Politik

Armee geht der Treibstoff aus: Soldaten in Venezuela müssen Panzer zur nächsten Tankstelle schieben

Venezuela hat am Wochenende ein groß angelegtes Militärmanöver durchgeführt.
18.02.2020 11:00
Lesezeit: 1 min
Armee geht der Treibstoff aus: Soldaten in Venezuela müssen Panzer zur nächsten Tankstelle schieben
Russlands Außenminister Sergej Lawrow Anfang Februar in Caracas. (Foto: dpa) Foto: Zurimar Campos

Am vergangenen Wochenende führten Venezuelas Streitkräfte und zivile Milizen in den Städten, Stränden und Grenzregionen des Landes ein groß angelegtes Militärmanöver unter dem Namen “Bolivianisches Schutzschild 2020” durch. Allerdings sollen im Verlauf der Übung einigen Panzern in Coro im Bundesstaat Falcón das Benzin ausgegangen sein, berichtet El Nacional. Tatsächlich geht aus einem Video hervor, wie venezolanische Soldaten einen Panzer in die nächstgelegene Tankstelle schieben müssen.

“Ich bin dem Aufruf zur Vorbereitung auf unsere Verteidigung gefolgt, weil mein Land, meine Heimat, vom US-Imperium bedroht ist”, zitiert die Military Times den Milizionär Pablo Antonio Reyes, der beruflich als Elektroniker tätig ist. Milizionäre und Regierungsanhänger in roten Hemden hielten Kampfübungen auf Straßen ab, die von Stadtbussen blockiert wurden. Sie evakuierten die Bewohner aus Gebäuden, als Reifen auf den Dächern brannten, um Brände durch Angriffe zu simulieren. “Der Zweck dieser Übung ist es, uns vorbereitet zu halten”, sagte so die Milizionärin Carmen Ferrer.

Venezuelas Präsident Nicolás Maduro sagte, dass die zweitägigen Manöver darauf abzielten, die “terroristische Aggression” von Washington und seiner Verbündeten in der Region einschließlich des benachbarten Kolumbien abzuwehren, so Radio Habana Cuba.

Das venezolanische Militär, das in der Vergangenheit russische Unterstützung erhalten hat, setzte Raketenwerfer, Flugabwehrbatterien und Radargeräte auf den Straßen ein. Der Oppositionsführer Juan Guaidó, der vor einem Jahr eine Kampagne gegen die Regierung in Caracas gestartet hatte, um zwei Jahrzehnte sozialistischer Herrschaft zu beenden, forderte am Samstag die Streitkräfte auf, Maduros Führung aufzugeben und ihm beim Wiederaufbau eines neuen Venezuela zu helfen. Seine früheren Appelle an das Militär, die Seite zu wechseln, waren den Military Times zufolge aber stets gescheitert.

Guaidó kehrte diese Woche von einer dreiwöchigen internationalen Tour zurück, die darauf abzielte, die Unterstützung für den Sturz von Maduro zu erhöhen. Bei einem Treffen im Weißen Haus bekräftigte US-Präsident Donald Trump seine Unterstützung für Guaidó und nannte ihn Venezuelas legitimen Präsidenten und Maduro einen “Tyrannen”.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Wann lag die Inflation im Euroraum zuletzt bei vier Prozent?
03.10.2026

Zehn Wendepunkte zeigen, wie schnell eine Krise die Inflation nach oben treiben kann und wie langsam sich die Preise anschließend wieder...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft China-Schock trifft Europa: Millionen Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel
03.10.2026

In der kommenden Woche reisen führende EU-Vertreter nach Peking, um von der chinesischen Führung zu verlangen, das enorme...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Anleiherenditen setzen Aktien weiterhin unter Druck
02.10.2026

Zinsängste und Arbeitsmarktdaten bewegen die Börsen – was Anleger jetzt wissen müssen.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Chinesische Raffinerien stoppen Exporte: Was passiert mit den Dieselpreisen in Europa?
02.10.2026

Der weltweite Dieselmarkt steht bereits massiv unter Druck. Nun drosseln chinesische Raffinerien ihre Exporte und konzentrieren sich auf...

DWN
Finanzen
Finanzen Investor Felix: Der neue Anleger der DWN stellt sich vor
02.10.2026

Wie können Sie ein Vermögen an der Börse aufbauen, wenn Sie weder Erfahrung bei der Aktienanalyse haben noch die Zeit für den...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Scandit stoppt Diebstahl an der Selbstbedienungskasse
02.10.2026

Selbstbedienungskassen sparen Personal, öffnen Händlern aber eine teure Schwachstelle: Kunden scannen Waren falsch oder gar nicht. Der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Maschinenbau: VDMA verlangt Importverbote für Risikoprodukte aus China
02.10.2026

Deutschlands Maschinenbauer warnen vor Wettbewerbsnachteilen durch Produkte, die europäische Sicherheitsanforderungen nicht erfüllen....

DWN
Technologie
Technologie „Völliger Mist“: So fällt die Kritik an Europas Microsoft-Teams-Alternative aus
02.10.2026

Element Pro soll die Kommunikation sicherstellen, falls Microsoft Teams ausfällt. Die Europäische Kommission betreibt die Lösung auf...