Politik

Westliche Staaten investieren mehr in die Neue Seidenstraße als China

Der Westen hat seit 2013 mehr Geld in die Staaten entlang der Neuen Seidenstraße investiert als China selbst.
09.09.2019 13:29
Aktualisiert: 09.09.2019 13:40
Lesezeit: 1 min

.

Westliche Industrieländer (einschließlich verbündeter Staaten wie Südkorea und Japan) haben in der Zeit von 2013 bis 2017 etwas mehr Geld in die Entwicklungsländer entlang der Neuen Seidenstraße investiert als China. Das hat eine Studie der Bertelsmann-Stiftung ergeben. Danach betrugen die Investitionen des Westens zusammen insgesamt 290 Milliarden US-Dollar, die Investitionen Chinas 285 Milliarden. Für eine deutliche Mehrheit der Schwellen- und Entwicklungsländer war der Westen der wichtigere Investor, lediglich für fünf Länder war es China.

Zöge man die Finanzströme von vor 2013 (als Chinas Staatspräsident Xi Jinping die Seidenstraße-Initiative ins Leben rief) mit in Betracht, würde sich der Investitionsvorsprung des Westens noch deutlicher zeigen, so die Studie. Insgesamt sei der Fluss der westlichen Investitionen „konstanter“. Tatsache ist, dass die westlichen Investitionen in jedem Jahr etwas über 50 Milliarden Dollar betrugen. Die chinesischen Investitionen sind dagegen sprunghaft: Sie betrugen 2013 und 2014 jeweils unter 25 Milliarden Dollar, 2015 circa 125 Milliarden, 2016 knapp 100 Milliarden und 2017 knapp 30 Milliarden Dollar.

Die Studienautoren fordern den Westen auf, sein Engagement selbstbewusster zu verkaufen. Sie schreiben: „Die Europäische Union und Deutschland können eigene Institutionen, Technologien, Geschäftsmodelle und Wertvorstellungen in deutlich stärkerem Maße als bislang als Alternativen zu chinesischen Angeboten in der ´Belt & Road´-Region vorstellen und aus Positivbeispielen mehr öffentlichen und diplomatischen Nutzen ziehen … Europa braucht dabei keine prinzipielle Gegenposition zu China zu beziehen. Im Rahmen der ´Belt & Road-Initiative´ existieren zahlreiche Bereiche, in denen China und Europa gleiche oder ähnliche Ziele verfolgen. Europa sollte vielmehr darauf hinarbeiten, in Drittländern Standards zu setzen, die dann auch für chinesische Finanzierungen gelten. Wo das gelingt, lassen sich Kräfte bündeln und gemeinsame Projekte betreiben.“

Lesen Sie am Sonntag den DWN-Kommentar zum Thema!

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Unternehmen
Unternehmen Bleiben Sie nicht zu lange im Job: Das ist die ideale Dauer
27.08.2026

Jobhopping galt lange als Makel im Lebenslauf. Eine neue Analyse zeigt nun ein anderes Bild: Wer sehr lange im selben Job bleibt, wirkt auf...

DWN
Finanzen
Finanzen Reallöhne in Deutschland weiter gestiegen
27.08.2026

Die Inflation verliert ihren Schrecken – und die Deutschen haben wieder mehr Kaufkraft. Doch trotz steigender Reallöhne wirken die...

DWN
Technologie
Technologie Schwarz-Gruppe baut riesiges Rechenzentrum bei Rostock
27.08.2026

5,6 Milliarden Euro für Daten, Server und digitale Unabhängigkeit: Die Schwarz-Gruppe plant bei Rostock eines der größten Rechenzentren...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Depot vor dem Aus: Alle Verträge werden gekündigt
27.08.2026

Depot stellt den Geschäftsbetrieb ein und kündigt sämtliche Arbeits- und Mietverträge – doch die bekannte Deko-Marke soll...

DWN
Politik
Politik "Putins Krieg ist ein grandioses strategisches Scheitern", sagt der schwedische Ex-Ministerpräsident Carl Bildt
27.08.2026

Russland intensiviert seine Raketenangriffe, und die Ukraine bereitet sich auf einen fünften Kriegswinter vor. Russland scheitert – doch...

DWN
Finanzen
Finanzen Start Bundesliga: So viel TV-Geld bekommen die Fußball-Bundesligisten
27.08.2026

Bayern erhält mehr als 92 Millionen Euro aus den Medien-Einnahmen, Elversberg rund 31 Millionen: Die Bundesliga-Clubs starten mit...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Chinesische Geisterflotten bedrohen die Autoriesen: „Sie können nicht mithalten“
27.08.2026

Die Welt wird mit chinesischen Elektroautos überschwemmt, und immer mehr davon bleiben unverkauft. Riesige Geisterflotten drohen nun,...

DWN
Finanzen
Finanzen Nvidia-Aktie fällt trotz starker Quartalszahlen – und dreht dann ins Plus: Die Gründe für die Achterbahnfahrt
26.08.2026

Nvidia hat die hohen Erwartungen der Wall Street erneut übertroffen. Dennoch geriet die Nvidia-Aktie nachbörslich unter Druck. Steigende...