Deutschland

Generalbundesanwalt: Verdacht gegen mutmaßliche rechte Terrorzelle erhärtet

Planten mehrere Rechtsextreme Anschläge auf Politiker, Asylbewerber und Muslime? Razzien in sechs Bundesländern bringen für die Ermittler den Durchbruch: Zwölf Beschuldigte sollen in U-Haft kommen.
14.02.2020 11:06
Aktualisiert: 14.02.2020 11:06
Lesezeit: 1 min
Generalbundesanwalt: Verdacht gegen mutmaßliche rechte Terrorzelle erhärtet
Baden-Württemberg, Karlsruhe: Ein Hinweisschild mit Bundesadler und dem Schriftzug "Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof" ist an der Bundesanwaltschaft angebracht. (Foto: dpa) Foto: Uli Deck

Nach den Razzien gegen eine mutmaßliche rechte Terrorzelle hat der Generalbundesanwalt 12 der 13 Beschuldigten festnehmen lassen. Die aktuellen Ermittlungen hätten den Verdacht erhärtet, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe am Freitag mit.

Alle Festgenommenen sind Deutsche und Männer. Sie sollten noch am Freitag oder am Samstag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs (BGH) vorgeführt werden. Dieser entscheidet, ob alle Verdächtigen in Untersuchungshaft kommen oder jemand möglicherweise wieder freigelassen werden muss, meldet die dpa.

Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass fünf mutmaßliche Rechtsextremisten die Terrorgruppe gegründet und Anschläge auf Politiker, Asylbewerber und Muslime ins Auge gefasst haben. Diese Anschläge hätten bürgerkriegsähnliche Zustände auslösen sollen - mit dem Ziel, «die Staats- und Gesellschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland zu erschüttern und letztlich zu überwinden». Festgenommen wurden allerdings nur vier der mutmaßlichen fünf Mitglieder.

Die Beschuldigten hätten sich in unterschiedlichen Besetzungen mehrfach persönlich getroffen, hieß es weiter. Einer von ihnen, Werner S., habe diese Treffen anberaumt und koordiniert. Außerdem hätten sich die Männer in Chatgruppen und am Telefon ausgetauscht.

Die acht anderen Festgenommenen werden verdächtigt, die Terrorgruppe unterstützt zu haben. Sie hätten zugesagt, mit Geld zu helfen, Waffen zu beschaffen und an künftigen Anschlägen mitzuwirken, hieß es.

Die Durchsuchungen hatten seit den Morgenstunden an insgesamt 13 Orten in Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt stattgefunden. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Ermittler für Festnahmen noch nicht genug in der Hand gehabt.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Industriestandort Deutschland unter Druck: Produktionsrückgang trotz Auftragsplus
08.05.2026

Die deutsche Industrie findet nicht aus der Krise: Entgegen der Prognosen von Experten sank die Fertigung im März erneut. Während die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Handelsstreit eskaliert: Trump droht EU mit 25-Prozent-Zöllen auf Fahrzeuge
08.05.2026

Die transatlantischen Handelsbeziehungen hängen am seidenen Faden: US-Präsident Donald Trump hat überraschend eine drastische Erhöhung...

DWN
Finanzen
Finanzen Eine Million reicht nicht für finanzielle Freiheit: Warum Millionäre nicht frei sind
08.05.2026

Viele träumen vom sorgenfreien Leben mit einem Millionenvermögen – doch das ist oft nur eine Illusion. Zwei erfahrene Investoren...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin aktuell: Unsicherheit drückt auf Kryptomarkt - Bitcoin-Kurs rutscht unter 80.000 US-Dollar
08.05.2026

Der Bitcoin-Kurs hat die Marke von 80.000 US-Dollar erneut unterschritten und sorgt damit für Nervosität am Kryptomarkt. Anleger blicken...

DWN
Finanzen
Finanzen Commerzbank-Aktie aktuell: Rekordgewinn und weiterer Stellenabbau gegen Unicredit
08.05.2026

Starke Commerzbank-Zahlen, ehrgeizige Gewinnziele und tausende gestrichene Stellen sollen die Zukunft der Bank sichern. Doch gleichzeitig...

DWN
Politik
Politik Putins Kriegskasse: Wie Russland trotz ukrainischer Angriffe Milliarden einnimmt
08.05.2026

Russlands Wirtschaft profitiert paradoxerweise von steigenden Ölpreisen, während ukrainische Angriffe die Energieinfrastruktur des Landes...

DWN
Politik
Politik Entlastungsprämie: Bundesrat stoppt 1000-Euro-Prämie - Dämpfer für Millionen Beschäftigte
08.05.2026

Der Bundesrat hat die geplante Entlastungsprämie gestoppt. Trotz der Belastungen durch hohe Energiekosten und den Iran-Krieg scheiterte...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Stellantis-Aktie im Fokus: Opel forciert Elektro-SUV auf chinesischer Leapmotor-Basis
08.05.2026

Strategiewechsel in Rüsselsheim: Das nächste Kompakt-SUV von Opel wird maßgeblich auf Technologie des chinesischen Partners Leapmotor...