Politik

Französische Polizei: Mord an tschetschenischem Blogger hat politischen Hintergrund

Der Mord an dem tschetschenischen Exil-Blogger Imran Aliev in Frankreich war nach Aussage der französischen Polizei politisch motiviert.
07.02.2020 14:58
Aktualisiert: 07.02.2020 14:58
Lesezeit: 1 min
Französische Polizei: Mord an tschetschenischem Blogger hat politischen Hintergrund
Beraten sich im Kreml: Der russische Präsident Vladimir Putin (l) und Tschetscheniens Präsident Ramzan Kadyrov. (Foto: dpa) Foto: Alexei Druzhinin / Ria Novosti /

Die französische Polizei hält den Mord an dem tschetschenischen Exil-Blogger Imran Aliev für „politisch motiviert“. Das sagte ein Sprecher der Polizei von Lille (Nordosten Frankreich). Der Täter könnte ein Einwohner der tschetschenischen Stadt „Gudermes“ sein, der sich das Vertrauen von Aliev erschlichen hatte. Gemeinsam waren die beiden Männer von Belgien aus, wo Aliev als politischer Flüchtling lebte, mit dem Zug nach Lille gereist, wo Alievs Leiche mit durchgeschnittener Kehle in einem Hotel gefunden wurde. Der Tatverdächtige soll sich bereits in seine Heimat abgesetzt haben. Der Polizeisprecher wollte seinen Namen nicht herausgeben.

Die Polizei war in ihrer Wortwahl, was den Tatverdächtigen angeht, sehr vorsichtig, sprach unter anderem von einer „möglichen Verwechselung“. Auch könne es sein, dass der wahre Täter versucht habe, durch gefälschte Papiere eine falsche Fährte zu legen. Die Umstände deuten allerdings darauf hin, dass es keinen falschen Verdächtigen gibt und die Polizei den Mann aus Gudermes sehr wohl für den Täter hält.

Aliev war ein ausgesprochener Kritiker sowohl von Russlands Präsident Wladimir Putin als auch von Tschetscheniens Präsident Ramzan Kadyrov. In Belgien habe er „unter Polizeischutz“ gestanden, so der Liller Polizeisprecher, „weil es wegen seiner Blogger-Aktivitäten gegen ihn Drohungen aus Russland und Tschetschenien“ gegeben habe.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: KI-Aktien steigen kräftig, während die Ölpreise sinken
21.09.2026

Ein ereignisreicher Handelstag bringt überraschende Bewegungen in die globalen Finanzmärkte.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Mercedes GLC im Test: Elektrisch ist er endlich so, wie er sein muss
21.09.2026

Der elektrische Mercedes GLC 400 4Matic bringt fast 500 PS, viel Komfort, hohe Ladeleistung und einen überraschend moderaten Verbrauch. Im...

DWN
Politik
Politik Blackrock-Vize: Europa braucht vier Schlüssel gegen die USA-Abhängigkeit
21.09.2026

Philipp Hildebrand, Vizechef von Blackrock und früherer Schweizer Notenbankchef, sieht in der KI-Entwicklung eine historische Chance. Der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Nestlé Russland: Kreml übernimmt Kontrolle über deutsche Beteiligungen
21.09.2026

Putin greift erneut auf das Vermögen eines westlichen Großkonzerns zu. Diesmal trifft es Nestlé und auch Beteiligungen der Nestlé...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ruhestand vorbereiten: Warum Männer nach der Karriere in die Krise geraten
21.09.2026

34 Jahre lang bestimmte der Terminkalender sein Leben. Dann war Anders Kretzschmar plötzlich Rentner und musste erst lernen, selbst über...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Holyvolt: Was das Batterie-Startup von Elon Musk gelernt hat
21.09.2026

Holyvolt will schaffen, woran andere Batterieprojekte gescheitert sind: Produktion skalieren, Kosten beherrschen und zugleich eine neue...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ifo-Umfrage: Bürokratie ist Standortproblem Nummer eins in Deutschland
21.09.2026

Bürokratie gilt für deutsche Unternehmen als größtes Standortproblem und übertrifft Energie- sowie Arbeitskosten deutlich. Eine...

DWN
Politik
Politik AfD vorn, CDU draußen: Wie es jetzt in Mecklenburg-Vorpommern weitergeht
21.09.2026

Ein dramatischer Wahlabend stellt Mecklenburg-Vorpommern politisch neu auf. Während AfD und SPD das Rennen bestimmen, entscheiden...