Politik

Beziehungen zur EU beschädigt: Spanien weist bolivianische Diplomaten aus

Nachdem Bolivien zwei spanische Diplomaten ausgewiesen hat, hat Spanien drei bolivianische Diplomaten ausgewiesen. Die Spannungen gehen auf Ermittlungen zurück, wonach unter Ex-Präsident Morales die Partei Podemos illegal finanziert haben soll.
03.01.2020 11:32
Aktualisiert: 03.01.2020 11:32
Lesezeit: 1 min
Beziehungen zur EU beschädigt: Spanien weist bolivianische Diplomaten aus
Pedro Sánchez, der geschäftsführende Ministerpräsident Spaniens. (Foto: dpa) Foto: Mar

Die spanische Regierung erklärte kürzlich drei bolivianische Diplomaten für "personae non gratae", nachdem Boliviens Interimspräsidentin Jeanine Áñez erklärt hatte, dass das Land Mexikos Botschafter und zwei spanische Diplomaten ausweisen würde, berichtet der Guardian.

Spaniens Schritt erfolgte, nachdem Bolivien den spanischen Diplomaten vorwarf, in Begleitung maskierter Mitglieder der spanischen Spezialkräfte die mexikanische Mission in der Hauptstadt La Paz zu infiltrieren, um den ehemaligen Adjutanten von Ex-Präsident Evo Morales, der nach wochenlangen Protesten im November 2019 zurückgetreten war, zur Flucht zu verhelfen. Es handelt sich dabei um Juan Ramón Quintana.

"Diese Gruppe von Vertretern der Regierungen von Mexiko und Spanien hat die Souveränität und Würde des bolivianischen Volkes und seiner konstitutionellen Regierung schwer verletzt", sagte Áñez am 30. Dezember und gab den mexikanischen und spanischen Diplomaten 72 Stunden Zeit, das Land zu verlassen.

Zuvor hatte Mexiko beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag eine Beschwerde gegen die Interimsregierung Boliviens eingereicht. Das Außenministerium erklärte, dass die Mobilisierung von bolivianischen Sicherheitskräften rund um die Residenz des mexikanischen Botschafters seine Rechte verletzt, die in internationalen Verträgen verankert sind.

Die Spannungen zwischen Bolivien und Spanien gehen auch auf Ermittlungen des Generalstaatsanwalts in La Paz zurück, wonach während der Amtszeit von Morales “illegale Gelder” aus Bolivien an die spanische Partei Podemos geflossen sein sollen, um den Sozialismus in Europa zu finanzieren.

Währenddessen hat der EU-Botschafter in Bolivien, Jörg Schreiber, die Ausweisung spanischer Diplomaten aus Bolivien scharf kritisiert. Die kubanische Nachrichtenagentur Prensa Latina zitiert Schreiber: “Die Ausweisung spanischer und mexikanischer Diplomaten hat die Beziehungen zur Europäischen Union (EU) beschädigt.”

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold erlebt ein Comeback: Wie das MTS Money Transfer System Sicherheit und digitale Freiheit verbindet

Steigende Staatsverschuldung, Inflation und geopolitische Spannungen stärken die Bedeutung von Gold als Vermögenswert. Das MTS Money...

DWN
Politik
Politik Trumps jüngster Schachzug gegen die Windenergiebranche ließ einen Analysten vom Stuhl rutschen
30.10.2026

Die Windindustrie wartet schon lange auf Neuigkeiten zu US-Zöllen auf importierte Windkraftanlagen und -komponenten. Der jüngste Schritt...

DWN
Technologie
Technologie Enthüllt: Diese US-Techkonzerne wollten den Stromverbrauch ihrer Rechenzentren geheim halten
29.10.2026

Google und Microsoft wollten zentrale Angaben zum Stromverbrauch ihrer irischen Rechenzentren unter Verschluss halten. Die Umweltbehörde...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Wall Street gibt nach – Alphabet, Amazon und Intel belasten Aktienmärkte
29.10.2026

Spannende Wende an der Wall Street: Erfahren Sie, welche überraschenden Faktoren die Kurse der Tech-Riesen ins Wanken bringen.

DWN
Politik
Politik Haushaltskrise der Länder: Kommunale Schulden steigen um fast zehn Prozent
29.10.2026

4.907 Euro je Einwohner: Die Verschuldung der Kommunen ist im vergangenen Jahr weiter gewachsen. Dabei fällt die Belastung regional sehr...

DWN
Politik
Politik „Gen Z regelt“ mobilisiert: Das ist für Samstag geplant
29.10.2026

In knapp 30 Städten sind Proteste angekündigt, organisiert von einer noch jungen Gruppierung. Nach den Ausschreitungen in Frankreich...

DWN
Politik
Politik Verteidigung des Baltikums: Heereschef Freuding fordert mehr Tempo
29.10.2026

Mehr als 70 Generale und führende Offiziere aus Deutschland und den Niederlanden haben mögliche Brennpunkte im Baltikum erkundet....

DWN
Politik
Politik Umfrage: Deutsche sehen USA ähnlich kritisch wie China
29.10.2026

Kurz vor den US-Zwischenwahlen fällt das Bild der Vereinigten Staaten in Deutschland überwiegend negativ aus. In einer aktuellen...

DWN
Technologie
Technologie Testbericht: Apples erstes faltbares iPhone ist ein kostspieliges, aber überzeugendes Debüt
29.10.2026

Ich erinnere mich noch gut an die Reue, die ich beim Kauf des iPhone 3GS im Jahr 2009 empfand. Bis dahin hatte ich ein BlackBerry Pearl...