Deutschland

Nordosten Deutschlands seit zwei Tagen von Internet-Ausfällen betroffen

Lesezeit: 2 min
04.09.2019 12:57  Aktualisiert: 04.09.2019 12:59
In Teilen Berlins ist am Mittwochmorgen das Internet komplett ausgefallen. Auch in anderen Regionen Deutschlands - insbesondere im Nordosten des Landes - gibt es seit gestern einen Internet-Ausfall. Der wirtschaftliche Schaden für deutsche Unternehmen kann noch nicht abgeschätzt werden.
Nordosten Deutschlands seit zwei Tagen von Internet-Ausfällen betroffen
Foto: Sven Hoppe

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Am 4. September 2019 ist es deutschlandweit zu regionalen Störungen des Internets gekommen. Auch die deutsche Hauptstadt war von den Störungen betroffen. In Berlin-Charlottenburg gab es eine Großraumstörung, von der zahlreiche Unternehmen betroffen gewesen sind. Ein Zugang zum Internet war nicht möglich (Stand: 12:52 Uhr).

Bereits gestern berichtete die staatliche russische Nachrichtenagentur Sputnik, dass in großen Teilen Nordostdeutschlands kein mobiles Internet von Telekom- und Vodafonekunden mehr genutzt werden konnte. Die Ursache des Ausfalls bleibt unklar. Vodafone gab Sputnik zufolge als Grund des Ausfalls Serverprobleme an einem zentralen Knotenpunkt an. Warum dann auch Telekomkunden betroffen waren, lässt sich derzeit nicht klären.

Was die Großraumstörung im Raum Berlin-Charlottenburg und in weiteren Regionen Deutschlands für die Unternehmen bedeutet, schilderte Robert Halver, Leiter der Kapitalmarktanalyseabteilung, den Deutschen Wirtschaftsnachrichten: „Man geht dorthin, wo die Infrastruktur stimmt. Stellen Sie sich vor, sie haben ein Unternehmen und sind auf digitale Daten angewiesen. Dann bricht die Internetverbindung zusammen und sie kommen nicht mehr weiter. Wer soll den Schaden, der dadurch entsteht, bezahlen? Deutschland ist bei der Digitalisierung nicht vorn mit dabei. Derzeit muss nicht nur in Brücken und Straßen, sondern in die digitale Infrastruktur investiert werden. Doch die Bundesregierung hängt einem Fetisch nach, die sich Schwarze Null nennt. Der Staat muss sich in der Negativzinsphase verschulden, um zu investieren. Es gibt gute und schlechte Schulden. Gute Schulden bestehen aus der Aufnahme von günstigen Krediten, um in die Infrastrukturverbesserung zu investieren. Schlechte Schulden sind hingegen Schulden, die wahlpopulistischen Motiven dienen.“

Auf Nachfrage der Deutschen Wirtschaftsnachrichten, ob sich Deutschland sich in dieser Frage mit China und den USA vergleichen kann, abtwortete Halver: „China und die USA investieren Unsummen in die digitale Infrastruktur und dabei müssen beide Länder positive Zinsen zahlen, nicht wie Deutschland negative. Deutschland kann unter den aktuellen Infrastrukturbedingungen immer weniger mit den USA und China konkurrieren – insbesondere nicht im 5G-Bereich. Die aktuellen Zusammenbrüche des Internets sind symptomatisch für den Zustand Deutschlands. Dass es immer noch massive Internetstörungen in der deutschen Hauptstadt gibt, ist kein Ruhmesblatt. Wohlgemerkt, wir reden hier über eine Stadt, in der die Ministerien, das Kanzleramt, Botschaften, zahlreiche Unternehmen und weitere Institutionen sitzen.“

In Deutschland kommt es regelmäßig zu Internetstörungen. Im vergangenen Jahr gab es beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern einen Totalausfall des Internets im Gebiet Malchin. Ursache war ein Problem mit der Telekom-Datenleitung. Einen Totalausfall verzeichnete die Sparkasse Malchin. „Die Mitarbeiter der Malchiner Sparkasse waren am Dienstag ganz unfreiwillig zum Nichtstun verdammt. Die Kunden mussten sie wieder wegschicken. Denn die konnten kein Geld abheben oder einzahlen, keine Kontoauszüge ziehen oder Verträge abschließen“, so der Nordkurier. Ein örtliches Reisebüro konnte über drei Tage lang keine Reisen mehr verkaufen. Ein örtliches Sportgeschäft verlor Kunden, weil das Kartenlesegerät im Sportgeschäft nicht mehr funktionierte.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber 5 Immobilienweisheiten – oder wie Sie den Wert Ihrer Immobilie steigern können

Aufgrund der hohen Nachfrage zeigen Immobilien eine äußerst positive Wertentwicklung. Mit ein paar Maßnahmen lässt sich der Preis der...

DWN
Politik
Politik Blamage für Brüssel: US-Finanzministerin wischt Öl-Embargo gegen Russland vom Tisch

US-Finanzministerin Janet Yellen hat den Embargo-Diskussionen der Europäer einen schmerzhaften Dämpfer verpasst.

DWN
Politik
Politik DWN AKTUELL: China hält Manöver vor Taiwan ab / USA bringen Flugzeugträger und Lenkwaffen-Schiffe in Stellung

Alle Augen sind derzeit auf die Ukraine gerichtet. Dabei spitzt sich die Lage in den Gewässern vor China gerade massiv zu.

DWN
Finanzen
Finanzen Vorboten der Krise: Großinvestoren treten die Flucht ins Bargeld an

Große Fonds und Vermögensverwalter ziehen sich aus dem Aktienmarkt zurück und setzen zunehmend auf Cash.

DWN
Finanzen
Finanzen Bärenmarkt voraus: Was Anleger derzeit von professionellen Tradern lernen können

Investoren und Trader betrachten Märkte aus geradezu gegensätzlichen Perspektiven, die beide Erfolg haben können. Doch in einem...

DWN
Technologie
Technologie Liebherr entwickelt Roboter, der Maurer ersetzt

Der Baumaschinen-Produzent "Liebherr" entwickelt einen mobilen Roboter, der ein gesamtes Gebäude errichten kann.

DWN
Finanzen
Finanzen Dax deutlich im Minus: Anleger erwarten steigende Zinsen

Zins- und Rezessionsängste haben am deutschen Aktienmarkt am Donnerstag für deutliche Verluste gesorgt.

DWN
Deutschland
Deutschland Deutschland exportierte im letzten Jahr 300.000 Elektro-Pkw

Die Elektromobilität in Deutschland gewinnt an Schwung - auch dank Kaufprämie und Steuervorteilen. Die Exporte von Elektro-Pkw haben sich...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Umsatz wächst und wächst: Lidl durchbricht Schallmauer

Der Discounter Lidl der Schwarz-Gruppe meldet verblüffende Zahlen.