Finanzen

Zahl der Börsengänge im laufenden Jahr weltweit eingebrochen

Die Zahl der Börsengänge ist im laufenden Jahr deutlich zurückgegangen – ein Zeichen dafür, dass viele Beobachter mit einer Eintrübung der Weltkonjunktur rechnen.
12.12.2019 09:56
Aktualisiert: 12.12.2019 09:56
Lesezeit: 1 min
Zahl der Börsengänge im laufenden Jahr weltweit eingebrochen
Das Logo von Teamviewer steht vor der Börse in Frankfurt. (Foto: dpa) Foto: Andreas Arnold

Trotz des Mega-Börsengangs des Ölriesen Saudi Aramco war 2019 auch international ein maues Jahr für Börsengänge. Weltweit wagten nur 1115 Unternehmen den Schritt aufs Parkett - 19 Prozent weniger als im Vorjahr, wie die Unternehmensberatung EY am Donnerstag mitteilte. Das Emissionsvolumen sank um vier Prozent auf 198 Milliarden US-Dollar. Und das, obwohl Saudi Aramco mit einem Emissionsvolumen von 29,4 Milliarden Dollar den größten Börsengang aller Zeiten hinlegte.

"Handelskonflikte und der Brexit lähmten", sagte EY-Experte Martin Steinbach. Zudem sorgten die Eintrübung der Weltwirtschaft und Börsenturbulenzen für Verunsicherung. Einige prominente Börsenneulinge erwiesen sich für die Investoren zudem als schlechtes Geschäft, ihre Aktienkurse brachen nach der Erstnotiz ein. So haben die Papiere des US-Mitfahrdiensts Uber seit dem acht Milliarden Dollar schweren Börsengang mehr als ein Drittel ihres Werts verloren. Andere einst hochgelobte Unternehmen wie der US-Bürovermieter WeWork, dessen Börsenpläne krachend scheiterten, schafften es gar nicht erst auf das Parkett.

Auch in Deutschland war die Liste der Unternehmen, die ihre Börsenträume begraben mussten, lang. Nur das schwäbische Software-Unternehmen Teamviewer, die Volkswagen-Nutzfahrzeug-Tochter Traton und der Online-Modehändler Global Fashion Group (GFG) brachten nennenswerte Summen ein - Anfang des Jahres hatten Experten noch auf mehr als 15 solcher Emissionen gehofft. Dabei stand Teamviewer allein mit zwei Milliarden Euro für mehr als die Hälfte des Emissionsvolumens von 3,6 Milliarden Euro.

Absehbare Börsengänge in Deutschland sind vor allem Abspaltungen von Großkonzernen wie Wintershall DEA, der Öl- und Gas-Gemeinschaftsunternehmen von BASF, das den Schritt für das zweite Halbjahr anpeilt. Continental hat sich für seine Getriebe-Sparte Vitesco statt eines echten Börsengangs dafür entschieden, die Aktien einfach an die eigenen Aktionäre zu verteilen. Auf diesen Weg hat sich Siemens für seine Energie-Sparte bereits festgelegt.

ThyssenKrupp verfolgt für seine Aufzug-Sparte ebenfalls einen Börsengang, auch wenn Konkurrenten und Finanzinvestoren gerne direkt zugreifen würden - und vermutlich auch zum Zug kommen. Auch Unternehmen wie Springer Nature, die in den vergangenen Jahren mit ihren Börsenplänen gescheitert sind, könnten einen neuen Anlauf wagen. Zudem will die Bahn ihre internationale Nahverkehrstochter Arriva aufs Parkett bringen - hat dafür aber Amsterdam als Börsenplatz ausgewählt.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

 

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: KI-Aktien erhalten Auftrieb nach positivem Auftakt der Berichtssaison
21.10.2026

Neue Rekordhochs und überraschende Bilanzen: Erfahren Sie, welche Entwicklungen die US-Märkte aktuell beflügeln.

DWN
Finanzen
Finanzen Die Schuldenbombe unter der Motorhaube der KI tickt immer lauter. Wo könnte es zuerst krachen?
21.10.2026

Investoren zahlen immer höhere Preise für Schutz vor Zahlungsausfällen. Entscheidend wird sein, wer die Verluste trägt, falls die...

DWN
Finanzen
Finanzen Analyse: Bei der Luxusaktie zeichnet sich eine Wende ab
21.10.2026

Nach mehreren Jahren schwacher Verkäufe und sinkender Gewinne sind die Erwartungen an den Luxuskonzern deutlich zurückgegangen. Die...

DWN
Politik
Politik Europa wird zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt von einem politischen Sturm erschüttert
21.10.2026

Europa müsste gleichzeitig seinen größten Haushalt beschließen, die Ukraine stützen und dem wachsenden Druck aus den USA, Russland und...

DWN
Technologie
Technologie In Lettland wurde ein neues Gerät zum Bitcoin-Mining für zu Hause entwickelt – Bitcube
21.10.2026

Das Technologieunternehmen Power Mining hat Bitcube auf den Markt gebracht, ein in Lettland entwickeltes Gerät zum Bitcoin-Mining für den...

DWN
Immobilien
Immobilien Blaupause oder teures Experiment? Berlins historischer Anlauf zur Vergesellschaftung
21.10.2026

Linke, Grüne und SPD in Berlin haben ihre Sondierungen beendet und wollen Koalitionsverhandlungen aufnehmen. Der entscheidende Knackpunkt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Handelskrieg mit China vermeiden: Merz fordert Fairness statt Eskalation
21.10.2026

Die EU will sich stärker gegen unfaire Handelspraktiken schützen. Bundeskanzler Friedrich Merz betont jedoch, dass es dabei nicht um...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ukraine-Wirtschaft schwächelt: Experten senken Wachstumsprognose deutlich
21.10.2026

Die massiven russischen Angriffe verschlechtern die wirtschaftlichen Aussichten der Ukraine spürbar. Das Wiener Institut für...