Finanzen

Norwegen beutet das letzte rentable Ölfeld der Nordsee aus

Die norwegische Regierung kommt bei der Eröffnung des letzten großen Ölfeldes der Nordsee entscheidend voran. So hat die Regulierungsbehörde dem Ölkonzern Equinor die Genehmigung erteilt, mit der Förderung zu starten. Es gibt allerdings ein Problem.
06.09.2019 16:06
Aktualisiert: 06.09.2019 16:11
Lesezeit: 1 min
Norwegen beutet das letzte rentable Ölfeld der Nordsee aus
Ohne die Eröffnung des neuen Ölfeldes würde die Förderung Norwegens stagnieren, glauben Experten.

Norwegen hat einen wichtigen Schritt gemacht, um das Ölfeld „Johan Sverdrup“ in Betrieb zu nehmen, das zu den fünf größten des Landes gehört. Wie die norwegische Regulierungsbehörde National Petroleum Direction erklärte, hat der norwegische Ölkonzern Equinor ASA die Genehmigung erhalten, um den Rohstoff zu fördern. Das Unternehmen wird im Herbst mit der Förderung beginnen, berichtete die Behörde.

In etwa einem Monat – im Oktober - soll der Rohstoff auf die Tanker verladen werden, schreibt die Nachrichtenagentur Bloomberg. Das Ölfeld verfügt Schätzungen zufolge über Lagerstätten zwischen 2,2 bis 3,2 Milliarden Barrel. Es handelt sich dabei um das letzte große und rentable Ölfeld in der Nordsee. Experten gehen davon aus, dass dadurch die Ölförderung des skandinavischen Landes so stark steigen wird wie seit den achtziger Jahren nicht mehr. „Wenn Sverdrup in Betrieb genommen wird, dann wird auch die Produktion Norwegens kurzfristig steigen“, sagte Sonya Boodo, eine Analystin der Energieagentur Rystad Energy. „Ohne Sverdrup, würde die Herstellung stagnieren“, so die Fachfrau.

Eröffnung in mehreren Phasen

Dabei soll die Förderung in mehrere Phasen erhöht werden. Zunächst wird bei der Eröffnung im Oktober das Volumen bei 226.000 Barrel pro Tag liegen, so die Planungen der norwegischen Regierung. Dann soll Equinor im Sommer 2020 die Produktion auf 440.000 Barrel pro Tag steigern. In der dritten Phase, die in den letzten Monaten des Jahres 2022 beginnen soll, muss der Betreiber dann 660.000 Barrel pro Tag liefern.

Norwegen hat allerdings außer dem „Johan Sverdrup“-Feld kein weiteres Projekt in Vorbereitung, das auch nur annähernd so lukrativ wäre. Das bedeutet, dass nach der Ausbeutung dieser Lagerstätten das Land auf keine weitere profitable Ölquelle Zugriff hat. Noch düsterer sieht es beim britischen Rivalen aus. Großbritanniens Ölindustrie in der Nordsee ist bereits seit vielen Jahren am Schrumpfen, weil kein rentables Großfeld mehr entdeckt wurde.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Spritpreise und Inflation steigen: Was tun?
15.09.2026

Die Spritpreise steigen und setzen die Verbraucher unter Druck. Während die SPD einen Preisdeckel fordert, setzt die Union auf gezielte...

DWN
Politik
Politik Kohle erlebt Comeback durch Trumps Iran-Krieg
15.09.2026

Nach den Prognosen der IEA aus dem vergangenen Jahr hätte das Wachstum des globalen Kohleverbrauchs in diesem Jahr zum Stillstand kommen...

DWN
Technologie
Technologie Rekord: 100.000 Kunden bestellen den neuen BMW iX3
15.09.2026

Der neue BMW iX3 entwickelt sich in Europa zum Verkaufserfolg und erreicht bereits 100.000 Bestellungen. Damit legt das erste Modell der...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis aktuell: Vor Fed-Entscheidung Gold kaum bewegt – droht der nächste Rückschlag?
15.09.2026

Der Goldpreis zeigt sich unmittelbar vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank kaum bewegt. Steigende Renditen, ein fester Dollar und...

DWN
Finanzen
Finanzen Tesla-Aktie: Elektro-Lkw Tesla Semi startet verspätet 2027 in Europa
15.09.2026

Jahre nach der ursprünglichen Ankündigung soll der Tesla Semi den Sprung nach Europa schaffen. Der Elektro-Lkw verspricht hohe Reichweite...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft KI und Stellenabbau treffen Akademiker: Berufseinstieg immer schwieriger
15.09.2026

Jung, gut gebildet und trotzdem arbeitslos: Immer mehr Akademiker sind in Deutschland auf Jobsuche trotz Fachkräftemangel. Vor allem...

DWN
Finanzen
Finanzen Chip-Ausverkauf drückt Wall Street ins Minus – Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen steigt über 5 Prozent
14.09.2026

Erfahren Sie, welche Entwicklungen die US-Märkte belasten und warum Tech-Anleger jetzt vorsichtig werden.

DWN
Politik
Politik Eisbrecher und Rohstoffe: Europas Pläne für die Arktis
14.09.2026

Europas hoher Norden rückt sicherheitspolitisch und wirtschaftlich ins Zentrum. Mehrere EU-Staaten planen neue Investitionen, engere...