Wirtschaft

Rosneft: Erschließung der Arktis soll 145 Milliarden Euro kosten

Der russische Energie-Riese Rosneft teilt mit, dass die Erschließung der Öl-Reserven in der Arktis Investitionen in Höhe von 145 Milliarden Euro erfordern.
13.02.2020 15:29
Lesezeit: 2 min
Rosneft: Erschließung der Arktis soll 145 Milliarden Euro kosten
Russlands arktische Träume. (Grafik: Stratfor)

Rosneft-Chef Igor Setschin hat bekanntgegeben, dass zur Erschließung aller Erdölvorkommen in der Arktis umgerechnet 145 Milliarden Euro an Investitionen benötigt werden. Im Rahmen des diesbezüglichen Projekts, das sich “Vostok Oil” nennt, könnten über 100.000 Arbeitsplätze geschaffen werden, meint er. Die Aussage traf Setschin bei einem Treffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin im Kreml. In einer ersten Phase sollen das Payakhskoye-Feld und das West-Irkinskoye-Feld erschlossen werden.

Insgesamt sollen 15 Fischerstädte, zwei Flugplätze und ein Hafen entstehen, so der Plan. Es sollen zudem Fernleitungen von 800 und 7.000 Kilometer länge, ein Stromnetz mit einer Länge von 3.500 Kilometer und Anlagen zur Stromerzeugung mit 2.000 Megawatt gebaut werden.

“Das Projekt ist natürlich sehr groß und vielversprechend. Es bedeutet eine Steigerung des BIP des Landes insgesamt, eine Steigerung des Güterverkehrs entlang der Nordseeroute und natürlich die Stärkung der Position Russlands in der Arktis insgesamt”, zitiert Rossijskaja gaseta Putin.

Setschin fügte hinzu, dass andere internationale Konzerne an der Erschließung der Ressourcen mitwirken könnten. Anfang Februar 2020 hatte Rosneft einen Vertrag mit der Indian Oil Corporation Limited (IOCL) einen Vertrag über die Lieferung von bis zu zwei Millionen Tonnen Öl über den Hafen von Novorossijsk unterzeichnet. Darüber hinaus soll sich die IOCL am Projekt “Vostok Oil” beteiligen. Der englischsprachige Dienst von Reuters hatte zuvor berichtet, dass Rosneft japanische Investoren an zehn bis 40 Prozent der Entwicklungskosten von “Vostok Oil” beteiligen möchte.

Bemerkenswert ist, dass im Verlauf der Lieferung des Öls nach Indien die Straße von Hormuz - eine Passage zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman - vermieden werde soll. Rosneft teilte mit, dass das kontrahierte Öl “in Suezmax-Schiffen im russischen Hafen Novorossijsk verladen und unter Umgehung der Straße von Hormuz nach Indien gelangen wird.” Suezmax-Schiffe sind mittelgroße bis große Schiffe mit einer Kapazität von 120.000 bis 200.000 Tonnen , die mit voller Ladung durch den Suezkanal fahren können.

Etwa ein Drittel der weltweiten Produktion von Flüssigerdgas (LNG) und 25 Prozent Öl wird über die Straße von Hormuz transportiert.

Der Drohnenangriff, den die jemenitischen Houthi-Söldner im vergangenen September auf zwei riesige Raffinerien in Saudi-Arabien unternommen hatten, stellten einen Wendepunkt dar, der die Diversifizierung der Importe aus indischer Sicht dringend erforderlich machte, um die Energiesicherheit zu gewährleisten.

“Der Angriff auf die beiden saudischen Raffinerien von Aramco, die zusammen 8,45 Millionen Barrel Rohöl pro Tag verarbeiten, wurde in Neu-Delhi mit großer Besorgnis zur Kenntnis genommen. Zum Glück haben die Saudis mit Reife geantwortet und sich nicht revanchiert”, zitiert The Hindu den ehemaligen Vorsitzenden der Oil and Natural Gas Corporation (ONGC), R.S. Sharma.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Methanemissionen: Energiepreise – EU-Kommission will Klimaregeln verschieben
18.10.2026

In Brüssel werden Mittel gegen die ausufernden Energiepreise gesucht. Einen Weg sieht die Kommission darin, bestimmte Klimaregeln später...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bewerbungsverfahren: Künstliche Intelligenz verändert die Auswahlkriterien
18.10.2026

Bewerber verfassen Bewerbungsunterlagen mit KI, Betriebe lassen die Maschine zumindest einen Teil der Vorauswahl machen. Das ändert die...

DWN
Finanzen
Finanzen Aktien kaufen: Der größte Fehler passiert lange vor dem ersten Aktienkauf
18.10.2026

Welche Aktie soll ich kaufen? Für viele Börsenanfänger ist das die wichtigste Frage überhaupt. Dabei entscheidet sich oft schon viel...

DWN
Technologie
Technologie Musks Flugauto: Tesla zeigt Sportwagen mit Raketendüsen
18.10.2026

Seit Jahren stellte Elon Musk ein Raketen-Auto in Aussicht - und der nun gezeigte Tesla Roadster kann dank Kaltgas-Düsen ein wenig...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Zeekr greift BMW und Mercedes an: Ex-BMW-Manager rechnet mit Europas Autobauern ab
18.10.2026

In chinesischen Autofabriken verschwinden die Menschen, Roboter übernehmen ihre Arbeit. Während BMW, Mercedes und Audi unter Kostendruck...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Entsorgungswirtschaft warnt: mehr Brände durch Batterien
18.10.2026

Immer mehr Alltagsgegenstände enthalten fest verbaute Batterien, die nicht jeder überhaupt erkennt. Im Müllauto oder der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Bald treffen die Giganten aufeinander: Die Wette auf Indien könnte lukrativer sein als die auf China
18.10.2026

Wenn nur zehn Prozent der Inder, die heute kein Auto besitzen, in den kommenden Jahrzehnten Eigentümer eines Neuwagens würden, sprächen...

DWN
Politik
Politik Regierungsbildung in Berlin: Das planen Linke, Grüne und SPD für die Hauptstadt
17.10.2026

"Mehr gemeinsam, mehr Berlin": Das Sondierungspapier von Linke, Grünen und SPD umfasst inklusive Anlagen etwa 30 Seiten. So wollen die...