Technologie

Wissenschaftler entwickeln auf Helgoland intelligente Roboter für den Hochsee-Einsatz

Deutsche Wissenschaftler entwickeln auf Helgoland Roboter mit Künstlicher Intelligenz für den Einsatz auf hoher See.
03.09.2019 14:32
Aktualisiert: 03.09.2019 14:37
Lesezeit: 1 min

Auf Helgoland entsteht ein Forschungszentrum für die Entwicklung von maritimen Technologien wie Künstlich Intelligenten Über- und Unterwasser-Robotern. Aufgebaut wird es von zwei wissenschaftlichen Einrichtungen: Dem „Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung“ (IFAM) sowie dem „Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz“ (DFKI). Sie wollen auf der Insel sowie in der Nordsee Versuche und Langzeittests durchführen, die als Grundlage für die Entwicklung maritimer Technologien dienen sollen. Neben dem Forschungsgebäude an Land wird es auch ein mehrere Quadratkilometer großes, bis zu 45 Meter tiefes Testfeld auf See geben.

Helgoland wurde als Standort ausgewählt, weil die Nordsee rund um die Insel (knapp 70 Kilometer von der Küste entfernt) laut IFAM „harsche Offshore-Bedingungen“ bietet, „die sich für die Erprobung neuer maritimer Technologien hervorragend eignen“.

In einer Pressemitteilung des IFAM heißt es, das Zentrum diene „der Entwicklung und Erprobung von komplexen Robotersystemen … die sowohl unter und auf dem Wasser als auch in der Luft autonom und intelligent agieren.“ Die Systeme „sollen in der Lage sein, Inspektions-, Wartungs- und Reparatur-Arbeiten auf hoher See durchzuführen, um den Menschen bei diesen gefährlichen Arbeiten zu entlasten.“ Und weiter: „Zur Erfüllung dieses breiten Aufgabenspektrums müssen die Luft- und Wasserfahrzeuge mit effizienten elektrischen Antrieben, einer umfangreichen Sensorik, Sensor-Datenerfassung, Sensor-Datenauswertung sowie entsprechenden Algorithmen zur autonomen Durchführung komplexer Missionen ausgestattet sein.“

Der Teamleiter des Bereichs „Maritime Robotik“ am DFKI, Leif Christensen, sagte: „Künstliche Intelligenz und Robustheit sind Kernfunktionen für Unterwasserroboter. Mit diesen Systemen wird es möglich sein, nachhaltig maritime Ressourcen zu bewirtschaften, Sicherheit und Zuverlässigkeit maritimer Energie-Produktion aufrechtzuerhalten und eine gezielte, langfristige Erforschung maritimer Lebensräume zu gewährleisten.“

Das Zentrum steht Unternehmen für Test und Versuche zur Verfügung. Das IFAM schreibt: „Unternehmen, die für die Entwicklung robuster und zuverlässiger Systeme geeignete Test-Umgebungen suchen, können das Know-how sowie das Dienstleistungs-Angebot des Testzentrums nutzen.“

Das erste Projekt, das in dem neuen Zentrum durchgeführt wird, dient allerdings nicht der Entwicklung von Robotern, sondern der Erprobung von Trag-Strukturen von Offshore-Windkraftanlagen. Neben IFAM und DFKI wird ein Konsortium von unterschiedlichen Industrie-Unternehmen unter der Führung der Firma „Vallourec Deutschland“ (ein Anbieter von Rohr-Technik) beteiligt sein.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Neue deutsch emiratische Investitionen stärken Dubais Standortrolle

Die Zeiten, in denen eine Firma vor allem am eigenen Standort und nur begrenzt darüber hinaus florieren wollte, sind vorbei. Heute sind...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Wall Street erholt sich nach Fed-Zinserhöhung
17.09.2026

Nach turbulenten Tagen fassen die Anleger wieder Mut – das sind die wichtigsten Treiber der jüngsten Kursbewegung.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Landgericht Frankfurt entscheidet: Meta muss für betrügerische Social-Media-Anzeigen haften
17.09.2026

Fake-Werbung auf Plattformen wie Facebook und Instagram bleibt für Meta nicht länger ohne rechtliche Folgen. Nach einer Entscheidung des...

DWN
Politik
Politik Unerwartete Wende: Russland behält Kontrolle über wichtige Basen am Mittelmeer
17.09.2026

Nach dem Sturz von Bashar al-Assad schien Russlands militärische Präsenz in Syrien infrage zu stehen. Doch nun zeigt sich eine...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Energiekrise in Europa: Warum Anleger plötzlich profitieren können
17.09.2026

Die Ruhe an Europas Energiemärkten war offenbar nur geliehen. Öl und Gas verteuern sich wieder, die Inflation bleibt hartnäckig und die...

DWN
Panorama
Panorama Zuwanderung bremst Trend: Immer mehr Menschen in Deutschland leben wieder in Familien
17.09.2026

Fast die Hälfte der Menschen in Deutschland wohnt zusammen mit Eltern oder Kindern in einem Haushalt. Nach einer langen Phase des...

DWN
Politik
Politik Überwachung und Chat-Weitergabe: BGH lässt EuGH-Datenschutzregeln im Privatleben klären
17.09.2026

Darf man Angehörige heimlich filmen oder private WhatsApp-Nachrichten an Dritte weiterleiten? Zwei verfahrene Alltagsstreitigkeiten...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Comeback mit Verbrennungsmotoren: Volvo schaltet auf gemischten Antrieb um
17.09.2026

Volvo will den Weg aus der Krise schaffen und setzt dabei wieder verstärkt auf Verbrenner. Neue Fahrzeugmodelle sollen dem schwedischen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Gewerkschaftsstudie: Gesenkte Gastronomie-Mehrwertsteuer bringt Gästen keine Preisvorteile
17.09.2026

Seit Jahresbeginn gilt für Restaurantspeisen der reduzierte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent. Trotzdem verzeichnen Verbraucher...