Politik
Zahlreiche Aufzüge fehlen

Teuerster Flugzeugträger der Welt verkommt zur Lachnummer

"Die Feinde Amerikas werden vor Furcht zittern, wenn dieser Flugzeugträger am Horizont auftaucht", hatte US-Präsident Donald Trump vor zwei Jahren verkündet, als die "USS Gerald R. Ford" vom Stapel lief. Doch leider funktioniert das Mega-Schiff nicht, das als teuerste seiner Art der Welt gilt. Und das aus einem profanen Grund.
02.08.2019 15:11
Lesezeit: 1 min
Teuerster Flugzeugträger der Welt verkommt zur Lachnummer
Der Flugzeugträger USS Gerald R. Ford hat 13 Milliarden Dollar gekostet. Die Summe ist so groß wie die jährliche Wirtschaftsleistung  mancher kleineren Länder, z. B. von Albanien oder Malta. Er gilt als teuerster Flugzeugträger der Welt. Foto: DPA Foto: picture alliance / Rob Ostermaie

Er ist einer der Giganten der US-amerikanischen Marine: Der Flugzeugträger USS Gerald R. Ford, der den Namen des ehemaligen Präsidenten aus den siebziger Jahren trägt, gehört zu den größten Aushängeschildern, das die Streitkräfte zu bieten haben. Das Riesen-Schiff, auf dem bis zu 90 Kampflieger Platz finden, ist 340 Meter lang und 78 Meter breit. Es verfügt über vier Propeller, die von zwei Nuklearreaktoren angetrieben werden.

Die hochwertige technische Ausstattung spiegelt sich nicht zuletzt in den Anschaffungskosten wider, die bei satten 13 Milliarden Dollar lagen, als das Schiff vor knapp zwei Jahren vom Stapel lief. So gilt die USS Gerald R. Ford sogar als teuerstes Marineschiff der Welt. „Ich werde dafür sorgen, dass die Feinde Amerikas vor Furcht zittern, wenn sie die Silhouette des Boots am Horizont auftauchen sehen“, hatte US-Präsident Donald Trump damals mit gewichtigen Worten angekündigt.

Doch jetzt ist ein Problem aufgetreten, mit dem keiner gerechnet hat: Das Nuklearschiff hat bis heute seinen ordentlichen Dienst nicht antreten können. Der profane Grund: Die Verantwortlichen sind nicht in der Lage, genügend Munition auf das Deck zu heben. Denn bislang wurden nur zwei von den ursprünglich elf geplanten Aufzügen aufgrund von Lieferschwierigkeiten auch wirklich installiert.

„Das Schiff funktioniert grundsätzlich nicht“, erklärte Elaine Luria, eine demokratische Abgeordnete der US-Nachrichtenagentur „Bloomberg News“. „Es kann keine Munition transportieren“, sagte die Politikerin, die in einem Ausschuss des Parlamentes sitzt, der unter anderem die Streitkräfte kontrolliert. „Damit wird der Flugzeugträger für weltweite Operationen nutzlos“, so Luria.

Testphase auf den Herbst 2019 verschoben

Damit musste die US-Marine die Testphase für den Luxus-Träger erstmal auf den Herbst des laufenden Jahres verschieben. Grundsätzlich wäre der Gigant aufgrund seiner Ausstattung und potenziellen Schlagkraft für die US-Streitkräfte natürlich schon eine erhebliche Verstärkung – wenn er denn funktionieren würde.

Für die Feinde Amerikas wird das Mega-Schiff erstmal nicht am Horizont auftauchen, wie es Trump damals so lauthals angekündigt hat. Und ob sie dann auch wirklich „vor Furcht zittern werden", wie es der US-Präsident prognostiziert hat, bleibt abzuwarten. Dafür waren die technischen Probleme, die es bei seiner Inbetriebnahme hatte,  einfach zu groß.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

DWN
Finanzen
Finanzen Anthropic-IPO: Geleakter Prospekt enthüllt die Milliardenrisiken hinter Claude
03.10.2026

Anthropic gilt als einer der heißesten Kandidaten für den nächsten großen KI-Börsengang. Doch ein geleakter Prospekt zeigt, welchen...

DWN
Panorama
Panorama Notstromversorgung: Warum ein Generator im Ernstfall nicht reicht
03.10.2026

Ein Stromausfall von wenigen Minuten ist lästig. Dauert er mehrere Tage, kann er für Unternehmen existenzbedrohend werden. Erfahrungen...

DWN
Immobilien
Immobilien Hitzeschutz: So bewahren Sie auch ohne Klimaanlage einen kühlen Kopf 
03.10.2026

Deutschland hat einen der heißesten Sommer hinter sich - und es wird nicht der letzte gewesen sein. Um sich in Gegenwart und Zukunft gegen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Nissan Qashqai im Test: Elektrogefühl ohne Ladekabel
03.10.2026

Der Nissan Qashqai e-Power ist ein Hybrid, funktioniert aber anders als die meisten Konkurrenten. Die Räder treibt immer ein Elektromotor...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft KI und Arbeitsmarkt: Der Effizienzboom könnte den Fachkräftemangel verschärfen
03.10.2026

Künstliche Intelligenz macht Unternehmen schneller und produktiver. Doch ausgerechnet junge Berufseinsteiger könnten dafür einen hohen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Wann lag die Inflation im Euroraum zuletzt bei vier Prozent?
03.10.2026

Zehn Wendepunkte zeigen, wie schnell eine Krise die Inflation nach oben treiben kann und wie langsam sich die Preise anschließend wieder...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft China-Schock trifft Europa: Millionen Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel
03.10.2026

In der kommenden Woche reisen führende EU-Vertreter nach Peking, um von der chinesischen Führung zu verlangen, das enorme...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Anleiherenditen setzen Aktien weiterhin unter Druck
02.10.2026

Zinsängste und Arbeitsmarktdaten bewegen die Börsen – was Anleger jetzt wissen müssen.