Finanzen

US-Regierung bereitet Sanktionen gegen Nordstream 2 vor

Das US-Repräsentantenhaus hat Sanktionen gegen das Pipeline-Projekt Nordstream 2 auf den Weg gebracht. Es muss jetzt noch vom Senat gebilligt werden. Eine Zustimmung Trumps gilt als sicher.
12.12.2019 11:02
Aktualisiert: 12.12.2019 11:02
Lesezeit: 1 min
US-Regierung bereitet Sanktionen gegen Nordstream 2 vor
Ein Arbeiter in einer Röhre des Pipeline-Projekts. (Foto: dpa) Foto: Jens B

Das US-Repräsentantenhaus hat am Mittwoch Sanktionen gegen am Pipelineprojekt Nord Stream 2 beteiligte Firmen und Einzelpersonen auf den Weg gebracht. Die geplanten Strafmaßnahmen wurden am Mittwoch von der Kongresskammer als Teil eines breit angelegten Gesetzentwurfs zum Verteidigungsetat verabschiedet. Das Gesetz muss noch vom Senat gebilligt werden, anschließend wird es Präsident Donald Trump zur Unterzeichnung vorgelegt. Seine Zustimmung gilt als sicher.

Die Bundesregierung hat mit Kritik auf die Sanktionsabstimmung reagiert. "Unsere Haltung zu extraterritorialen Sanktionen ist klar: Wir lehnen diese ab", teilte das Wirtschaftsministerium von Peter Altmaier (CDU) am Donnerstag mit. Zugleich verwies das Ministerium darauf, dass eine Abstimmung im Senat in Washington noch nicht stattgefunden habe. Wie der US-Senat sich verhalten werde, werde nun "genau" beobachtet werden.

Die deutsch-russische Außenhandelskammer (AHK) hat die US-Sanktionen scharf verurteilt und fordert als Gegenmaßnahme nun Sanktionen gegen die USA, berichtet AFP. "Es ist an der Zeit, dass Berlin und Brüssel eine klare politische Position beziehen und mit gezielten Gegenmaßnahmen antworten", erklärte der AHK-Chef Rainer Seele, gleichzeitig Chef des österreichischen Öl- und Gaskonzerns OMV. Auf dem Spiel stehe die energiepolitische Unabhängigkeit Europas.

Der Vorsitzende der deutsch-russischen AHK, Matthias Schepp, erklärte am Donnerstag, die geplante Pipeline erhöhe die Energiesicherheit in Europa und sorge für günstige Energiepreise auch im Vergleich zum teureren Flüssiggas aus den USA. Dessen Verkauf nach Europa solle durch die neuen Sanktionen befördert werden, kritisierte er.

Er verwies auf ein Positionspapier der AHK. Demnach braucht Deutschland günstige Energiepreise, um mit seinen energieintensiven Industrien im weltweiten Wettbewerb bestehen zu können. Die Abhängigkeit von russischem Gas sei ein Scheinargument, da ein theoretischer Lieferstopp Russlands heutzutage durch den Kauf von Flüssiggas ausgeglichen werden könne. Die EU hänge weniger vom russischen Gas ab als Russland von den Deviseneinnahmen für in die EU geleitetes russisches Gas.

Das Nord-Stream-Konsortium wird vom russischen Gazprom-Konzern angeführt, der die Hälfte der Finanzierung des 9,5-Milliarden-Euro-Projekts aufbringt. Zu den Beteiligten gehören auch die deutschen Unternehmen Uniper und Wintershall. Die 1255 Kilometer lange Pipeline ist nach Angaben des Konsortiums zu 90 Prozent fertiggestellt und soll im kommenden Jahr in Betrieb gehen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Krypto-Wallet-Vergleich: So verwalten Sie Bitcoin & Co. sicher – die besten digitalen Geldbörsen
08.04.2026

In digitalen Geldbörsen verwalten Nutzer Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ether und bewahren sie sicher auf. Doch welches Krypto-Wallet...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Exporteure: Wachstum erwartet – doch Risiken für Exporte steigen
08.04.2026

Die deutsche Exportwirtschaft trotzt internationalen Konflikten und blickt weiterhin nach vorn. Doch steigende Risiken in Lieferketten und...

DWN
Politik
Politik Neuer Wehrdienst: Verteidigungsminister Pistorius schafft Klarheit bei Auslandsreisen
08.04.2026

Der neue Wehrdienst wirft Fragen auf: Müssen junge Männer künftig Auslandsaufenthalte genehmigen lassen? Nach heftiger Kritik stellt...

DWN
Politik
Politik Waffenruhe im Iran-Konflikt: Zehn-Punkte-Plan wirft Fragen auf – wie geht es weiter?
08.04.2026

Nach Wochen der Gewalt bringt eine Feuerpause im Iran-Konflikt Hoffnung auf Entspannung. Doch entscheidende Fragen bleiben offen, und...

DWN
Finanzen
Finanzen Energiemärkte reagieren: Erdgaspreis fällt nach Iran-Deal
08.04.2026

Plötzlich entspannt sich die Lage am Energiemarkt: Der Erdgaspreis fällt deutlich, nachdem im Iran-Konflikt eine Waffenruhe vereinbart...

DWN
Finanzen
Finanzen DAX-Kurs aktuell deutlich im Plus: Waffenruhe im Iran-Konflikt beflügelt Aktienmärkte
08.04.2026

Der DAX-Kurs hat die Marke von 24.000 Punkten zurückerobert, die Anleger feiern die Waffenruhe im Iran-Konflikt. Während die Ölpreise...

DWN
Finanzen
Finanzen Benzinpreise: Trendwende bei Super, Rekorde bei Diesel
08.04.2026

Die Entwicklung der Benzinpreise bleibt für viele Verbraucher schwer nachvollziehbar. Während Super E10 leicht nachgibt, steigt der...

DWN
Finanzen
Finanzen Evotec-Aktie: Pharmaunternehmen Evotec reduziert Nettoverlust deutlich
08.04.2026

Nach schwierigen Jahren sendet Evotec positive Signale: Die aktuellen Evotec-Zahlen zeigen eine klare Verbesserung. Dennoch bleibt die Lage...