Deutschland

Europas Banken kommen mit Abbau fauler Kredite langsam voran

Lesezeit: 1 min
12.06.2019 16:02
Der Anteil ausfallgefährdeter Kredite in den Bilanzen europäischer Banken sank zwischen 2017 und 2018 spürbar. In einigen Ländern existieren aber noch immer hohe Risiken.
Europas Banken kommen mit Abbau fauler Kredite langsam voran
Renovierungsarbeiten an der markanten Euro-Skulptur vor der ehemaligen Zentrale der Europäischen Zentralbank in Frankfurt. (Foto: dpa)

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Banken  
Europa  

Die EU-Kommission bescheinigt den europäischen Banken Fortschritte beim Abbau ihrer faulen Kredite. Deren Anteil sank den jüngsten verfügbaren Daten zufolge im dritten Quartal 2018 auf 3,3 Prozent der insgesamt ausstehenden Kredite von 4,4 Prozent ein Jahr zuvor, wie die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel mitteilte. "Der positive Trend hält an", sagte Vize-Kommissionspräsident Valdis Dombrovskis. Das Gesamtvolumen der Problemkredite summierte sich in der gesamten EU damit auf 786 Milliarden Euro.

Die in der Finanzbranche als "non performing loans" (NPLs) bekannten Kredite sind Folgen der Finanzkrise von 2008 und 2009. Firmen und Haushalte hatten damals massive Probleme, das von Banken geliehene Geld zurückzuzahlen. Faule Kredite sind bis heute eine der größten Gefahren für die Stabilität der Banken.

Ein Teil zur Stärkung des Finanzsystems könnte die geplante europäische Sicherung für Sparerguthaben (Edis) sein. Diese findet wegen des hohen Anteils von NPLs in den Bankenbilanzen mancher südeuropäischer Staaten derzeit aber nicht genügend Unterstützer – insbesondere in Deutschland und einigen nordeuropäischen Staaten gibt es Vorbehalte gegen die Vergemeinschaftung der Einlagensicherung. "Es gibt keine greifbaren Fortschritte", sagte Dombrovskis.

Bei griechischen Banken gelten der Brüsseler Behörde zufolge trotz Fortschritten beim Abbau 43,5 Prozent der Darlehen als angezählt, in Zypern sind es 21,8 Prozent. Bei den krisengeschüttelten Geldhäusern in Italien sind zehn Prozent des Kreditvolumens gefährdet. Die Regierung in Rom steht wegen des erneuten Haushaltsstreits mit der EU-Kommission besonders im Fokus. Die EU-Finanzminister werden am Rande ihres Treffens am Donnerstag und Freitag in Luxemburg über die Situation in Italien beraten. Das Thema steht nicht offiziell auf der Tagesordnung.

Im April einigten sich Kommission, EU-Parlament und Mitgliedsländer auf ein Maßnahmenpaket, um ein erneutes Anwachsen der Wackeldarlehen bei den Banken zu verhindern. Kredite gelten dann als ausfallgefährdet, wenn ihre Rückzahlung 90 Tage oder länger überfällig ist.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Die derzeitigen Währungen sind weich wie Schnee - Gold bleibt bestehen!

Passend zur Jahreszeit schmelzen die bestehenden Währungen durch die Inflation wie Schnee. Setzen auch Sie auf nachhaltigen Werterhalt...

DWN
Politik
Politik Für Putin sind Russen und Ukrainer ein Volk, doch nicht für Selenskyj

Für Putin sind Russen und Ukrainer ein Volk. Doch der ukrainische Präsident sieht das anders. Unabhängig davon gibt es eine Realität,...

DWN
Finanzen
Finanzen Weltgrößter Gold-ETF verzeichnet Rekord-Zuflüsse

Steigende Zinsen sollten Gold für Anleger eigentlich unattraktiv machen. Doch die starken Zuflüsse beim weltgrößten börsengehandelten...

DWN
Finanzen
Finanzen Zinswende und Aktienblase: Die Untergangs-Propheten sind wieder da

Durch das aktuelle Trio Infernale – Ukraine-Konflikt, Omikron und vor allem die Zinswende – ist der Nährboden für Kassandra-Rufer an...

DWN
Finanzen
Finanzen Das Ende der lockeren Geldpolitik: Kommt 2022 der Börsencrash?

Die US-Notenbank plant den Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik. Die Finanzmärkte blicken mit Sorge auf die drohende Zinserhöhung. Kommt...

DWN
Deutschland
Deutschland Corona-Narrativ bricht zusammen: England und Dänemark beenden alle Maßnahmen, schaffen Impf-Ausweise ab

England und Dänemark schaffen trotz hoher Infektionszahlen sämtliche Restriktionen ab. Die Bundesregierung unter Federführung von Karl...

DWN
Politik
Politik Umfrage: Mehrheit der Deutschen gegen Waffenlieferung an Ukraine und für Inbetriebnahme von Nord Stream 2

Einer Umfrage zufolge spricht sich eine deutliche Mehrheit der Deutschen gegen Waffenlieferungen an die Ukraine aus. Die Deutschen...

DWN
Politik
Politik 50 Jahre Radikalenerlass – Geheimdienst stoppte Karrieren

Die Gefahr von Links beunruhigte in den siebziger Jahren die damals noch junge Bundesrepublik. Mit dem Radikalenerlass vor 50 Jahren sollte...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Notenbank drückt deutschen Leitindex massiv ins Minus

Die Fed hat gestern Abend getagt. Darauf haben heute Morgen die deutschen Anleger negativ reagiert.