Finanzen

Autobauer: Keiner kauft unsere E-Autos, deshalb soll der Steuerzahler subventionieren

Elektroautos sind im Vergleich mit herkömmlichen Fahrzeugen in den meisten Fällen noch immer nicht wettbewerbsfähig. Nun wird bei den Autobauern der Ruf nach Subventions-Milliarden der Steuerzahler laut.
11.09.2019 13:50
Aktualisiert: 11.09.2019 14:01
Lesezeit: 1 min

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet von der IAA:

Die europäischen Autobauer rufen beim Umstieg in die E-Mobilität immer lauter nach dem Staat. Die neuen Automodelle seien jetzt da, sagte der Präsident des europäischen Herstellerverbandes ACEA, Carlos Tavares, am Mittwoch auf der IAA in Frankfurt. Die nächste große Frage sei, wie erschwingliche emissionsfreie Mobilität jetzt unter die breite Masse von Käufern gebracht werde. Die EU-Staaten müssten ihre Investitionen in die Ladeinfrastruktur "dramatisch" erhöhen. Der ACEA forderte außerdem erneut genug Kaufanreize, also zum Beispiel Kaufprämien, in allen EU-Staaten. Nur so könne der noch verschwindend geringe Absatz von E-Autos schnell genug steigen, damit die Autoindustrie die schärferen Klimaschutzziele zum Kohlendioxid-Ausstoß einhalten könne.

Nach einer Studie des ACEA ist das Netz von Stromtankstellen noch immer viel zu löchrig. Im vergangenen Jahr gab es demnach in den 28 EU-Staaten 144.000 Ladesäulen. Das waren zwar drei Mal so viele wie fünf Jahre zuvor. Doch den Bedarf bis 2030 schätze die EU-Kommission auf 2,8 Millionen. Drei Viertel der Ladestellen sind außerdem in den vier EU-Ländern Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden. In Ost- und Südeuropa sei außerdem das Pro-Kopf-Einkommen zu niedrig, um sich die noch relativ teuren Elektroautos anzuschaffen.

Der Marktanteil von reinen Elektroautos machte 2018 zwei Prozent aller Neuwagen aus. Weitere 3,8 Prozent waren Hybridmodelle, die Kraftstoff- und Stromantrieb kombinieren.

Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums hat die Bundesregierung seit 2009 fünf Milliarden Euro zur Förderung von Elektromobilität ausgegeben. In die Ladeinfrastruktur sollen 300 Millionen Euro bis 2030 gesteckt werden. Mangelnde Lademöglichkeiten, die begrenzte Reichweite von Elektroautos und die vergleichsweise sehr hohen Preise sind Gründe für das Zögern der Verbraucher.

Die Autoindustrie kann aber die von der Politik vorgegebenen Ziele zur Reduktion der CO2-Emissionen auf durchschnittlich 95 Gramm je Kilometer bis 2021 und weiter auf rund 60 Gramm bis 2030 nur schaffen, wenn sie den Absatz mit E-Autos steigert. Politik und Industrie müssten sich besser abstimmen, um das Henne-Ei-Problem von E-Autos und Infrastruktur zu lösen, sagte Tavares.

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