Politik

Griechischer Minister verschafft schöner Freundin Job im Staatsdienst

Lesezeit: 1 min
02.08.2013 11:21
Griechenlands Regierungssprecher schanzte seiner Freundin einen Posten in seinem Büro zu. Doch ausgerechnet er selbst ließ noch vor wenigen Wochen den staatlichen Fernsehsender ERT schließen – wegen Korruption und Vetternwirtschaft.
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Der griechische Regierungssprecher Simos Kedikoglou hat seiner Freundin - gut aussehend, jung, blond – einen Job in seinem Ministerium verschafft. Was den Politiker in anderen Ländern reif für den Rücktritt machen würde, ist in Griechenland scheinbar normal.

Kedikoglou hatte seine Freundin im März angestellt, sie sollte für ihn in seinem Kabinettsbüro arbeiten, berichtet Keep Talking Greece. Das Arbeitsverhältnis wurde im Mai ordnungsgemäß im Amtsblatt veröffentlicht und von Ministerpräsident Antonis Samaras persönlich abgesegnet.

Ausgelöst wurde die Affäre durch einen Bericht der Tageszeitung Proto Thema, der Fotos von Kedikoglou und seiner Freundin im Badeurlaub zeigen. Erst dadurch fiel das Schlaglicht auch auf das steuerfinanzierte Arbeitsverhältnis der Minister-Freundin.

Trotz zahlreicher im Internet kursierender Rücktritts-Aufforderungen dürfte Kedikoglou sein Amt behalten. Es wäre nicht der erste Fall in Griechenland, bei dem ein hochrangiger Politiker ihm nahestehende Personen einen Job im Staatsdienst verschafft, ohne Konsequenzen davon zu tragen. Keep Talking Greece berichtet davon, dass „die Mehrheit der Minister und Abgeordneten ihre Frauen, Töchter, Neffen und Trauzeugen” anstellten - in Bayern war dies bis vor Kurzem auch der Normalfall (hier).

Gerade in der jetzigen Situation Griechenlands scheint der Fall des Vize-Ministerpräsidenten jedoch einen Nerv zu treffen. Schließlich war es der für Medienangelegenheiten zuständige Kedikoglou, der Anfang Juni die Schließung des staatlichen Rundfunksenders ERT verkündete (hier). Als Begründung nannte er damals, der Sender sei ein „Hort der Vetternwirtschaft und des Nepotismus“. Die Anstellung seiner Freundin auf Kosten der Steuerzahler ist auch mit Blick auf die bevorstehende Kündigungswelle im öffentlichen Dienst für viele Griechen ein Schlag ins Gesicht. Die junge Dame ist mittlerweile von ihrem Ministeriums-Posten zurückgetreten – Kedikoglou bleibt.

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