Wirtschaft

Deutschland mit weltweit größtem Exportüberschuss

Das vierte Jahr in Folge hat Deutschland den weltweit größten Überschuss in der Leistungsbilanz erzielt.
03.02.2020 12:28
Aktualisiert: 03.02.2020 12:28
Lesezeit: 1 min
Deutschland mit weltweit größtem Exportüberschuss
Der deutsche Leistungsbilanzsaldo der vergangenen Jahre. (Grafik: ifo Institut/Christian Grimme)

Deutschlands Überschuss in der Leistungsbilanz ist im vergangenen Jahr nach Angaben des ifo Instituts erneut gestiegen und bleibt der weltweit größte, noch vor Japan (194 Milliarden US-Dollar) und China (183 Milliarden US-Dollar). Christian Grimme, Konjunkturexperte am ifo Institut, sagt dazu: “Wir rechnen mit 293 Milliarden Dollar oder 262 Milliarden Euro, was 7,6 Prozent der Jahreswirtschaftsleistung entspricht. 2018 waren es nur 7,3 Prozent. Die Rezession in der deutschen Industrie dürfte ein wichtiger Faktor sein, denn dadurch sind die Importe von Waren langsamer gestiegen.”

Auch die Primäreinkommen, das vor allem grenzüberschreitend erwirtschaftete Einkommen aus Vermögensanlagen, wie zum Beispiel Zins- und Dividendenzahlungen umfasst, legten zu. Diese machen inzwischen 37 Prozent des Leistungsbilanzüberschusses aus.

Wie sich die deutsche Leistungsbilanz im Verlauf des Brexits entwickeln wird, bleibt unklar. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) zeigt sich jedenfalls pessimistisch. Die Zeit der Unsicherheit für deutsche Unternehmen und für Hunderttausende Beschäftigte ist nach dem Brexit noch lange nicht vorbei. Zwar habe die Hängepartie um den Austritt Großbritanniens aus der EU ein Ende, doch zur Erleichterung bestehe kein Anlass, so der BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang. Wie es beim zukünftigen Verhältnis zwischen der Europäischen Union und Großbritannien weitergehen solle, sei offen. Es gehe vor allem um die künftigen Wettbewerbsbedingungen.

Das Risiko eines harten Bruchs mit Großbritannien ohne Abkommen bleibe groß, sagte Lang. Die Unternehmen wüssten weiterhin nicht, worauf sie sich im Verlauf dieses Jahres einstellen müssten. Dies könnte auch Auswirkungen auf Jobs in deutschen Firmen haben. Rund eine halbe Million Arbeitsplätze hingen am Geschäft mit Großbritannien, so Lang. 20 Prozent davon könnten im schlimmsten Fall betroffen sein, etwa weil Firmen ihre Produktion in Großbritannien auslaufen lassen. Zudem sind die deutschen Exporte ins Vereinigte Königreich im vergangenen Jahr bereits deutlich zurückgegangen.

Aufgrund der kurzen Verhandlungszeit sei bis Jahresende ein umfassendes Handelsabkommen zwischen der EU und Großbritannien nach dem Vorbild des Abkommens zwischen der EU und Kanada kaum möglich - dafür hätten die Verhandlungen sieben Jahre gedauert.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Iran-Krieg verändert Anlagestrategien: Investoren trennen sich von Tech-Aktien
22.03.2026

Der Iran-Krieg und der Ölpreisschock bringen die bisherige Dominanz von KI-Investments ins Wanken und verschieben die Kapitalströme in...

DWN
Finanzen
Finanzen Vermögen aufbauen: Warum Investoren eine Anlagestrategie und Mut brauchen
22.03.2026

Deutschland klammert sich an ein Sicherheitsgefühl, das ökonomisch nicht mehr trägt. Während die nominalen Geldvermögen Rekorde...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Risiko für die Weltwirtschaft: Wie Energie, KI und Schulden zur globalen Bedrohung werden
22.03.2026

Mehrere globale Risiken bauen sich gleichzeitig auf: Geopolitische Krisen verursachen steigende Energiepreise, Finanzmärkte geraten unter...

DWN
Panorama
Panorama Wasserknappheit: Wie ernst ist die Lage in Deutschland?
22.03.2026

Mal fehlt Regen über Monate, dann fällt er in kurzer Zeit im Übermaß: Deutschlands Wasserhaushalt gerät aus dem Gleichgewicht....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Sneaker-Revolution aus dem Drucker: Wie ein Hamburger Start-up die Schuhwelt umkrempelt
22.03.2026

Von der heimischen Werkstatt an die Füße der Weltstars: Cornelius Schmitt hat geschafft, wovon viele Sneaker-Fans nur träumen. Mit...

DWN
Politik
Politik EU-Vermögensregister: Die Infrastruktur für totale Transparenz steht
22.03.2026

Über ein europäisches Vermögensregister wird seit Jahren gestritten. Vertreter der EU-Kommission betonten lange Zeit, ein solches...

DWN
Politik
Politik Iran-Krieg eskaliert weiter: Wird das Regime in Teheran gestürzt?
21.03.2026

Der Iran-Krieg zwingt die Staaten am Persischen Golf zu einer grundlegenden Neubewertung ihrer Strategie und trifft besonders die...

DWN
Technologie
Technologie Neuer Audi RS5 kombiniert V6-Biturbo mit Elektro-Power
21.03.2026

Audi bringt mit dem neuen RS5 erstmals einen Hochleistungs-Plug-in-Hybrid von Audi Sport. Setzt das Modell neue Maßstäbe für Performance...