Politik
Kampf um wichtige Wasserstraße

Jemen: Regierungstruppen dringen in abtrünnige Hauptstadt vor

Jemenitische Regierungstruppen sind in die Interimshauptstadt Aden eingedrungen, welche seit einigen Wochen von einer von den Arabischen Emiraten unterstützten Söldnerfraktion kontrolliert wird.
28.08.2019 17:14
Lesezeit: 1 min
Jemen: Regierungstruppen dringen in abtrünnige Hauptstadt vor
Im Jemen tobt ein Krieg um die Kontrolle der Meeresstraße von Bab al-Mandab. (Grafik: DWN/Syria Live Map)

Zweieinhalb Wochen nach der Einnahme der jemenitischen Küstenstadt Aden durch die Söldner-Truppe Southern Transitional Council (STC) sind Regierungstruppen in die Interimshauptstadt des Landes vorgedrungen. Die Truppen der international anerkannten Regierung des Jemen hätten bereits weite Teile der nahegelegenen südlichen Provinz Abjan unter ihre Kontrolle gebracht, teilte Informationsminister Moammer al-Erjani am Mittwoch im Kurzbotschaftendienst Twitter mit, so die Zeitung Saudi Gazette.

"Helden der nationalen Armee und der Geheimdienste haben Sindschibar, die Hauptstadt der Provinz Abjan, zurückerobert, und die Kontrolle über weitere Bezirke der Provinz erlangt", schrieb Erjani. Die Truppen hätten nun damit begonnen, die Stadtteile in Aden "abzusichern", der Haupteingang des Flughafens der Stadt sei bereits "gesichert". Ein AFP-Korrespondent in Aden beobachtete Beschuss durch anrückende Regierungstruppen. 

Der STC hatte Aden am 10. August nach schweren Gefechten mit den Regierungstruppen eingenommen. Zuvor hatte die Söldner-Truppe an der Seite der Regierungstruppen und der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition gegen die Houthi-Rebellen im Norden des Jemen gekämpft. Mitte August flog die Militärkoalition jedoch Luftangriffe auf den STC in Aden und sprach von einer "direkten Bedrohung" für Jemens Regierung. 

Die neuen Kämpfe erfolgten trotz wiederholter Forderungen nach einem Waffenstillstand durch die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition. Während die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) den STC unterstützen, unterstützt Saudi-Arabien die Regierungstruppen. Der Iran unterstützt hingegen die Houthi-Rebellen im Norden des Landes. 

Beim Stellvertreterkrieg im Jemen geht es auch um die Kontrolle über die Wasserstraße von Bab al-Mandab. Da es eine Annäherung zwischen den VAE und China gibt, würde sich die Kontrolle dieser Wasserstraße durch den STC positiv auf den Seeweg der Neuen Seidenstraße Chinas auswirken. Sollten sich allerdings die Regierungstruppen durchsetzen, würde das einem Sieg für Saudi-Arabien und die USA und eine Niederlage für China bedeuten.

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