Politik
Spannungen zwischen den Supermachten nehmen zu

China verbietet US-Kriegsschiffen Einfahrt nach Hongkong

Die chinesischen Behörden haben zwei US-Kriegsschiffen keine Erlaubnis erteilt, in den kommenden Wochen in den Hafen von Hongkong einzulaufen.
14.08.2019 11:17
Lesezeit: 1 min

Die chinesische Regierung hat nach Angaben der USA zwei amerikanischen Kriegsschiffen einen Aufenthalt im Hafen von Hongkong verweigert - inmitten der angespannten Lage in der Region. Die Regierung in Peking habe entsprechende Anfragen abgelehnt, hieß es am Dienstag (Ortszeit) aus dem US-Außenministerium, wie die dpa berichtet. Der Aufenthalt der beiden Schiffe in Hongkong habe «in den nächsten paar Wochen» stattfinden sollen. Einzelheiten wurden nicht genannt. Die US-Seite verwies für weitere Details an die Regierung Chinas.

US-Außenminister Mike Pompeo hatte sich am Dienstagmorgen (Ortszeit) in New York mit dem obersten Außenpolitiker Chinas, Yang Jiechi, getroffen. Das US-Außenministerium teilte danach mit, die beiden hätten einen «ausgedehnten Meinungsaustausch» über die Beziehungen zwischen den USA und China gehabt.

Das Verhältnis beider Länder ist derzeit durch erbitterte Handelskämpfe sehr belastet. Auch im Zusammenhang mit den Protesten Tausender Regierungskritiker in Hongkong hatte es zuletzt Streit zwischen beiden Seiten gegeben. Hintergrund war das Treffen einer US-Diplomatin mit Aktivisten in Hongkong gewesen - was China als unangemessene Einmischung kritisierte.

In Hongkong kommt es seit gut zwei Monaten immer wieder zu massiven Protesten, die regelmäßig mit Gewalt enden. Auslöser war ein – inzwischen von der Regierung auf Eis gelegter - Gesetzentwurf zur erleichterten Auslieferung mutmaßlicher Krimineller an China. Die Proteste entwickelten sich auch nach der Absage des Auslieferungsabkommens zu einer breiteren und offensichtlich professionell organisierten Bewegung.

Die frühere britische Kronkolonie Hongkong wird seit der Rückgabe 1997 an China als eigenes Territorium autonom regiert. Während Hongkong in Fragen wie der Pressefreiheit und des Gerichtssystems autonom ist, übt China die Souveränität über die Außenpolitik und Verteidigung des Territoriums aus.

 

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Gesundheitsreform geplant: Arbeitgeber und Gutverdiener vor Mehrkosten
30.04.2026

Die Gesundheitsreform soll die gesetzliche Krankenversicherung stabilisieren und verlagert die Lasten stärker auf Gutverdiener,...

DWN
Politik
Politik Deutschland rüstet auf: Merz setzt auf europäische Führungsrolle
30.04.2026

Deutschland erhöht seine Verteidigungsausgaben massiv und stellt damit die Machtbalance in Europas Sicherheitspolitik neu zur Disposition....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Preisschock vor der Entlastung: Historischer Sprung an den Zapfsäulen
30.04.2026

Eigentlich sollten Autofahrer ab Mitternacht durch den neuen Tankrabatt aufatmen können – doch kurz vor dem Start der Steuersenkung...

DWN
Immobilien
Immobilien Warnsignal für den Immobilienstandort: Justiz-Debakel um Bauruine belastet Investitionsklima
30.04.2026

Der Fall des Fellbacher „Schwabenlandtowers“ entwickelt sich von einem lokalen Bau-Skandal zu einem besorgniserregenden Lehrstück für...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Teuerung in der Eurozone: Iran-Krieg treibt Inflationsrate auf 3,0 Prozent
30.04.2026

Der Ölpreisschub infolge des Iran-Krieges hat die Inflation im Euroraum im April massiv angeheizt. Nach ersten Schätzungen des...

DWN
Finanzen
Finanzen EZB-Zinsentscheid: Leitzinsen der Eurozone bleiben unverändert - wann kommt die Zinswende?
30.04.2026

Steigende Energiepreise, unsichere Märkte und eine fragile Wirtschaft setzen die EZB unter Zugzwang. Noch bleiben die Leitzinsen für die...

DWN
Politik
Politik VW-Aktie: Volkswagen im Abwärtsstrudel – Radikalkurs gegen Milliarden-Verlust
30.04.2026

Der Abwärtstrend bei Europas größtem Automobilhersteller setzt sich unvermindert fort: Volkswagen kämpft zum Jahresauftakt 2026 mit...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Arbeitsmarkt April: 3 Millionen Arbeitslose in Deutschland
30.04.2026

Der Arbeitsmarkt zeigt auch im April kaum Bewegung. Die Zahl der Arbeitslosen sinkt nur leicht, bleibt aber klar über der...