Deutschland

Daimler-Chef mahnt Arbeiter vor Tarifverhandlungen zur Mäßigung

Daimler bereitet sich auf Tarifverhandlungen mit den Gewerkschaften vor. Konzernchef Källenius mahnt die Arbeitnehmer-Vertreter schon im Vorfeld, sich doch etwas zurückzuhalten.
20.01.2020 14:37
Aktualisiert: 20.01.2020 14:37
Lesezeit: 1 min
Daimler-Chef mahnt Arbeiter vor Tarifverhandlungen zur Mäßigung
Der Autohersteller bereitet sich auf Verhandlungen mit den Arbeitnehmer-Vertretern vor (Foto: dpa). Foto: Nicolas Armer

Daimler-Chef Ola Källenius hat die IG Metall zur Zurückhaltung bei den anstehenden Tarifverhandlungen aufgerufen. «Wir halten es in dieser Situation für sehr, sehr sinnvoll, die Ansprüche entsprechend anzupassen», sagte Källenius im Gespräch mit der «Automobilwoche» (Montag). «Ich kann nur die handelnden Personen auffordern, langfristig zu denken und zu erkennen, was in dieser Situation wichtig ist.» Konkrete Zahlen nannte er dem Branchenmagazin zufolge nicht.

Daimler müsse gerade mit Maßnahmen wie Personalabbau die Kosten reduzieren, sagte Källenius. «Es gibt Lieferanten der ersten, zweiten oder dritten Ebene in einer noch deutlich schwierigeren Situation. Diese Unternehmen können keine deutlichen Kostensteigerungen vertragen.» Einen weiteren Stellenabbau bei Daimler wollte Källenius nicht ausschließen: «Kein Unternehmen kann die nächsten fünf Jahre sicher vorhersagen. Wir haben ein Ziel gesetzt. Ob wir auf der Reise dorthin nochmals anpassen müssen, werden wir sehen.»

Die anstehende Tarifrunde steht im Zeichen schwächerer Konjunkturdaten und anstehender Strukturveränderungen insbesondere in der Autobranche. Der schleichende Abschied vom Verbrennungsmotor bereitet der Autoindustrie und vor allem den Zulieferern derzeit große Probleme. Vergangenen Herbst hatte Källenius ein Sparprogramm angekündigt: Er will die Investitionen deckeln und bis Ende 2022 allein beim Personal 1,4 Milliarden Euro einsparen. Mehr als 10 000 Stellen sollen dadurch früheren Angaben zufolge wegfallen. Auch weitere Autobauer und Zulieferer wollen Tausende Jobs streichen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Die Krise der deutschen Automobilindustrie: Wo geht die Reise hin?
11.10.2026

Die deutsche Automobilindustrie, das historische Rückgrat des nationalen Wohlstands, steckt in ihrer schwersten Krise seit Jahrzehnten....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Umgang mit Cookies: BGH verhandelt zu Cookie-Speicherung – darum geht's
10.10.2026

Der Bundesgerichtshof prüft, ob Unternehmen für das Speichern von Cookies auf fremden Internetseiten ohne Einwilligung haften müssen....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Uber-Robotaxis in Deutschland: Erst Stellen streichen, dann Jobs versprechen
10.10.2026

Uber streicht Tausende Stellen und verspricht gleichzeitig neue Arbeitsplätze in Deutschland. Was widersprüchlich klingt, folgt einer...

DWN
Finanzen
Finanzen Revolut-Bank greift an: Dieser Fintech-Riese will Europas Banken überholen
10.10.2026

Die Revolut-Bank wächst in einem Tempo, von dem klassische Geldhäuser nur träumen können: fast 70 Millionen Kunden, Milliardenbewertung...

DWN
Technologie
Technologie KI-Prompts für Marketing und Vertrieb: 7 KI-Vorlagen für KMU und Selbstständige
10.10.2026

Fast jedes zweite kleine Unternehmen sieht noch keinen echten Nutzen in KI – dabei liegt der Unterschied oft nur im richtigen Prompt....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Dacia Sandero Stepway: Europas Bestseller hat ein Sicherheitsproblem
10.10.2026

Europas meistverkauftes Auto kommt nicht von Volkswagen, Toyota oder Peugeot, sondern von Dacia. Der Sandero Stepway punktet mit enormer...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kingspan Group-Aktie unter Druck: EU greift nach geplatztem Deal durch
10.10.2026

Ein geplatzter Milliardendeal? Nein, ein gescheiterter Firmenkauf mit teuren Folgen. Weil der irische Baustoffkonzern Kingspan die...

DWN
Politik
Politik Marine Le Pen plant finanzpolitischen Kurs mit großen Einsparungen: Auf den Straßen wächst die Wut
10.10.2026

Frankreich steht finanziell mit dem Rücken zur Wand. Während Zehntausende junge Menschen gegen marode Schulen und fehlende Investitionen...