Deutschland

Neuer Tiefpunkt für den Maschinenbau: Manager rechnen für 2020 mit Umsatzrückgang von 4,2 Prozent

Die Maschinenbau-Industrie geht noch schlechteren Zeiten entgegen: Einer aktuellen Umfrage von PWC zufolge werden die Erlöse der Branche um 4,2 Prozent schrumpfen. So schlecht war der Ausblick noch nie, seitdem die Umfrage durchgeführt wird. Jetzt dürften die Produzenten massive Restrukturierungen planen, glaubt das Beratungs-Unternehmen.
09.01.2020 10:00
Lesezeit: 1 min
Neuer Tiefpunkt für den Maschinenbau: Manager rechnen für 2020 mit Umsatzrückgang von 4,2 Prozent
Der deutsche Maschinenbau mit immer neuen Tiefpunkten (Foto: dpa). Foto: Felix K

Der deutsche Maschinenbau ist auf einem weiteren Tiefpunkt angelangt. Wie aus dem aktuellen Branchenbarometer der Wirtschafts- und Beratungsgesellschaft PWC hervorgeht, erwarten die befragten Manager für 2020 für den gesamten Maschinen- und Anlagenbau einen Umsatzrückgang von 4,2 Prozent. Dies ist der schlechteste Ausblick, den die Geschäftsleute gegeben haben, seitdem die Umfrage durchgeführt wird. PWC hatte diese Erhebung das erste Mal 2014 organisiert.

Doch das ist noch nicht alles: Darüber hinaus bewerteten die Geschäftsleute erstmals die Entwicklung zuhause schlechter als an den Weltmärkten. So gehen 38 Prozent der befragten Unternehmer davon aus, dass sich das Businesss in Deutschland schlechter als bisher entwickeln wird. Nur 34 Prozent hingegen rechnen damit, dass die Entwicklung global ungünstiger als zuvor sein wird. Noch im Vorquartal hatte dieser Ausblick unter umgekehrten Vorzeichen gestanden - nämlich 36 Prozent zu 54 Prozent.

Eine starke Belastung für die Branche sind der Brexit, die globalen Handelskonflikte, die Wirtschaftssanktionen und die Krise der deutschen Automobilindustrie. Dadurch fallen für die Hersteller wichtige Aufträge weg. Die durchschnittliche Kapazitätsauslastung der befragten Unternehmen liegt inzwischen bei durchschnittlich 82,7 Prozent - auch einem Tiefstwert auf Rekordniveau. Nur noch bei rund einem Drittel sind die Kapazitäten voll ausgelastet.

"Die Unternehmen drosseln die Produktion und werden perspektivisch Kostensenkungsprogramme und Restrukturierungen implementieren", sagte Klaus-Peter Gushurst, der Leiter des Bereichs Industries & Innovation bei PwC. Und weiter: "Die Sorgen der Branche sind groß. Jeder dritte Entscheider geht von einer negativen Umsatzentwicklung des eigenen Unternehmens im kommenden Jahr aus." Aber auch wenn die Talsohle der Entwicklung noch bevorstehe: "Ich warne davor, einen unüberlegten Investitionsstopp ins Auge zu fassen", so Gushurst mit Nachdruck.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Wandel im Vaping-Markt: Nachhaltigkeit und Kostendruck treiben Wechsel zu Mehrwegsystemen

Der Markt für E-Zigaretten durchlebt eine tiefgreifende Transformation. Lange Zeit galten Einweg-Vapes, popularisiert durch Marken wie Elf...

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen MiCA-Regeln greifen: Warum Krypto-Anleger ihre Börse jetzt überprüfen sollten
30.07.2026

Seit dem 1. Juli gelten in der EU deutlich strengere Regeln für Krypto-Dienstleister. Wer europäischen Kunden Kryptohandel, Verwahrung...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bahn macht wieder Gewinn: Doch das Chaos bleibt
30.07.2026

Die Deutsche Bahn erzielt wieder einen Gewinn – doch der Erfolg täuscht über die größten Baustellen des Konzerns hinweg. Marode...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Analyse: Der Aktiencrash in Russland spiegelt die desolate Wirtschaftslage wider
30.07.2026

Während die Aktienkurse in weiten Teilen der Welt während des russischen Krieges gegen die Ukraine stark gestiegen sind, hat sich in...

DWN
Finanzen
Finanzen Adidas-Aktie: Ergebnis enttäuscht
30.07.2026

Die Adidas-Aktie gerät nach den Quartalszahlen massiv unter Druck, obwohl der Sportartikelhersteller seine Umsatzprognose anhebt. Höhere...

DWN
Politik
Politik Analyse: Ukraine bereit mit Superwaffe – kann den Kreml treffen
30.07.2026

Die Ukraine steht offenbar kurz vor der Fertigstellung einer eigenen ballistischen Langstreckenrakete. Die FP-9 könnte Moskau und andere...

DWN
Finanzen
Finanzen Shell-Aktie profitiert von hohen Öl- und Gaspreisen
30.07.2026

Der Iran-Krieg treibt die Energiepreise und beschert Shell Milliardenprofite. Die Shell-Aktie profitiert vom Boom – doch Anleger müssen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Wirtschaft wächst trotz Iran-Krieg
30.07.2026

Die deutsche Wirtschaft trotzt dem Iran-Krieg. Doch der erhoffte kräftige Aufschwung lässt weiter auf sich warten. Immerhin gibt es erste...

DWN
Unternehmen
Unternehmen BMW-Gewinn bricht um mehr als ein Drittel ein
30.07.2026

Vor allem China belastet die Münchner. Die Zahlen für das zweite Quartal zeigen, warum der Autobauer Tausende Jobs abbauen will. Der neue...