Politik

EU gibt Russland Mitschuld am Ausbruch des Zweiten Weltkriegs

Das EU-Parlament beschuldigt Russland, gemeinsam mit dem Dritten Reich den Zweiten Weltkrieg ausgelöst zu haben. Putin kritisiert: "Als hätten sie vergessen, wer Polen am 1. September 1939 und die Sowjetunion am 22. Juni 1941 angegriffen hat."
14.01.2020 10:30
Aktualisiert: 14.01.2020 10:30
Lesezeit: 1 min
EU gibt Russland Mitschuld am Ausbruch des Zweiten Weltkriegs
Das Ehrenmal für die Verteidiger der Stadt Leningrad. (Foto: dpa) Foto: Monika Skolimowska

Aus einer verabschiedeten Resolution des EU-Parlaments geht hervor, dass nicht nur das Dritte Reich, sondern auch Russland eine Schuld am Ausbruch des Zweiten Weltkriegs trägt. Die Resolution trägt den Titel “Bedeutung des europäischen Geschichtsbewusstseins für die Zukunft Europas.”

Das EU-Parlament ziehe “in der Erwägung, dass vor 80 Jahren, am 23. August 1939, die kommunistische Sowjetunion und das nationalsozialistische Deutsche Reich den als Hitler-Stalin-Pakt bekannten Nichtangriffspakt und dessen Geheimprotokolle unterzeichneten, womit die beiden totalitären Regime Europa und die Hoheitsgebiete unabhängiger Staaten untereinander aufteilten und in Interessensphären einteilten und damit die Weichen für den Zweiten Weltkrieg stellten”, heißt es in der Resolution.

Am 28. September 1939 sei der Grenz- und Freundschaftsvertrag zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion (Molotow-Ribbentrop-Pakt, Anm. d. Red.) geschlossen worden, woraufhin “die Republik Polen zuerst von Hitler und zwei Wochen später von Stalin überfallen wurde – wodurch das Land seine Unabhängigkeit einbüßte und eine beispiellose Tragödie für das polnische Volk ihren Anfang nahm.”

Die “kommunistische Sowjetunion” habe am 30. November 1939 einen Angriffskrieg gegen Finnland begonnen und im Juni 1940 Teile Rumäniens besetzt und annektiert, die seitdem nicht an Rumänien zurückgegeben worden sind. Zudem habe sich die Sowjetunion die unabhängigen Republiken Litauen, Lettland und Estland einverleibt.

Der russische Präsident Wladimir Putin wies am 11. Dezember 2019 die EU-Resolution als “unbegründet” zurück. “Die Versuche, die historische Wahrheit zu verzerren, hören nicht auf. Nicht nur die Unterstützer der Nationalsozialisten machen das. Jetzt ist das auch bei einigen durchaus angesehenen internationalen Institutionen und europäischen Strukturen angekommen. Als hätten sie vergessen, wer Polen am 1. September 1939 und die Sowjetunion am 22. Juni 1941 angegriffen hat”, zitiert die Tass Putin.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Ergebnisse der Tech-Giganten: Meta plant KI-Investitionen von bis zu 135 Milliarden Dollar
28.01.2026

Die Technologiegiganten Meta, Microsoft und Tesla übertrafen die Erwartungen der Analysten, insbesondere im Hinblick auf den Wettlauf um...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: US-Börsen blieben nach Zentralbankentscheidung stabil
28.01.2026

Die erwartete Entscheidung der US-Notenbank, die Zinssätze stabil zu halten, ließ die Märkte auf klarere Hinweise bezüglich künftiger...

DWN
Politik
Politik Energieprojekt Bornholm: Dänemark und Deutschland einigen sich auf gemeinsame Finanzierung
28.01.2026

Deutschland und Dänemark rücken bei einem zentralen Energieprojekt enger zusammen. Welche wirtschaftlichen und strategischen Folgen hat...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis-Rekordhoch: Trump treibt Gold-Rallye weiter an – sind bald schon 6.000 Dollar möglich?
28.01.2026

Der Goldmarkt erlebt derzeit eine historische Ausnahmesituation: Ein neues Goldpreis-Rekordhoch folgt dem nächsten. Trumps...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Puma unter chinesischem Großaktionär: Welche europäischen Sportmarken unabhängig bleiben
28.01.2026

Der Einstieg eines chinesischen Großaktionärs bei Puma rückt die Eigentümerstrukturen europäischer Sportmarken in den Fokus. Welche...

DWN
Finanzen
Finanzen Verdacht auf Geldwäsche: BKA durchsucht Deutsche Bank
28.01.2026

Erneut Ärger wegen möglicher Geldwäsche: Justiz und BKA sichern Beweise bei der Deutschen Bank. Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang...

DWN
Politik
Politik Haseloff-Nachfolger: Schulze neuer Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt
28.01.2026

Nach 15 Jahren Reiner Haseloff übernimmt Sven Schulze das Amt des Regierungschefs in Sachsen-Anhalt – und muss gleich gegen einen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Stellenabbau: Amazon streicht weltweit 16.000 Arbeitsplätze
28.01.2026

Der weltgrößte Onlinehändler Amazon baut erneut Tausende Stellen ab. Was hinter den Entlassungen steckt und wie der Konzern auf die...