Deutschland

Flughafen Köln-Bonn rutscht tief in die Verlustzone

Der zweitgrößte Flughafen Nordrhein-Westfalens wird im laufenden Jahr einen hohen Verlust erwirtschaften.
15.10.2019 14:49
Aktualisiert: 15.10.2019 14:51
Lesezeit: 1 min

Nordrhein-Westfalens zweitgrößter Flughafen, der Airport Köln Bonn, ist in tiefroten Zahlen gelandet. 2019 werde das Unternehmen voraussichtlich einen Verlust von 19,9 Millionen Euro erwirtschaften, teilte die Flughafen Köln Bonn GmbH am Dienstag mit. Der deutliche Fehlbetrag soll ein Ausrutscher bleiben - 2018 gab es noch ein Gewinn von knapp einer Million Euro. 2020 sollen die Geschäfte wieder profitabel sein. Die Passagierzahl sinkt dieses Jahr der Prognose zufolge um fünf Prozent auf 12,3 Millionen.

Flughafen-Chef Johan Vanneste begründete die diesjährigen Einbußen damit, dass Airlines wie Condor, Laudamotion und Norwegian nicht mehr den rheinischen Landeplatz ansteuern, zudem strich Eurowings einige Verbindungen. Vanneste verwies außerdem auf die schwache Weltkonjunktur, wodurch weniger Fracht verschickt wird, und auf finanzielle Belastungen in Höhe von 10 Millionen Euro durch Vorruhestandsregelungen und Altersteilzeitprogramme - das Geld soll dazu führen, dass die Personalkosten langfristig sinken.

Bei den Bodenverkehrsdiensten - also zum Beispiel der Gepäck- und Frachtabfertigung - gibt es weiterhin Probleme. Diese Geschäfte sind den Angaben zufolge in diesem Jahr sehr verlustreich, was sich auch 2020 nicht ändern werde. Die Airport-Spitze pochte darauf, dass man in Gesprächen mit Arbeitnehmervertretern "eine kompromissfähige Lösung" für wettbewerbsfähige Bodenverkehrsdienste finden müsse.

Der Flughafen gehört der öffentlichen Hand, Hauptgesellschafter sind die Stadt Köln, das Land NRW und der Bund. Die Firma hat rund 1800 Mitarbeiter, inklusive anderer Unternehmen sind am Flughafen insgesamt etwa 15 000 Menschen tätig.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Goldgedeckte Digitalwährungen als Brücke zwischen Sachwerten und Finanztechnologie

Steigende Inflation, geopolitische Unsicherheiten und die fortschreitende Digitalisierung verändern die Anforderungen an moderne Formen...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Intel verzeichnet nach Trump-Beitrag große Gewinne; Aktien erholen sich, da Iran-Abkommen greift
18.06.2026

Ein turbulenter Handelstag voller Überraschungen: Erfahren Sie, welche Faktoren die Märkte antreiben und warum Anleger jetzt umdenken...

DWN
Politik
Politik Koalition verschiebt Abstimmung über Gesundheits-Sparpaket
18.06.2026

Das umstrittene Sparpaket der schwarz-roten Koalition für stabile Krankenkassenbeiträge soll noch nicht in der kommenden Woche im...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Grünes Licht aus Brüssel: Bund darf bei Panzerbauer KNDS einsteigen
18.06.2026

Die Bundesregierung hat beim geplanten Einstieg beim deutsch-französischen Rüstungskonzern KNDS eine wichtige Hürde genommen. Die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Vom PKW zum Panzer: Europa braucht keine neuen Fabriken für Rüstung
18.06.2026

In den letzten Monaten gibt es Diskussionen darüber, dass Automobilhersteller einen Teil ihrer ungenutzten Kapazitäten für die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Streit um die Arbeitszeit: Scharfe Kritik an Plänen für flexibleren Achtstundentag
18.06.2026

Die Pläne des SPD-geführten Arbeitsministeriums zur Arbeitszeitflexibilisierung stoßen auf harten Widerstand. Wirtschaft und der...

DWN
Politik
Politik Gentechnik ohne Label: EU macht den Weg für neue Züchtungen frei
18.06.2026

Genverändertes Obst und Gemüse landet in der EU bald ohne spezielle Kennzeichnung im Supermarktregal. Das Europäische Parlament hat den...

DWN
Politik
Politik Verfassungszoff ums neue Heizgesetz: Droht der Koalition eine Klatsche in Karlsruhe?
18.06.2026

Das geplante Heizgesetz der schwarz-roten Koalition wackelt: Ein neues Gutachten der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags bescheinigt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Inflation bleibt hartnäckig: Ifo sieht nur kurze Erholung
18.06.2026

Die deutsche Wirtschaft steckt in der längsten Stagnationsphase seit 1949 fest. Mit dem erhofften Kriegsende im Iran hellen sich die...