Wirtschaft

Chinas Wirtschaft wächst so langsam wie seit 29 Jahren nicht mehr

Die chinesische Wirtschaft ist im vergangenen Jahr um 6,1 Prozent gewachsen, was der tiefste Wert seit 29 Jahren ist.
17.01.2020 13:33
Aktualisiert: 17.01.2020 13:33
Lesezeit: 1 min
Chinas Wirtschaft wächst so langsam wie seit 29 Jahren nicht mehr
Stahlarbeiter in Schutzkleidung arbeiten vor einem angestochenen Hochofen in dem staatlichen Unternehmen "Dongbei Special Steel". (Foto: dpa) Foto: Liu Debin

Vor dem Hintergrund des Handelskonflikts mit den USA und einer allgemein schwächeren Konjunktur ist Chinas Wirtschaft 2019 so langsam wie seit fast 30 Jahren nicht mehr gewachsen. Nach 6,6 Prozent 2018 legte die zweitgrößte Volkswirtschaft im abgelaufenen Jahr nur noch um 6,1 Prozent zu, wie das Pekinger Statistikamt am Freitag mitteilte.

Jedoch zeigte sich zum Jahresende eine leichte Stabilisierung. Wie schon im dritten Quartal verzeichnete Chinas Wirtschaft im Zeitraum von Oktober bis Dezember ein Plus von 6,0 Prozent. Im ersten Quartal waren 6,4 und im zweiten 6,2 Prozent erreicht worden.

Die etwas bessere Stimmung zum Jahresende dürfte laut Beobachtern auch mit der Entschärfung des Handelsstreit zwischen Peking und Washington zusammenhängen. US-Präsident Donald Trump hatten im Oktober eine Einigung über ein Teilabkommen verkündet, das in dieser Woche unterzeichnet wurde.

Das Abkommen sieht vor, dass sich beide Seiten nicht mehr mit zusätzlichen Strafzöllen überziehen. China hat sich zudem verpflichtet, seine Einfuhren aus den USA deutlich zu erhöhen.

Dass der Konflikt zwischen der alten Weltmacht und dem Aufsteiger China damit vorüber ist, erwarten die meisten Beobachter jedoch nicht. Die Einigung verhindere vorerst zwar eine rasante Verschlechterung der Beziehungen. “Aber die zunehmende Rivalität zwischen den USA und China ist damit nicht ausgeräumt”, zitiert die dpa Max Zenglein vom China-Institut Merics in Berlin. Sie werde das Verhältnis auch künftig weit über Handelsfragen hinaus prägen. Mit einem schnellen, umfassenderen Folgeabkommen sei deshalb nicht zu rechnen. Unternehmen würden Schritte einleiten, um das politische Risiko in ihren globalen Lieferketten zu verringern.

Die Spannungen zwischen den USA und China beunruhigen einer Befragung zufolge auch viele Bürger in der EU. Drei von vier Europäern seien besorgt über den Handelskonflikt der beiden Großmächte, in Deutschland gar 81 Prozent, berichtete die Bertelsmann Stiftung am Freitag. Eine beim Institut Dalia Research beauftragte Umfrage in den 28 Mitgliedsländern der EU zeige auch, dass Europäer sich zu einem großen Teil nach wie vor den USA verbunden fühlten. China schätzten sie dagegen überwiegend als Wettbewerber ein.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik "Nichtstun ist keine Option": Merz will alle Renten-Pläne der Kommission umsetzen
23.06.2026

33 Vorschläge hat eine 13-köpfige Kommission für eine große Rentenreform vorgelegt. Der Kanzler stellt sich zu 100 Prozent hinter die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutschlands Insolvenzwelle rollt weiter
23.06.2026

Die deutsche Wirtschaft kommt nicht aus der Krise: So viele Unternehmen wie seit 2013 nicht mehr rutschen in die Insolvenz. Experten warnen...

DWN
Finanzen
Finanzen Urlaubseuro 2026: In diesen Ländern bekommen Sie am meisten Urlaub für Ihr Geld
23.06.2026

100 Euro klingen nach 100 Euro, doch im Urlaub entscheidet das Reiseziel über ihren wahren Wert. Eine neue Analyse zeigt, wo Reisende 2026...

DWN
Finanzen
Finanzen Chip-Aktien treiben die Börsen. Droht jetzt der nächste Schock?
23.06.2026

Die Börse feiert Chip-Aktien, als wäre der KI-Boom ein Naturgesetz. Doch genau diese Euphorie macht die Märkte verletzlich. JPMorgan...

DWN
Politik
Politik Russlands Tankstellen trocknen aus
23.06.2026

Russlands wichtigster Wirtschaftszweig steht unter Beschuss: Ukrainische Drohnen treffen Raffinerien, Benzin wird knapp, die Preise...

DWN
Finanzen
Finanzen Sk-Hynix-Aktie jagt Samsung vom Börsenthron
23.06.2026

Der KI-Boom schreibt einen neuen Börsenkönig: Sk Hynix hat Samsung nach 26 Jahren von der Spitze Südkoreas verdrängt. Doch während...

DWN
Politik
Politik Ostsee unter Druck: Mysteriöse Schiffe bedrohen Europas kritische Infrastruktur
23.06.2026

Mysteriöse Schiffe, gekappte Datenkabel und wachsende Angst vor russischer Sabotage setzen Europas kritische Infrastruktur unter Druck....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Standort Deutschland: Gutverdiener sehnen sich nach Job im Ausland
23.06.2026

Viele Deutsche stöbern laut einer Umfrage aktiv in ausländischen Stellenanzeigen. Hauptmotive: Eine bessere Bezahlung und...