Regierungen beauftragen private Firmen mit dem Hacking von Privat-Computern

 

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16.09.2013 23:38
Die Technologien zur elektronischen Überwachung werden zunehmende von privaten Unternehmen entwickelt. Sie liefern ihre Spionage-Produkte an die Regierungen der Welt, damit diese die E-Mails, Telefonate und Computer der Bürger überwachen können.
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Die globale Überwachung der Bürger geschieht zunehmend mithilfe privater Unternehmen wie der italienischen Firma Hacking Team. Der Markt schafft hochwertige Spionage-Produkte. Die Regierungen sind die einzigen Kunden, die sich diese leisten können.

Anfang September veröffentlichte die Enthüllungsplattform Wikileaks 249 Dokumente von 92 globalen Spionage-Unternehmen. Diese Dokumente zeigen, dass die Regierungen in den USA, der EU und den Schwellenländern die Überwachung ihrer Bürger zunehmend von privaten Unternehmen durchführen lassen.

Wikileaks-Gründer Julian Assange sagte, seine Enthüllungsplattform wolle weiterhin die geheime Industrie der Massenüberwachung ans Licht bringen. „Die Wikileaks Spy Files sind eine wertvolle Ressource für Journalisten und Bürger und zeigen genau, wie geheime staatliche Nachrichtendienste mit der Welt der Konzerne zusammenwachsen in dem Bestreben, alle elektronische Kommunikation abzufangen.“

Die Gegenspionage von Wikileaks hat Bewegungs-Daten von Mitarbeitern der größten Überwachungs-Unternehmen der Welt gesammelt, darunter hochrangige Angestellte von Gamma und Hacking Team. Diese waren in Aserbaidschan, Bahrain, Brasilien, Spanien, Mexiko und anderswo unterwegs.

Die Wikileaks-Dokumente enthalten Verkaufsbroschüren und Präsentationen der privaten Spionage-Industrie. Mit deren Hilfe sollen staatlichen Überwachungsbehörden dazu bewegt werden, Dienste und Technologien zur Massenüberwachung zu kaufen. Zudem enthalten die Wikileaks-Dokumente Verträge und Lieferbestätigungen, die Details darüber enthalten, wie bestimmte Systeme installiert und bedient werden.

Zu den Spionage-Technologien, die derzeit auf dem Markt verkauft werden gehört die Erkennung verschlüsselter Internet-Nutzung wie Skype, BitTorrent, VPN, SSH und SSL. Die Wikileaks-Dokumente enthüllen, wie Privatunternehmen mit den Nachrichtendiensten und der Polizei zusammenarbeiten, um die Codierungs-Schlüssel zu erhalten.

Abfangmethoden für Telefonie, SMS, MMS, Email, Fax und Satelliten-Telefonie sind in den Dokumenten ebenso ausgeführt wie die Möglichkeit, die abgefangene Kommunikation in Echtzeit zu analysieren. Auch erwerben die staatlichen Nachrichtendienste auf dem privaten Markt Technologien, um Internetnutzer mit schadhafter Software anzugreifen.

Einer der größten privaten Anbieter von Überwachungs-Technologien ist das italienische Unternehmen Hacking Team, berichtet The Verge. Es hat 40 Angestellte und verkauft Hacking-Software an staatliche Stellen „in einigen Dutzend Länder auf sechs Kontinenten“.

Das Flaggschiff von Hacking Team heißt Da Vinci und ist mächtiger als das PRISM-Programm des US-Nachrichtendienstes NSA. Mit Da Vinci kann man nicht nur die Telefongespräche, Emails, Skype-Anrufe abfangen, sondern auch die Webcam und das Mikrofon der Zielgeräte anzapfen. Das Unternehmen kann den Behörden den vollen Zugriff auf die Computer der Zielpersonen verschaffen.

Da Vinci kostet mehrere hunderttausend Dollar und wird für jeden Kunden angepasst, sagt Eric Rabe von Hacking Team. Hacking Team verkauft seine Produkte nur an staatliche Stellen, auf die auch das Werbevideo zugeschnitten ist.

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