Finanzen

Ifo-Institut: Exporteure führen Deutschland in die Rezession

Die exportierenden Unternehmen rechnen erneut mit einer Eintrübung ihrer Geschäfte. Inzwischen gilt als sehr wahrscheinlich, dass die deutsche Volkswirtschaft im Sommer in die Rezession gerutscht ist.
25.09.2019 08:47
Aktualisiert: 25.09.2019 08:55
Lesezeit: 1 min

Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren ist so schlecht wie seit der weltweiten Finanzkrise von 2009 nicht mehr. Das Barometer für die Exporterwartungen der Industrie fiel im September um 2,9 auf minus 5,2 Punkte, wie das Ifo-Institut am Mittwoch zu seiner monatlichen Umfrage unter 2300 Betrieben mitteilte. Im August hatte es noch einen kleinen Anstieg gegeben. "Ein möglicher harter Brexit wirft seine Schatten voraus", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. "Im Moment gibt es von der Weltwirtschaft kaum positive Signale für die deutschen Exporteure."

Einen deutlichen Dämpfer gab es für die chemische Industrie, die kaum noch Zuwächse beim Exportgeschäft erwartet. "Ein Grund hierfür war die angespannte Situation im Nahen Osten", sagte Fuest. Dort hatten Anschläge auf saudi-arabische Ölanlagen die Preise für den Rohstoff - der in der Branche benötigt wird - in die Höhe schießenlassen. Auch die Hersteller von Gummi- und Kunststoffwaren erwarten schwierigere Zeiten. Die Produzenten von Elektrotechnik stellen sich auf sinkende Umsätze im Auslandsgeschäft ein: Ihre Exporterwartungen waren zuletzt 2009 so pessimistisch wie derzeit. "Unter den wenigen Lichtblicken in diesem Monat waren die Textil- und die Getränke-Hersteller", sagte Fuest.

Wegen der schwächelnden Industrie gehen die meisten Experten davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt im zu Ende gehenden dritten Quartal erneut geschrumpft ist und Deutschland damit erstmals seit dem Jahreswechsel 2012/13 in eine Rezession rutscht. Die Industrie leidet unter Handelskriegen, Brexit-Verunsicherung und schwächerer Weltkonjunktur. Mittlerweile können sich auch viele Dienstleister dem Abwärtstrend nicht mehr entziehen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Unternehmen
Unternehmen Escort zwischen Plattform und Premiumservice: Wie sich ein diskreter Markt professionalisiert

Wenn über Escort-Services gesprochen wird, kommen dabei oft veraltete Assoziationen auf. Der Markt hat sich aber in den vergangenen Jahren...

DWN
Finanzen
Finanzen DAX-Kurs aktuell über wichtiger Trendlinie - positive Signale stabilisieren die Börsen
21.04.2026

Der DAX-Kurs zeigt sich nach einem schwachem Wochenstart wieder stabiler. Hoffnung auf diplomatische Fortschritte im Nahost-Konflikt treibt...

DWN
Technologie
Technologie Umfrage: Atomausstieg wird kritisch bewertet - Mehrheit dennoch gegen Rückkehr zur Kernenergie
21.04.2026

Drei Jahre nach dem Ende der Kernenergie wächst die Kritik in der Bevölkerung. Viele Deutsche zweifeln am damaligen Beschluss, doch ein...

DWN
Finanzen
Finanzen Ölpreis aktuell uneinheitlich: Hoffnung auf Gespräche zwischen USA und Iran
21.04.2026

Die Ölpreise reagieren empfindlich auf neue Signale aus der Geopolitik. Gespräche zwischen Iran und USA könnten den Markt beruhigen –...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Bruttoverdienst: Große Unterschiede zwischen Ost und West
21.04.2026

Mehr als drei Jahrzehnte nach der Einheit bleibt der Bruttoverdienst zwischen Ost und West deutlich unterschiedlich. Neue Zahlen zeigen...

DWN
Panorama
Panorama Buckelwal in der Ostsee: Timmy kämpft weiter ums Überleben - ist Nichtstun vielleicht die beste Option?
21.04.2026

Buckelwal Timmy kämpft in der Ostsee weiter ums Überleben: Nach mehreren Strandungen hoffen Helfer auf eine Wendung. Doch Fachleute...

DWN
Politik
Politik Rente: Merz kündigt tiefgreifende Änderungen an - Rentenreform zwingt Bürger zum Umdenken
21.04.2026

Die Rentenreform rückt immer stärker in den Mittelpunkt der politischen Agenda. Bundeskanzler Friedrich Merz kündigt tiefgreifende...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Energiewende in China: Peking überholt Europas Tempo bei sauberer Energie
21.04.2026

China dreht beim Umbau seines Energiesystems massiv auf. Mit einem radikalen Ausbau von erneuerbaren Energien und Kernkraft setzt Peking...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktüberblick: Aktien geben nach, da der Iran Einladung zu Gesprächen ablehnt
20.04.2026

Geopolitische Unsicherheiten sorgen für Bewegung an den Börsen – was Anleger jetzt über die aktuellen Entwicklungen wissen müssen.