschaft in der Rezession.

Die wirtschaftliche Lage war auch bestimmendes Thema bei den Kommunalwahlen am 31. März. Die Regierungspartei von Präsident Recep Tayyip Erdoğan wurde landesweit zwar stärkste Kraft, verlor aber in Metropolen an Zuspruch. Experten gehen davon aus, dass die Wähler Erdoğan damit auch für die schlechte wirtschaftliche Lage abstrafen wollten.

IWF: Türkei braucht keine Kredite

Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht nicht davon aus, dass die wirtschaftlich angeschlagene Türkei in naher Zukunft um Unterstützung aus den Hilfstöpfen des Fonds bitten wird. "Wir haben keinen Grund zu der Annahme, dass die Türkei überhaupt darüber nachdenkt, zum IWF zu kommen", sagte die Chefvolkswirtin des Weltwährungsfonds, Gita Gopinath, am Dienstag in Washington.

Die türkische Volkswirtschaft stehe sicherlich unter Stress. Der IWF geht davon aus, dass die Wirtschaftsleistung im laufenden Jahr sinkt. Allerdings werde auch eine Erholung im Jahr 2020 erwartet. Präsident Recep Tayyip Erdoğan hatte mehrmals erklärt, er wolle auf keinen Fall internationale Hilfe des IWF beantragen, so die dpa.

Gegenwärtig werde dort über eine straffere Geldpolitik versucht, Effekte auf den Währungskurs und auf die Inflation abzufedern. Es habe bereits positive Auswirkungen gegeben, etwa bei der Handelsbilanz, sagte Gopinath.

 

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Britischer Leitindex erreicht neues Rekordhoch

Der britische Aktienindex FTSE 100 ist seit Jahresbeginn um rund 6 Prozent gestiegen. Nun erreicht er ein neues Rekordhoch. Dies hat vor...

DWN
Politik
Politik An bestehendem Recht vorbei: Habeck will Windräder im Turbotempo ausbauen

Umweltverbände und die CDU Bundestagsfraktion erklären gegenüber DWN, was sie vom Vorhaben des Bundeswirtschaftsministers halten. Neben...

DWN
Politik
Politik Luftalarm in Kiew während Ukraine-Gipfel über EU-Beitritt

Die EU und die Ukraine verhandeln am Freitag in Kiew über den Beginn der Beitrittsverhandlungen. Währenddessen wurde in der ukrainischen...

DWN
Politik
Politik Grundsteuer-Dilemma: Staat hält eigene Fristen nicht ein

Auch die zweite Frist zur Grundsteuererklärung ist verstrichen und Millionen Immobilienbesitzer haben keine Daten eingereicht. Genauso wie...

DWN
Politik
Politik USA können chinesischen Spionage-Ballon nicht abschießen

Die USA haben offiziell bei China protestiert, weil sie weit oben über dem amerikanischen Festland einen chinesischen Spionage-Ballon...

DWN
Deutschland
Deutschland Neuzulassungen von Elektroautos brechen ein

Die Förderprämien für Elektroautos sind gesunken und nun auch die Neuzulassungen. Ist die Verkaufsdelle also nur vorübergehend? Die...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bosch setzt auf China-Geschäft, weil der Westen schwächelt

Trotz aller Krisen konnte Bosch 2022 Umsatz und Gewinn steigern. Wegen der schwachen Konjunktur in Europa und den USA setzt das Unternehmen...

DWN
Finanzen
Finanzen EZB erwartet höhere Inflation für 2023

Die von der EZB befragten Experten haben ihre Inflationsprognosen weiter erhöht. Die Zielmarke der Notenbank von 2 Prozent ist so weit...