Deutschland

Merkel: Griechen dürfen Europa nicht „am Nasenring durch die Manege führen“

Lesezeit: 1 min
16.06.2012 15:02
Angela Merkel setzt vor der morgigen Wahl in Griechenland auf klare Worte: Europa sei nicht bereit,den Griechen weiter zu helfen, wenn diese sich nicht an die Vereinbarungen halten. Merkel will mit den harten Worten auch ein Zeichen in Richtung der Finanzmärkte setzen, um die Kapitalflucht aus Europa zu stoppen.
Merkel: Griechen dürfen Europa nicht „am Nasenring durch die Manege führen“

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Angela Merkel spricht Klartext: Einen Tag vor der Wahl in Griechenland hat die Kanzlerin erneut jede Änderung am EU-Sparpaket abgelehnt und von den Griechen verlangt, Parteien zu wählen, die sich an die Vereinbarungen halten, sagte Merkel am Samstag bei einem CDU-Landesparteitag in Darmstadt.

Merkel fand ungewöhnlich harte Worte: Es könne nicht sein, dass diejenigen, die sich nicht an Abmachungen hielten, jeden anderen „am Nasenring durch die Manege führen“, Entscheidend sei, dass aus der Wahl in Griechenland am Sonntag diejenigen Kräfte als Sieger hervorgingen und eine Regierung bildeten, die sich an die getroffenen Vereinbarungen hielten. Sie sagte wörtlich: „Deshalb ist es so wichtig, dass auch bei der griechischen Wahl morgen möglichst ein Ergebnis herauskommt, bei dem diejenigen, die zukünftig eine Regierung bilden sagen: Jawohl, wir wollen uns an die Abmachungen halten. Das ist das Fundament auf dem Europa nur gedeihen kann.“

Dieses Signal ist im übrigen nicht nur an die Griechen gerichtet, sondern vor allem an die Finanzmärkte: 70 Prozent der Hilfsgelder an Griechenland gehen an die Gläubiger. Merkel will signalisieren, dass Europa ein guter Schuldner ist, dem man auch weiter sein Geld anvertrauen kann. Erst in der vergangenen Woche wurden die Europäer durch die Kapitalflucht aus Spanien aufgeschreckt. Merkel weiß genau, dass diese Entwicklung brandgefährlich für den Euro ist, viel gefährlicher als das Wahlergebnis in Griechenland (mehr hier).

Auch zur weiteren Entwicklung in Europa mahnte Merkel Geschlossenheit an: „Versprochen. Gebrochen. Nichts passiert. So geht das in Europa unter keinen Umständen weiter.“

Unterdessen gibt es in Athen und Brüssel Überlegungen, bei unklaren Mehrheitsverhältnissen erneute eine Regierung aus Technokraten zu installieren. Dies könnte zu einer Rückkehr von Lucas Papademos als Premierminister führen (mehr dazu hier).

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Das WEF als Selbstbedienungsladen: Die Nebengeschäfte des Klaus Schwab

DWN-Kolumnist Ernst Wolff zeigt auf: Der Chef des Weltwirtschaftsforums, Klaus Schwab, ist ein umtriebiger Geschäftsmann.

DWN
Deutschland
Deutschland KREISS PRANGERT AN: Mehr als 400 Milliarden Euro wandern in die falschen Taschen

DWN-Autor Christian Kreiss stellt höhere Steuern und Enteignungen zur Diskussion.

DWN
Finanzen
Finanzen Was können wir vom Schweizer Rentensystem lernen?

Für die deutsche Altersvorsorge sieht es düster aus. Das belegen Statistiken mittlerweile zu hunderten. Vielleicht hilft ein Blick zu...

DWN
Politik
Politik Mythos Europa: Was bleibt außer Überwachung, Bürokratie und dem digitalen Euro?

Prof. Dr. Werner Thiede setzt sich kritisch mit der Vorstellung auseinander, dass ein geeintes Europa die Lösung für alle Probleme sein...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Gefährdet der Ukraine-Krieg die Neue Seidenstraße?

Um sein gigantisches Projekt umzusetzen, ist für China eines ganz besonders wichtig: Frieden. Doch in der Ukraine tobt der Krieg. Wie wird...

DWN
Technologie
Technologie Künstliche Intelligenz soll Senioren schützen

Zwei Unternehmen wollen die Digitalisierung und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Pflegeeinrichtungen vorantreiben.

DWN
Finanzen
Finanzen Zinswende der EZB trifft Deutschland besonders hart

Durch die EZB-Zinswende müssen die Euro-Staaten künftig wieder höhere Zinsen zahlen. Besonders hart trifft dies jene Staaten, die...