Politik

Peking lässt sich von Trumps Provokationen nicht aus der Reserve locken

Lesezeit: 1 min
16.07.2019 14:06
Die Strafzölle auf Einfuhren in die USA belasten die chinesische Wirtschaft schwer, außerdem setzt US-Präsident Trump seine Provokationen fort. Die Chinesen lassen sich von der aggressiven Rhetorik jedoch nicht aus der Ruhe bringen, im Gegenteil: Peking bleibt ganz cool.
Peking lässt sich von Trumps Provokationen nicht aus der Reserve locken
Chinas Präsident Xi Jinping (l) und US-Präsident Donald Trump (r) vor dem Aufstellen fürs Gruppenfoto anlässlich des G20-Gipfels in Osaka, Japan. (Foto: dpa)

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Handelskrieg mit den USA hat China zurückhaltend auf die jüngsten Spitzen von US-Präsident Donald Trump reagiert. Ein Sprecher des Außenministeriums in Peking nannte Trumps Äußerungen am Dienstag „total irreführend". Der US-Präsident hatte die US-Zölle als „Haupteffekt" bei der Konjunktur-Abkühlung in der Volksrepublik bezeichnet und ergänzt: „Deshalb will China mit den USA ins Geschäft kommen." Zugleich drohte Trump mit Blick auf den Zollkonflikt, womöglich werde noch „viel mehr" kommen.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Tatsache ist, dass Trump Recht mit seiner Behauptung hat, der Handelskrieg last schwer auf Chinas Konjunktur. Die US-Zölle auf chinesische Waren haben das Wirtschaftswachstum der Volksrepublik auf das niedrigste Niveau seit 27 Jahren gedrückt. Das Bruttoinlandsprodukt legte von April bis Juni nur noch um 6,2 Prozent zu - für chinesische Verhältnisse eine schwache Performance. Die Regierung in Peking rechnet auch nicht damit, dass sich im zweiten Halbjahr eine Verbesserung einstellen wird - für das Gesamtjahr peilt ein Plus von lediglich 6,0 bis 6,5 Prozent an.

Zugeben, dass die Wachstumsraten vergleichsweise gering sind, will Peking allerdings nicht. Der Sprecher des Außenministeriums in Peking sagte, die Wachstumszahl sei nicht schlecht. Sie sei „stabil“ und „gut für die Welt“, auch für die USA. Daher sei das Interesse der Volksrepublik an einer Übereinkunft mit Washington keine einseitige Sache: „Die US-Seite hat dieses Bestreben auch.“

Im Kampf gegen den konjunkturellen Abschwung hat die chinesische Regierung ihre Staatsausgaben in der ersten Jahreshälfte kräftig gesteigert. Die Ausgaben wuchsen um 10,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Finanzministerium am Dienstag in Peking mitteilte. Die Einnahmen legten hingegen nur um 3,4 Prozent zu. „In der ersten Jahreshälfte war das Wachstum der landesweiten Ausgaben deutlich schneller als das Einnahmenwachstum und unterstützte die Investitionen in Schlüsselbereichen stark", sagte ein Vertreter des Finanzministeriums bei der Vorstellung der Bilanz.

Aber auch wenn die nackten Zahlen derzeit eindeutig für die USA sprechen: Den Handelskrieg gewonnen haben sie noch lange nicht. Zwar stellt sich die derzeitige wirtschaftliche Situation positiv dar, aber die hohen Schulden lasten wie ein Damokles-Schwert auf der amerikanischen Volkswirtschaft. Darüber hinaus macht sich von Seiten der exportorientierten Wirtschaft (die unter den chinesischen Gegenzöllen zu leiden hat) immer mehr Widerstand gegen Trumps Zoll-Politik bemerkbar. Und schließlich schweißt die Auseinandersetzung mit dem großen Gegenspieler von jenseits des Atlantiks die Chinesen im geeinten Widerstand zunehmend zusammen. Fazit: Der Handelskrieg kann noch eine lange Zeit dauern - eine sehr lange Zeit. Und wer den längeren Atem haben wird, steht beileibe noch nicht fest.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Die EU im Klima-Wahn: Unsinnige Verordnungen, der kommende Blackout und der Mensch als Sünder

DWN-Kolumnist Ronald Barazon nimmt die "Klima-Agenda" der EU Stück für Stück auseinander und zeigt ihre massiven Ungereimtheiten auf. Am...

DWN
Finanzen
Finanzen EZB erlaubt Banken bald wieder uneingeschränkt Dividenden zu zahlen

Die Banken der Euro-Zone dürfen bald wieder ohne Einschränkungen Dividenden zahlen. Finanzinstitute sollten aber weiter zurückhaltend...

DWN
Finanzen
Finanzen Bundesbank-Chef Weidmann erwartet Inflationsrate von 5 Prozent

Die Kritik von Jens Weidmann im EZB-Rat an der inflationären Geldpolitik der Notenbank ist verhallt. Daher erwartet der...

DWN
Finanzen
Finanzen Family Offices der Superreichen setzen auf Bitcoin

Nach Angaben von Goldman Sachs, haben zahlreiche Family Offices, mit denen die Investmentbank zusammenarbeitet, bereits in Bitcoin...

DWN
Technologie
Technologie „Technologietransfer ist immer die Folge einer verfehlten Politik“ - wie Nuklear-Innovationen aus Deutschland verdrängt werden

Kernenergie spielt in den Planungen der Bundesregierung keine Rolle mehr. Doch kann der Ausstieg aus fossilen Energieträgern ohne sie...

DWN
Politik
Politik Iran eröffnet Öl-Pipeline zur Umgehung der Straße von Hormus

Der Iran hat eine strategisch wichtige Öl-Pipeline in Betrieb genommen. Dadurch wird es Teheran möglich sein, die Straße von Hormus zu...

DWN
Politik
Politik Leere Regale und volle Mülltonnen: Staatlich angeordnete Corona-Isolation bringt Großbritannien an den Rand des Kollapses

Die staatlich verordnete Isolierung von Millionen Bürgern bringt das Gesamtsystem an den Rand des Kollapses.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Das Fiat-Geldsystem der Zentralbanken baut auf einer großen Lüge auf

Die massive Ausgabe von Fiat-Geld durch die Zentralbanken schafft die Illusion von Wohlstand. Das Geld, das aus dem Nichts geschaffen wird,...