Wirtschaft

Saudi Aramco: Börsen-Wert ist niedriger als von Riad erhofft

Saudi Aramco steht kurz vor dem heimischen Börsengang. Doch die Bewertung liegt nicht wie von Riad erwünscht bei etwa zwei Billionen, sondern bei weniger als 1,5 Billionen US-Dollar.
04.11.2019 17:00
Lesezeit: 1 min

Der saudische Ölkonzern Saudi Aramco steht kurz vor dem Börsengang an der heimischen Tadawul-Börse. “Heute ist die richtige Gelegenheit für neue Investoren, die Vorteile der Wertschöpfung von Aramco zu nutzen”, zitiert der englischsprachige Dienst von Reuters Yasir al-Rumayyan, Vorsitzender von Saudi Aramco.

Obwohl die Nachricht nach Monaten der Ungewissheit sicherlich willkommen ist, hat das Unternehmen die Details zurückgehalten. Welche Investoren bisher ein Interesse an den Aktien gezeigt haben, ist ebenfalls noch Verschlusssache.

Der Ölriese erzielte in den vergangenen neun Monaten einen freien Cashflow von 59 Milliarden US-Dollar und plant, zwischen 2020 und 2024 jährliche Dividenden in Höhe von 75 Milliarden US-Dollar zu zahlen. Aramco hat mehr Flexibilität als vergleichbare Unternehmen, um die Auszahlungen bei schwankenden Ölpreisen aufrechtzuerhalten, berichtet Bloomberg.

In der Zwischenzeit hat sich herausgestellt, dass die Bewertung in Höhe von zwei Billionen US-Dollar, die Kronprinz Mohammed Bin Salman für Aramco angestrebt hatte, möglicherweise nicht zu erreichen ist. Bloomberg berichtete, dass die Banken, die den Deal arrangiert hatten, potenziellen Anlegern Untersuchungen zugesandt haben, wonach Saudi Aramco einen Wert von noch weniger als 1,5 Billionen US-Dollar haben könnte.

Die Bank of America (BofA) scheint besonders vorsichtig zu sein und bewertet Aramco zwischen 1,22 und 2,27 Billionen US-Dollar. Dies, so Archana Narayanan, Javier Blas und Matthew Martin von Bloomberg, sei “mehr als ausreichend, um die kombinierten Marktkapitalisierungen von Exxon Mobil, Royal Dutch Shell und Chevron den drei größten börsennotierten Energieunternehmen der Welt, zu erfüllen.”

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