Deutschland

Immer mehr Arbeitnehmer in Deutschland zahlen den Spitzensteuersatz

Immer mehr Arbeitnehmer zahlen in Deutschland den Spitzensteuersatz, der für Top-Verdiener gedacht ist. Nach neuesten Zahlen gehörten 2018 4,1 Millionen Steuerzahler dazu.
20.01.2020 12:51
Aktualisiert: 20.01.2020 12:51
Lesezeit: 1 min
Immer mehr Arbeitnehmer in Deutschland zahlen den Spitzensteuersatz
Auch ein Chemiearbeiter muss jetzt den Spitzensteuersatz bezahlen (Foto: dpa). Foto: Hendrik Schmidt

Immer mehr Arbeitnehmer zahlen in Deutschland den für Top-Verdiener gedachten Spitzensteuersatz. Im bisher letzten abgeschlossenen Finanzjahr 2015 betraf dies mehr als jeden zwölften Steuerzahler - mehr als 3,5 Millionen Bürger, wie aus der Regierungsantwort auf eine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht, über die die „Süddeutsche Zeitung“ zuerst berichtete. Für 2018 schätzt die Bundesregierung die Zahl der Spitzensteuersatz-Zahler auf 4,1 Millionen, endgültige Daten liegen noch nicht vor. Der Spitzensteuersatz liegt derzeit bei 42 Prozent und fällt ab rund 56 000 Euro zu versteuerndem Einkommen im Jahr an.

Etwa die Hälfte der Spitzensteuersatz-Zahler verdiente dem Bericht zufolge nicht mehr als 5000 bis 7000 Euro brutto im Monat - etwa das eineinhalbfache des Durchschnittslohns. Im Jahr 1965 dagegen habe man noch das 15-fache des Durchschnittslohns verdienen müssen, um unter den Spitzensatz zu fallen.

Angesichts der Überschüsse im Bundeshaushalt ist eine Debatte über Steuersenkungen entbrannt. «Wir brauchen eine große Steuerreform, die kleine und mittlere Einkommen besserstellt», forderte Linksfraktionschef Dietmar Bartsch. Wer weniger als 7100 Euro brutto im Monat verdiene, solle weniger zahlen. „Wer mehr hat, zahlt mehr und finanziert die Entlastungen.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Goldgedeckte Digitalwährungen als Brücke zwischen Sachwerten und Finanztechnologie

Steigende Inflation, geopolitische Unsicherheiten und die fortschreitende Digitalisierung verändern die Anforderungen an moderne Formen...

DWN
Panorama
Panorama KI-Bewerbung: Diese 5 Fehler sollten Sie vermeiden
20.06.2026

Immer mehr Bewerber nutzen KI, um ihre Jobsuche zu beschleunigen. Doch die besten Ergebnisse entstehen nicht auf Knopfdruck. Wer Chatbots...

DWN
Panorama
Panorama EU einigt sich auf Fluggastrechte-Reform: Das ändert sich für Reisende
20.06.2026

Die EU hat sich auf neue Regeln für Flugreisende verständigt. Künftig sollen Passagiere bei Gepäck, Sitzplätzen und Informationen...

DWN
Finanzen
Finanzen Deutsche Börse: Deutschland strebt eine Ausnahmeregelung von der gemeinsamen Aufsicht an
20.06.2026

Deutschland fordert mehr europäische Kapitalmarktintegration, will der Deutschen Börse aber offenbar eine Ausnahme sichern. Der Fall...

DWN
Politik
Politik Rotstift beim Wohngeld: Bundesregierung plant Sparhammer für Wohngeldempfänger
19.06.2026

Das Spardiktat der Bundesregierung trifft Haushalte mit geringem Einkommen hart: Bauministerin Verena Hubertz plant drastische Kürzungen...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Preis Sevnica: 60 Tonnen Stahl für die Elektrifizierung Europas
19.06.2026

Das Unternehmen Preis Sevnica aus Slowenien fertigt hochkomplexe Transformatorgehäuse, baut im Zuge der Elektrifizierung Europas seine...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Chinesische Elektroautos greifen Deutschlands Autoelite an
19.06.2026

Wer Chinas Autobauer noch für Nachahmer hält, unterschätzt den eigentlichen Umbruch der Branche. Chinesische Elektroautos setzen längst...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie kaufen? Der Superzyklus steht erst am Anfang
19.06.2026

Der Wert der Rheinmetall-Aktie hat sich seit 2022 bereits vervielfacht. Russlands Krieg gegen die Ukraine, Europas Aufrüstung und...

DWN
Politik
Politik Druck aus Berlin: Kanzler Merz will EU-Haushalt eindampfen und Tempo machen
19.06.2026

Bundeskanzler Friedrich Merz erhöht beim EU-Gipfel in Brüssel den Druck auf die europäischen Partner. Er wies den aktuellen Entwurf für...