Deutschland

Schwache Konjunktur bedrückt nun auch die Robotik und Automation

Die Stimmung am Markt kühlt sich immer mehr ab. Jetzt ist auch die Robotik und Automation bei den deutschen Maschinenbauern davon betroffen.
30.11.2019 09:46
Lesezeit: 1 min

Die deutsche Robotik und Automation kann sich der konjunkturellen Abkühlung des Maschinen- und Anlagenbaus nicht entziehen: Für 2019 erwartet die Branche ein Umsatzminus von fünf Prozent auf 14,3 Milliarden Euro. Das berichtet der deutsche Branchenverband VDMA.

„Ein zunächst hoher Auftragsbestand wurde im Jahresverlauf weitgehend abgebaut und die aus Vorjahren bekannte Herbstbelebung blieb aus“, sagte Wilfried Eberhardt, der Chief Marketing Officer des Herstellers Kuka und Vorsitzender der Sektion „Robotik und Automation“ im Verband. „Nach einem Jahrzehnt der Rekorde muss auch unsere Innovations- und Wachstumsbranche aufgrund der schwierigen weltwirtschaftlichen Lage nun einen deutlichen Dämpfer hinnehmen“, erklärte der Vertreter von VDMA.

Hintergrund: Die Abkühlung der Konjunktur ist so stark, dass davon alle Teilbranchen der Sektion betroffen sind. Die Organisation rechnet damit, in der Sektion der industriellen Bildverarbeitung die Umsätze um sieben Prozent zurückgehen. Der VDMA geht davon aus, dass sich die Erlöse der größten Teilbranche, den Integrated Assembly Solutions, um fünf Prozent verringern. Die Robotik geht derzeit von einem Minus von drei Prozent aus.

Gründe für diese Rückgänge sind neben einer an Dynamik verlierenden Weltkonjunktur auch Sättigungseffekte in wichtigen Märkten. So stagniert zum Beispiel der weltweite Verkauf von Smartphones, was sich auch auf die Investitionen in Maschinen auswirkt. Darüber hinaus sorgt die aktuelle Unsicherheit in vielen Kundenbranchen für Investitionszurückhaltung. Hier wirken sich Unwägbarkeiten durch die Transformation der Automobilindustrie sowie die zunehmende Zahl von Handelsstreitigkeiten besonders stark aus. Da derzeit noch keine Trendwende in Sicht ist, prognostiziert VDMA Robotik + Automation für 2020 einen weiteren Rückgang des Branchenumsatzes um zehn Prozent.

„Als Schlüsseltechnologie für die Optimierung der Produktion und als Garant für hohe Qualitäts- und Nachhaltigkeitsstandards wird die Robotik und Automation aber auch in Zukunft eine zentrale Rolle spielen und mittelfristig auf ihren Wachstumskurs zurückkehren“, betont Patrick Schwarzkopf, Geschäftsführer des VDMA Fachverbandes Robotik + Automation.

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