Finanzen

Trotz Iran-Konflikt: Saudi-Arabien begibt milliardenschwere Anleihen

Trotz der regionalen Spannungen im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt, hat Saudi-Arabien Anleihen im Wert von fünf Milliarden US-Dollar begeben, die anschließend gezeichnet wurden. Das Vertrauen der Anleger in das Königreich ist offenbar groß.
23.01.2020 16:19
Aktualisiert: 23.01.2020 16:19
Lesezeit: 1 min
Trotz Iran-Konflikt: Saudi-Arabien begibt milliardenschwere Anleihen
Der Mondschatten in Riad. (Foto: dpa) Foto: -

Saudi-Arabien hat Anleihen im Wert von fünf Milliarden US-Dollar begeben, die anschließend gezeichnet wurden. Die Anleihen haben Laufzeiten von sieben (1,25 Milliarden US-Dollar), zwölf (eine Milliarde US-Dollar) und 35 Jahren (2,75 Milliarden US-Dollar). Damit konnte Riad seine Staatskasse vorübergehend füllen. Dies ist ein Zeichen dafür, dass eine Verschärfung der geopolitischen Spannungen am Golf die Anleger nicht davon abgehalten hat, angesichts der weltweit niedrigen Zinsen hohe Renditen zu erwarten, meldet der englischsprachige Dienst von Reuters.

Saudi-Arabiens Dollar-Anleihen, die zu den liquidesten in der Region zählen, waren nach einem Angriff auf die Einrichtungen des staatlichen Ölgiganten Aramco im vergangenen Jahr und einem US-Drohnenangriff, bei dem der iranische Militärkommandant Qassem Soleimani getötet wurde, relativ widerstandsfähig.

“Es gibt definitiv eine Risikoprämie, die mit dem geopolitischen Risiko verbunden ist”, so Zeina Rizk von Arqaam Capital.

“Sowohl die Auswirkungen auf die saudische Staatsanleihe in den vergangenen Wochen als auch die Preisgestaltung der Neuemission bestätigen, dass die Nachfrage nach saudischem Risiko trotz des erhöhten geopolitischen Risikos und der jüngsten Spannungen am Golf vorhanden ist”, meint Alberto Bigolin von Tellimer.

Citigroup, Morgan Stanley und Standard Chartered arbeiteten bei der Platzierung der Anleihen als gemeinsame globale Koordinatoren und Lead Manager, während BNP Paribas, HSBC, JPMorgan und NCB Capital als passive Lead Manager eingestellt wurden.

Von Saudi-Arabiens geplantem Gesamtemissions-Volumen in diesem Jahr werden fast zwölf Milliarden US-Dollar zur Refinanzierung bestehender lokaler Schulden verwendet.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt und Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Pharma-Aktien am Wendepunkt: Bringt 2026 eine Trendwende?
24.01.2026

Nach schwachen Kursjahren rückt der Gesundheitssektor wieder in den Fokus internationaler Investoren. Stehen Pharma-Aktien vor einer...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Leadership in der Dauerkrise: Wie Führungskräfte neue Stabilität schaffen
24.01.2026

Ob Handelskonflikte, Regulierung oder Digitalisierung: Unsicherheit ist im Mittelstand zur Konstante geworden. Wie Führungskräfte dennoch...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Löhne in Deutschland steigen: Wird nun alles teurer? Ein Warnsignal aus Südosteuropa
24.01.2026

Laut Stepstone-Gehaltsreport 2026 steigen in Deutschland aktuell die Löhne. Was auf den ersten Blick sehr gut klingt, kann sich auf den...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Consultingbranche: Warum Wachstum Berater immer teurer macht
24.01.2026

Berater sind gefragter denn je, doch der Boom hat seinen Preis. Während Unternehmen immer stärker auf externe Expertise setzen, drücken...

DWN
Technologie
Technologie Wie viel Fortschritt braucht das Elektroauto? 3 E-Auto-Trends im Check
24.01.2026

Das Elektroauto steht an der nächsten Schwelle: Nicht mehr nur Reichweite zählt, sondern Komfort, Tempo und cleverer Energieeinsatz....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europa im KI-Wettbewerb: Microsoft-CEO sieht Energiekosten als Schlüsselfaktor
24.01.2026

Der globale Wettbewerb um Künstliche Intelligenz verschiebt sich zunehmend auf grundlegende Kosten- und Standortfaktoren. Welche Bedeutung...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Wall Streets wechselhafte Woche: Trumps Entscheidung beruhigte, Intel verschreckte und Gold lockte
23.01.2026

Eine turbulente Woche an der Wall Street endete in einer Stimmung, in der geopolitische Fragen auf die Abkühlung im Technologiesektor und...

DWN
Politik
Politik Drei Mächte, ein Krisengebiet: Neue Verhandlungen über den Donbass
23.01.2026

Nach langer Funkstille nehmen die Ukraine und Russland erstmals wieder direkte Gespräche auf – unter Beteiligung der USA. Im Zentrum...