Deutschland

Rabatt: Jeder deutsche Haushalt subventioniert Industrie mit 69 Euro jährlich

Lesezeit: 1 min
13.08.2013 09:47
Der BUND sagt, der Strom könnte für die Haushalte deutlich billiger sein. Die immensen Kosten der Energiewende müssten einfach stärker der deutschen Industrie aufgeladen werden.
Rabatt: Jeder deutsche Haushalt subventioniert Industrie mit 69 Euro jährlich

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gegen Angriffe aus den Regierungsparteien verteidigt. Die Ursache des teuren Stroms in Deutschland sei eine Subventionierung der Industrie.

„Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist nicht hauptsächlicher Treiber der Stromkosten“, sagte Tina Löffelsend vom BUND. Kostentreiber seien vor allem die Rabatte, die der Industrie gewährt würden, heißt es auf der Webseite des BUND.

Auf dem Weg der Rabatte für die Industrie würde ein privater Durchschnittshaushalt die Stromrechnung der energie-intensiven Industrie jährlich mit 69 Euro subventionieren. Allein die von CDU, CSU und FDP ausgeweiteten Rabatte und die neu eingeführte Offshore-Umlage führten nach BUND-Berechnungen 2013 zu einem Aufschlag von circa 1 Cent pro Kilowattstunde Strom. Löffelsend sagte:

„Bundeswirtschaftsminister Rösler und Bundesumweltminister Altmaier vergießen Krokodilstränen über steigende Stromkosten. Zugleich verschärft die Bundesregierung aber die ungerechte Kostenverteilung, indem sie die Industrie verschont. Außerdem hat sie es versäumt, endlich dafür zu sorgen, dass auch kleine Verbraucher von der Energiewende profitieren.“

Die erneuerbaren Energien senkten zwar die Preise an der Strombörse, dies komme jedoch bislang vor allem Großverbrauchern zugute. „Eine Regierung, die auf die Strompreisbremse treten will, muss die Industrieprivilegien weitestgehend abschaffen und gesetzlich festschreiben, dass sinkende Preise an alle Verbraucher weitergegeben werden“, so Löffelsend.

Wenn die Rabatten für die Industrie nicht zurückgefahren würden, dann könne im kommenden Jahr die Mehrbelastung auf bis zu 79 Euro pro Haushalt steigen, prognostiziert der BUND. Würden die Ausnahmen im Erneuerbare-Energien-Gesetz gestrichen, läge die EEG-Umlage derzeit bei lediglich 3,8 statt 5,3 Cent pro Kilowattstunde.


Mehr zum Thema:  

Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Halbzeit Urlaub bei ROBINSON

Wie wäre es mit einem grandiosen Urlaub im Juni? Zur Halbzeit des Jahres einfach mal durchatmen und an einem Ort sein, wo dich ein...

DWN
Politik
Politik Zeitungsverlage mahnen von Politik zugesagte Hilfe an
22.04.2024

Der Medienwandel kostet Zeitungshäuser viel Kraft und Geld. Von der Politik fühlen sie sich dabei im Stich gelassen. Sie erinnern die...

DWN
Immobilien
Immobilien Stabilere Aussichten für deutschen Gewerbeimmobilienmarkt nach Volatilität
22.04.2024

Die Nachfrage insbesondere nach Büros im deutschen Gewerbeimmobiliensektor war verhalten im Jahr 2023. Das Segment ist stärker als andere...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Iran-Konflikt: Israels mutmaßlicher Angriff und Teherans Machtspiele
22.04.2024

Ein möglicher israelischer Luftangriff gegen den Iran kennzeichnet die bisherige Spitze der Eskalation im Nahostkonflikt. Dennoch bleibt...

DWN
Politik
Politik Steinmeier reist mit Dönerspieß und Imbissbesitzer in die Türkei
22.04.2024

Zehn Jahre ist es her, dass ein Bundespräsident der Türkei einen Besuch abgestattet hat. Jetzt reist Frank-Walter Steinmeier an den...

DWN
Technologie
Technologie Auftakt der Hannover Messe: Industrie mahnt Reformen an
22.04.2024

In Hannover hat wieder die traditionelles Messe für Maschinenbau und Elektrotechnik begonnen. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) eröffnete...

DWN
Politik
Politik Parteiensympathie unterscheidet sich zwischen Stadt und Land
22.04.2024

Wie unterschiedlich ticken die Menschen politisch auf dem platten Land und in der Großstadt? Eine Analyse der Konrad-Adenauer-Stiftung...

DWN
Unternehmen
Unternehmen VW befindet sich im „Preiskrieg" und will um Marktanteile in China kämpfen
22.04.2024

Lange war Volkswagen der Platzhirsch unter den Automobilherstellern in China. Doch nun tobt ein brutaler Wettbewerb um den Markt für...

DWN
Politik
Politik Wahlen zum EU-Parlament: Deutsche Spitzenkandidaten für Europa
22.04.2024

Als Zugpferde für den Europawahlkampf setzen in diesem Jahr viele Parteien auf altbekannte politische Gesichter. Es gibt aber auch...