Politik

Steuer-CDs: Schweizer Gericht verurteilt ehemaligen deutschen Banker

Lesezeit: 1 min
22.08.2013 15:45
In der Affäre um den Kauf von Steuer-CDs urteilte heute ein Schweizer Gericht über das Schicksal eines deutschen IT-Fachmanns. Der 54-Jährige hat 2.700 Datensätze von deutschen und niederländischen Bankkunden an die Steuerbehörden im jeweiligen Land weitergeleitet – und dafür über eine Million Euro kassiert. Er muss bis zu drei Jahre in Haft. Deutsche Fiskus bleibt unbehelligt.
Steuer-CDs: Schweizer Gericht verurteilt ehemaligen deutschen Banker

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Ein deutscher Informatiker muss in der Schweiz bis zu drei Jahre ins Gefängnis, berichtet die NZZ. Er hatte als Mitarbeiter der Bank Julius Bär in Zürich die Daten von 2.700 deutschen und niederländischen Bankkunden gestohlen.

Anschließend verkaufte er die Daten an die Steuerbehörden dieser Länder. Für die Steuer-CD kassierte er im Frühjahr 2012 über 1,1 Millionen Euro vom Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Die deutschen Steuerbehörden kauften die gestohlenen Daten, weil sie vermuteten, das in der Schweiz liegende Vermögen nachträglich besteuern zu können. Ein pensionierter Finanzbeamter signalisierte ihm, dass er seine Schulden durch den Diebstahl abtragen könne. Der Fiskus profitierte davon, dass ein Bürger in seinem Dienst zum Kriminellen wurde (mehr hier).

Von den 1,1 Millionen Euro, die für die Steuer-CDs bezahlt wurden, gingen 200.000 Euro an den Steuerfahnder, der den Deal vermittelt hat.

Einen Großteil des Geldes verwendete der Verurteilte dazu, seine eigenen Steuerschulden beim deutschen Fiskus zu begleichen – etwa 680.000 Euro. Der jahrelange Druck des deutschen Fiskus sei das Motiv für seine Strafhandlung gewesen, sagte der Verurteilte.

Der Prozess wurde verkürzt, weil sich der Angeklagte geständig zeigt. Der Deal ist im Sommer des vergangenen Jahres aufgeflogen. Der Deutsche wurde unter anderem in den Anklagepunkten Verletzung des Bankgeheimnisses schuldig gesprochen.

Von den drei Jahren Gefängnisstrafe, die die schweizerische Bundesanwaltschaft mit dem Angeklagten ausgehandelt hat, wird die Hälfte zur Bewährung ausgesetzt. Der Angeklagte befindet sich bereits im Strafvollzug. Das private Vermögen des Mannes wurde konfisziert. Die Schweizerische Eidgenossenschaft verhängte zusätzlich eine Ersatzforderung von 740.000 Euro

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Politik
Politik Putin gedenkt Weltkriegs-Ende: Es gibt keine Vergebung für diejenigen, die „wieder aggressive Pläne pflegen“

Anlässlich des 76. Jahrestags des Sieges der Sowjetunion über Nazideutschland hat Russlands Präsident Wladimir Putin gesagt, dass es...

DWN
Politik
Politik US-Marine fängt Schiff mit Tausenden Waffen im Arabischen Meer ab

Die US-Marine hat im Arabischen Meer ein staatenloses Segelschiff mit Tausenden Waffen abgefangen.

DWN
Politik
Politik EU-Impfkommissarin Kyriakides steht unter Korruptionsverdacht

Die EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides und ihr Ehemann stehen unter Korruptionsverdacht. Es geht um einen Millionenkredit und das...

DWN
Finanzen
Finanzen Alzheimer: So bewahren Sie Freiheit, Finanzen und Lebensqualität trotz Diagnose

Betroffene und Angehörige reagieren zuerst geschockt auf die Diagnose von Alzheimer oder anderen Demenzerkrankungen. Doch gerade in diesen...

DWN
Deutschland
Deutschland Masken-Deals: SPD Bayern droht Söder mit Untersuchungsausschuss

Die bayrische SPD droht der bayrischen Staatsregierung mit einem Untersuchungsausschuss. Es geht dabei um umstrittene Deals mit...

DWN
Finanzen
Finanzen Wann werden die Zentralbanken endlich abgeschafft?

All die vielen monetären Anstrengungen der letzten Jahrzehnte waren anscheinend umsonst. Die Zentralbanken verfehlen ständig ihre Ziele...

DWN
Politik
Politik Strenge der Corona-Maßnahmen korreliert nicht mit den Todeszahlen

Wenn man die Corona-Daten der 50 US-Bundesstaaten vergleicht, so steht man vor einem Rätsel. Denn zwischen Maskenpflicht und Lockdowns auf...

DWN
Politik
Politik Der „Great Reset“ ist keine Verschwörungstheorie, sondern eine Realität

Der „Great Reset“ wird in der Öffentlichkeit als Verschwörungstheorie abgetan. Doch das stimmt nicht. Es handelt sich dabei um eine...