Politik
Kauf von Vossloh Locomotives

Chinas Staatsbahn betritt den deutschen Eisenbahn-Markt

Der deutsche Verkehrstechnik-Konzern Vossloh wird sein Lokomotiv-Geschäft an das staatliche chinesische Unternehmen CRRC verkaufen. CRRC ist der größte Schienenfahrzeughersteller der Welt.
29.08.2019 14:23
Lesezeit: 1 min

Der Verkehrstechnik-Konzern Vossloh verkauft sein Lokomotiven-Geschäft an China. Käufer sei CRRC Zhuzhou Locomotive, ein Tochterunternehmen des größten Schienenfahrzeugherstellers der Welt, der staatlichen China Railway Rolling Stock Corporation (CRRC), wie Vossloh am Montag in Werdohl mitteilte. Der vereinbarte Kaufpreis werde sich - abhängig von der Entwicklung von Bilanzpositionen und einer Anpassung zum Vollzug - voraussichtlich auf einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag belaufen, erklärte das börsennotierte Unternehmen weiter.

Das Unternehmen wörtlich: “Vossloh stehen im Rahmen der Vereinbarung Erlöse aus dem künftigen Verkauf bestimmter Vermögensgegenstände zu, woraus in den kommenden Jahren weitere Zahlungseingänge in Höhe von rund 10 Mio. € erwartet werden. Auf dieser Basis rechnet Vossloh mit einer zusätzlichen Belastung des Ergebnisses aus nicht fortgeführten Aktivitäten in einer Größenordnung von ca. 30 bis 35 Mio.€. CRRC ZELC hat sich zudem vertraglich verpflichtet, sämtliche Garantien und Bürgschaften abzulösen, die die Vossloh AG für das Geschäftsfeld Locomotives übernommen hat.”

Der Vollzug werde im Verlauf der nächsten Monate erwartet. Die Transaktion stehe vor allem noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die zuständigen Behörden in Europa und China, insbesondere der fusionskontrollrechtlichen und außenwirtschaftsrechtlichen Freigaben sowie der üblichen Genehmigungen der chinesischen Behörden.

Mit dem Geschäftsfeld “Locomotives” mit Hauptsitz in Kiel entwickelt und produziert Vossloh Lokomotiven und bietet Serviceleistungen. “Locomotives” sei das letzte von ursprünglich drei Geschäftsfeldern der Transportsparte, das Vossloh im Zuge einer strategischen Ausrichtung auf die Bahninfrastruktur veräußert. Mit dem Vollzug werde der Umbau des Konzerns abgeschlossen sein, hieß es. Ohne das Geschäftsfeld Locomotives erzielte Vossloh im Geschäftsjahr 2018 mit etwa 3.800 Mitarbeitern einen Umsatz von 865 Millionen Euro. 

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: „Blaue Welle“ lässt Aktienmärkte steigen – Ölpreise auf Talfahrt
04.11.2026

Erfahren Sie, wie die neuesten politischen Entwicklungen in den USA die Finanzmärkte bewegen und welche Branchen jetzt im Fokus stehen.

DWN
Politik
Politik Stromumlage ab 2031 geplant: Stromverbraucher sollen neue Gaskraftwerke finanzieren
04.11.2026

Elf Kraftwerksprojekte erhalten Geld dafür, Strom für Dunkelflauten bereitzuhalten. Die Kosten sollen auf alle Stromverbraucher umgelegt...

DWN
Technologie
Technologie Digitale Souveränität: Wie Trump Europas Cloud-Abhängigkeit offenlegt
04.11.2026

Europäische Unternehmen speichern ihre Daten in heimischen Rechenzentren und verlassen sich auf deren Sicherheit. Doch der...

DWN
Technologie
Technologie Dacia Duster im Test: Wenn die Reichweite an der Grenze zur Unwahrscheinlichkeit liegt
04.11.2026

1.410 Kilometer Reichweite, Allradantrieb und drei Antriebstechnologien in einem Auto: Der Dacia Duster Hybrid 4x4 verspricht erstaunlich...

DWN
Politik
Politik Die Amerikaner haben uns bislang erfolgreich gespalten
04.11.2026

Russland gilt seit Jahren als Meister der Einflussnahme auf Europa. Doch inzwischen richtet sich der Blick zunehmend auf Washington. Auch...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Maschinenbau: 14 Prozent mehr Aufträge im September
04.11.2026

14 Prozent mehr Aufträge im September, vor allem aus dem Inland: Für den Maschinenbau ist das ein Hoffnungsschimmer. Doch der starke...

DWN
Politik
Politik Pleitewelle erwartet: Krankenhäuser fürchten neue Milliardenlöcher und Insolvenzen
04.11.2026

Die Finanzlöcher deutscher Krankenhäuser werden immer tiefer: Eine Welle von Klinik-Insolvenzen wird erwartet. Um gegenzusteuern, wollen...

DWN
Finanzen
Finanzen Wie reagiert die EZB? Inflationsrate in Eurozone steigt im Oktober auf 4,0 Prozent
04.11.2026

Die Inflation in der Eurozone ist im Oktober auf den höchsten Stand seit über drei Jahren gestiegen. Damit entfernt sich die Teuerung...